Hauswirtschaft

04.08.2021

Haustierboom – so bleibt die Wohnung sauber

Die Corona-Pandemie hat für zahlreiche neue Haustiere gesorgt. Die Mitbewohner tragen sehr zur Freude Ihrer Besitzer bei. Wie aber kriegen die Halter den Mehraufwand an Reinigung durch Fellhaare, Flecken, Gerüche, Pfotenspuren in den Griff, damit die Freude an den Tieren lange erhalten bleibt? Die Hauswirtschaftsprofis des VerbraucherService Bayern geben Tipps.

Haustierboom – so bleibt die Wohnung sauber
Foto: © LIGHTFIELD STUDIOS - stock.adobe.com

Grundregeln

  1. Entscheiden Sie klar, welcher Bereich für Hund oder Katze in der Wohnung zugänglich ist – man kann die Tiere mit Konsequenz dazu erziehen.
  2. Richten Sie einen speziellen Schlaf- und Entspannungsbereich für Ihr Haustier ein. Damit lässt sich die Verteilung der Haare eindämmen.
  3. Verschmutzungen vermeiden ist weniger aufwendig als eine Reinigung.

So bekommen Sie die Tierhaare in den Griff

Während Katzen sich um ihre tägliche Pflege selbst kümmern, brauchen Hunde etwas mehr Pflege. Gründliches Bürsten empfiehlt sich einmal wöchentlich – während des Fellwechsels auch täglich. Hartnäckige Tierhaare lassen sich nur schwer wieder aus den Polstern klopfen und setzen sich häufig fest. Ein spezieller Tierhaarstaubsauger, aber auch ein konventioneller Staubsauger erleichtern die Entfernung der Tierhaare ungemein (siehe auch: Stiftung Warentest 2/2021).
Wichtig für die optimale Polsterpflege sind Polster- und verlängerte Fugendüsen. Damit befreien Sie auch tiefste Ritzen und Spalten von den Haaren der Haustiere.

Auf Kleidung und Stoffsofas hilft zwischendurch ein Gummihandschuh: Streichen Sie damit über das Material – die Haare bleiben am Gummi hängen.

Alternativ verwenden Sie einfach eine Tagesdecke und reinigen Sie diese regelmäßig in der Waschmaschine.

Haare in Waschmaschine und auf frischer Wäsche vermeiden

Enthaaren Sie vor dem Waschen stark behaarte Wäschestücke mit der Fusselbürste oder schütteln diese zumindest gut aus. Trocknergeeignete Textilien verlieren die letzten Haare im Wäschetrockner. Reinigen Sie nach jedem Trocknen das Flusensieb. Lassen Sie Ihre Waschmaschine nach dem Waschen offenstehen, dann trocknet die Trommel und Sie können diese aussaugen.

Am besten die Decken von Hund oder Katze separat waschen. Vor dem Waschen die Decken gut ausschütteln oder absaugen. Aus hygienischen Gründen empfiehlt sich ein Waschgang mit einer hohen Temperatur. Damit verschwindet auch der Großteil an Bakterien aus der Waschmaschine.
Haustiere besitzen einen weit besseren Geruchssinn als Menschen und kommen direkt mit den gewaschenen Textilien in Kontakt. Viele Waschmittel-Gerüche wirken für Hund oder Katze störend. Verwenden Sie daher geruchsneutrale Waschmittel und lassen den Weichspüler weg.

Vorbeugung vor unangenehmen Gerüchen

Gut gepflegte Tiere riechen weniger – regelmäßiges Bürsten hilft. Nasses Fell immer mit einem Handtuch trockenreiben. Ab und zu kann ein Bad nicht schaden. Verwenden Sie ein mildes Shampoo, damit die Fettschicht der unteren Fellstruktur erhalten bleibt.

Bedenken Sie, dass auch die Nahrung den Eigengeruch eines Tieres beeinflusst. Achten Sie daher auf artgerechte, gut verträgliche und wenn möglich hochwertige Kost.

Katzen freuen sich über ein regelmäßig sauberes Katzenklo und auch bei kleineren Tieren wie Hamster, Kaninchen oder Vögel sollten Sie die Käfige gründlich und regelmäßig reinigen und die Einstreu wechseln. Wasser und Spülmittel oder Allzweckreiniger reichen aus, gründlich nachspülen ist wichtig. Antibakterielle Reiniger sind in der Regel nicht nötig. Diese nur dann verwenden, wenn sich mehrere Tiere einen Käfig teilen und eines an einer ansteckenden Krankheit leidet.

Unangenehmen Geruch in der Wohnung neutralisieren

Bereits vorhandene Gerüche neutralisieren Sie mit Natron (Natriumhydrogencarbonat). Natron hat eine desodorierende Wirkung und bindet unangenehme Gerüche sowohl in der Luft als auch in Sofa, Polstern und Teppichen.

So wird’s gemacht: Natron aufstreuen und über Nacht einwirken lassen. Das Natron nimmt den Geruch auf und kann am nächsten Tag abgesaugt werden. Der Untergrund muss vor dem Aufstreuen des Natrons absolut trocken sein. An einer nicht sichtbaren Stelle am besten vorher testen.

Auch Zitronenwasser hat sich bewährt: Zwei Zitronen vierteln und in einem Liter Wasser gut fünf Minuten kochen. Mit einem Deckel verschlossen über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag den Zitronensud in eine Sprühflasche geben und auf die entsprechenden Stellen sprühen. Vorsicht: nicht zu viel verwenden und bei farbigen Teppichen oder Polstern immer erst prüfen, ob die Farbe ausbleicht.

Künstliche Duftsprays eignen sich nur bedingt. Das Haustier sollte damit nicht in Berührung kommen. Die starken Aromen sind für empfindliche Nasen ungeeignet und können die Schleimhäute reizen.

Ausgiebiges Lüften ist in Wohnräumen mit Haustieren unabdingbar. Am meisten hat sich Stoßlüften bewährt: Fenster weit öffnen, möglichst zugleich auf gegenüberliegenden Seiten der Wohnung. Der Durchzug beschleunigt den Luftaustausch. Im Winter genügt oft schon fünfminütiges Lüften, dann kühlen die Räume nicht zu sehr aus und die Luft erwärmt sich anschließend schnell wieder.

Luftreiniger filtern beständig die Luft und entfernen unangenehme Gerüche, Tierhaare und Hautschüppchen und fangen zudem auch Hausstaub, Pollen und weitere Allergene ein (siehe auch Stiftung Warentest 3/2020).

Schlaf- und Fressplätze sauber halten

Da sich das Haustier einen Großteil der Zeit an seinem Schlafplatz aufhält, sammeln sich hier die meisten Ablagerungen von Haaren, Schuppen, Talg, Zecken, Milben etc. an. Reinigen Sie den Schlafplatz deshalb unbedingt regemäßig. Schlafdecken und Bezüge täglich auslüften und ausklopfen. Decken und andere Textilien wöchentlich zwischen 40 und 60 Grad waschen. Damit sich nicht zu viele Tierhaare im Schlafplatz ansammeln, saugen Sie diesen regelmäßig mit einem Staubsauger ab.

Halten Sie den Fressplatz sauber, das Haustier dankt es mit guter Gesundheit. Den Fressbereich eventuell mit Zeitungspapier abdecken oder die Schalen auf größere Tablets stellen, damit sich die Reste nicht überall verteilen. Den Fressnapf nach jeder Mahlzeit reinigen, damit kein Nährboden für Bakterien und Keime entsteht – warmes Wasser und Spülmittel reichen aus.

So wird die Haustierwohnung richtig und schonend sauber

Haustiere verbringen viel Zeit am Boden. Glatte Böden haben den Vorteil, dass sie besser gereinigt werden können. Allerdings ist in Räumen mit Parkett, Laminat oder Fliesen mehr Staub in der Luft, da dieser nicht vom Teppich festgehalten wird.

Zuerst den Boden gut absaugen. Danach feucht bzw. nebelfeucht (empfindliche Böden) nachwischen. Achten Sie auf einen schonenden, geruchsneutralen Bodenreiniger. Die Nasen der Haustiere sind empfindlich.

Teppiche mit kurzem, dichtem Flor eignen sich besser für die Haustierwohnung als langer Flor. Aber auch kurze, dichte Teppiche wenigstens zweimal in der Woche gut absaugen. Hin und wieder ist es ratsam, mit dem Dampfreiniger anzurücken, um vorhandene Milben zu dezimieren.

Tipp: Wischen Sie die Pfoten nach einem Spaziergang mit dem Hund vor Betreten der Wohnung ab.

Flecken auf Teppich, Polstern oder Couch

Tipp 1 – Schnell handeln

Je schneller Sie einen Fleck behandeln, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich noch nicht im Material festgesetzt hat. Viele Flecken entfernen Sie mit klarem Wasser. Probieren Sie es, bevor Sie ein Reinigungsmittel verwenden. Den Fleck mit Vorsicht trocken tupfen, auf keinen Fall reiben. Wenn Sie den Fleck entfernen, dann immer vom Rand des Flecks in Richtung Mitte arbeiten. Einfach mit einem feuchten Tuch von außen nach innen den Fleck anfeuchten und einwirken lassen. Nach einiger Zeit den Bereich mit einem trockenen Tuch abtupfen (weitere Infos: www.verbraucherservice-bayern.de/themen/hauswirtschaft/tipps-zur-effektiven-fleckenentfernung).

Tipp 2 – Reinigen mit Natron

Oft reicht Natron aus, um Materialien von Flecken zu befreien. Dank seiner bakteriziden Eigenschaft können Sie Natron auch zum Bekämpfen von Bakterien und Hausmilben einsetzen. Je nach der Art und Härte der Verschmutzung, führen Sie eine trockene oder nasse Natron-Reinigung durch. Vorher unbedingt an einer verdeckten Stelle ausprobieren.

Bei leichten Flecken ist die trockene Variante ideal: Natronpulver direkt auf den Fleck verteilen. Das Pulver mindestens sechs Stunden, am besten über Nacht einwirken lassen. Anschließend mit einem Staubsauger absaugen.

Bei hartnäckigen Flecken das Natronpulver aufstreuen und mit einem Schwamm sanft einreiben. Keinen scheuernden Schwamm verwenden, das Material könnte beschädigt werden. Einwirken lassen, bis es vollständig getrocknet ist. Zum Schluss gründlich absaugen.

Hausmittel helfen bei oberflächlichen Verschmutzungen. Nicht so einfach ist es Flecken beizukommen, die tiefer sitzen. In diesen Fällen am besten einen Experten für die Polster – oder Teppichreinigung hinzuzuziehen.

Textilreiniger gibt es eine Menge auf dem Markt. Meistens sind sie überflüssig. Ein Waschmittelschaum erzielt meistens ein ebenso gutes Ergebnis.

Tipp 3 – Hausmittel gegen Urinflecken

Urin auf der Couch ist eine echte Katastrophe. Schnelles Handeln ist auch hier erforderlich. Mit einem saugfähigen Lappen die Flüssigkeit am Eindringen hindern. Danach die Stelle trockentupfen.

Sind noch keine größeren Mengen Urin in tieferliegende Polsterschichten vorgedrungen, reicht es mitunter, die Stelle mit einer Lösung aus Wasser, Essig und Spülmittel zu behandeln und danach noch einmal gründlich mit Wasser abzuwischen.

Ist Urin jedoch tiefer vorgedrungen, hilft ein Experte weiter. Fachleute benutzten dafür ein Spezialgerät sowie tensidfreie Enzymreiniger. Sie lösen organische Verschmutzungen auf. Die Kombination aus Technik und natürlichem Produkt ist bei der Beseitigung von Uringerüchen aus Polstern erprobt und erfolgversprechend.

Fazit

Regelmäßiges Händewaschen hilft, dass sich keine Bakterien und Keime in der Wohnung verbreiten. Beim Essen oder Kochen hat ein Haustier nichts zu suchen.

Planen Sie genügend Zeit und Aufmerksamkeit für Ihr Haustier ein, damit es sich nicht langweilt und an Gegenständen oder Möbeln zu knabbern beginnt. Wohnungskatzen benötigen mehrere Möglichkeiten, um Ihre Krallen zu wetzen – vorzugsweise nicht an den Möbeln. Weitere Informationen finden Sie dazu im Tierfachhandel.