Hauswirtschaft

04.11.2021

Kochen mit Dampfdrucktopf – schneller, gesünder, effizienter

Gemüse, Fleisch und zahlreiche weitere Nahrungsmittel benötigen zum Garen in einem Schnellkochtopf deutlich weniger Zeit als in einem herkömmlichen Gerät. Je nach Speise sparen die Anwender zwischen 50 bis 70 Prozent – das lohnt sich beispielsweise bei einem Braten oder Hülsenfrüchten besonders. Doch wie sind die Geräte zu bedienen, bergen sie Gefahren und gibt es auch Nachteile?

Kochen mit Dampfdrucktopf – schneller, gesünder, effizienter
Foto: © Daniel Krasoń - stock.adobe.com

Vorteile von Schnellkochtöpfen

Neben der Zeiteinsparung stellt die geringe Mindestfüllmenge an Wasser, die Sie beim Kochvorgang benötigen, einen weiteren Vorteil von Schnellkochtöpfen dar. Da Wasser bei diesen Geräten nicht in Form von Dampf entweicht, bleiben Vitamine, Mineralstoffe und Aromen besser erhalten und werden nicht ausgewaschen. Durch die verdrängte Luft bleiben Vitamine erhalten, die sonst schnell oxidieren.

Tipp: Bei Verwendung eines Gareinsatzes (gelocht oder ungelocht) kommen die Lebensmittel überhaupt nicht mit Wasser in Berührung.

Durch die kürzere Garzeit sparen die Anwender außerdem viel Energie ein: 30 bis 50 Prozent sind möglich. Nach Abschalten der Energie lässt der Restdruck im Topf das Gut einfach weitergaren.

Tipp: Auch scharfes Anbraten bei geöffnetem Topf ist möglich – danach führen Sie den Garvorgang mit geschlossenem Deckel weiter.

Sind Schnellkochtöpfe gefährlich?

Hartnäckig hält sich das Vorurteil, dass ein Dampfdrucktopf explodieren könnte und das Essen herausschleudert. Die Hersteller tragen durch Sicherheitseinrichtungen dazu bei, dass die Töpfe keinen gefährlichen Druck aufbauen. Durch die richtige Handhabung tragen auch die Benutzer selbst dazu bei.

Tipp: Die Gebrauchsanleitung genau lesen und an die Hinweise halten.

Funktionsweise von Dampfdrucktöpfen

Als Material für den Kochtopf kommen entweder dickwandiges Emaille oder Edelstahl zum Einsatz. Der Topfrand ist nach außen gebogen mit bajonettartigen Aussparungen, um einen sicheren Verschluss zu gewährleisten. Der entscheidende Unterschied zwischen einem herkömmlichen Kochtopf und einem Dampfdrucktopf ist der Deckel. Beim Schnellkochtopf ist dieser dicht verschlossen, sodass weder Luft noch Feuchtigkeit entweichen können. Durch Wärme entsteht im Inneren des Dampfdrucktopfs ein hoher Druck. Dieser sorgt dafür, dass sich der Siedepunkt des Wassers nach oben verschiebt. Das Wasser kocht also nicht bei 100°C, stattdessen beginnt das Sieden erst bei höheren Temperaturen (110 oder 120 Grad). So wird der Topfinhalt durch Druck und Temperatur schneller gar.

Neben einer Gummidichtung benötigt der Deckel ein Sicherheitsventil und ein Druckreglerventil. Beide begrenzen den Druckaufbau im Topf. Moderne Schnellkochtöpfe haben fest in den Deckel integrierte Ventile, bei älteren waren sie eingeschraubt. Das Regel- oder Druckanzeigeventil besitzt meistens einen druckabhängig aufsteigenden Stift mit farbigen Ringmarkierungen für die Druckanzeige. Das Ventil ist mit der Deckelverriegelung gekoppelt. Der Topf kann nur drucklos geöffnet werden.

Fehlt eine Druckanzeige, ist ein zu hoher Druck erst zu erkennen, wenn der Topf zischt. Das Sicherheitsventil wird dann aktiviert und lässt Dampf ab, um den Überdruck abzubauen. Das reduziert die Wassermenge im Topf und verschwendet Energie. Ohne Wasser kann der Topf anbrennen. Ob der Druck im Topf stimmt, ist ohne Druckanzeige nur zu erahnen.

So bedienen Sie einen Schnellkochtopf

Überprüfen Sie vor jeder Benutzung des Schnellkochtopfes diesen auf seine Funktionstüchtigkeit gemäß Herstelleranleitung.

Für die Dampfentwicklung benötigt der Topf nur eine geringe Flüssigkeitsmenge: Markierungen, für die Mindest- und die Maximal-Füllmenge befinden sich am Gerät. Für das Garen von Gemüse und Fleisch genügt die Mindestmenge, bei Eintöpfen darf max. nicht überschritten werden. Befüllen Sie einen Dampfdrucktopf insgesamt nicht höher als Dreiviertel des Gesamtvolumens. Bei stark schäumenden Lebensmitteln nur zur Hälfte.

Geben Sie das Kochgut in den Topf. Bei Verwendung von verschiedenen oder mehreren Einsätzen dürfen die Lebensmittel nicht den Deckel berühren. Braten Sie das Kochgut vorher an, entfernen Sie Fett, Flüssigkeit und Gargutreste vom Topfrand, damit der Deckel richtig schließt und der Dichtungsring nicht aufgrund der Hitze beschädigt wird.

Den sauberen, einwandfreien Dichtungsring in den Deckel einlegen und im Anschluss überprüfen, ob sich das Ventil nach oben drücken lässt und nicht verklebt ist. Dann den Deckel fest verschließen. Markierungen an Topf und Deckel helfen beim richtigen Aufsetzen. Viele Deckel klicken auffällig beim Verschließen. Die Griffe zusammenschieben, nun ist der Topf fest verriegelt. Bei manchen Töpfen hat der Deckel einen gewissen Spielraum, der sich beim Druckaufbau verliert.

Gewünschte Garstufe einstellen. Der Druckanzeiger zeigt an, wie sich Temperatur und Druck aufbauen. Beim Ankochen wird auf hoher Stufe erhitzt. Dampf entweicht über das Regelventil, welches sich nach kurzer Zeit schließt und der Dampfdruck baut sich im Topf auf. Ist der Druck zu hoch, senken Sie die Herdtemperatur. Erfolgt dies nicht rechtzeitig, aktiviert sich der Sicherungsmechanismus. Druck wird automatisch abgelassen (pfeifendes Geräusch). Topf kurz auf kalter Herdplatte abstellen, um den Druck schneller zu reduzieren und vor allem den Herd zurückschalten. Dann bis zum Ende der Garzeit auf dem Herd belassen. Rechtzeitiges Ausschalten der Platte empfiehlt sich aus Energiespargründen. Die Garzeit läuft ab dem Erreichen des Druckniveaus. Für die Garzeit am besten einen Timer am Herd oder eine Küchenuhr nutzen.
Es braucht ein wenig Übung, bis man den konkreten Ablauf verinnerlicht hat und weiß, auf welcher Herdstufe der Schnellkochtopf am stabilsten läuft.

Tipp: Der Schnellkochtopf ist auch als normaler Topf zu nutzen. Einfach keine Druckstufe einstellen, sondern Deckel nur einrasten. So entweicht der Dampf.

Garzeiten anhand der Garzeitentabelle ermitteln

Beim Kauf eines Schnellkochtopfs ist auch ein Rezeptbuch mit Garzeittabelle und Ratschlägen zur Vorbereitung der Speisen dabei. Die Schnellkochtöpfe verfügen in der Regel über zwei Druckstufen. Stufe eins empfiehlt sich für empfindliche Speisen wie Fisch und Gemüse, Stufe zwei für Eintöpfe und Fleisch. Welches Kochgut wie lange bei einer bestimmten Größe benötigt, ist genau in der Garzeitentabelle abgebildet. Anfänger halten sich am besten an die Garzeitentabelle und legen das Gargut in gleich großen Stücken einlegen. Es macht bezüglich der Zeit einen großen Unterschied, ob das Kochgut am Stück, zum Beispiel als Braten oder kleingeschnitten in den Topf kommt.

Tipp: Braten Sie Geflügel und anderes Fleisch vor dem Kochen bereits fertig gewürzt im offenen Schnellkochtopf an. So entwickelt es die beste Geschmacksfülle. Tiefkühlgemüse vorher auftauen. Trockene Erbsen und Bohnen einige Stunden lang vorweichen lassen. Fisch und Meeresfrüchte fertig vorbereiten und möglichst nicht zu dünn in den Einsatz gegeben. Damit der Fisch beim Kochen nicht anhaftet, immer ein wenig Öl dazugeben. Das verbessert auch den Geschmack. Für Suppen und Eintöpfe immer die maximale Wassermenge einfüllen, also zwei Drittel Flüssigkeit. Kochen Sie zur Suppe zartes Fleisch wie beispielsweise Huhn, sollten Sie das Fleisch in den Siebeinsatz, Gemüse, Reis usw. direkt in den Topf geben.

Tipp: Potential ausschöpfen: Sogar zum Entsaften oder Einkochen von Gemüse und Obst ist ein Schnellkochtopf geeignet.

Druck abbauen und Topf öffnen

Die beste und schonende Variante vor allem bei empfindlichen Gerichten ist langsames Abkühlen: Warten, bis der Verriegelungsstift gesunken ist und das Sperrventil die Öffnung freigibt. Dabei gart das Produkt aber weiter.

Schnelle Abkühlung: Über den Topf in der Spüle kaltes Wasser fließen lassen, bis sich die Druckanzeige gesenkt hat. Am besten seitlich auf den Deckel laufen lassen und nicht über die Ventile.

Abdampfen: Bei einigen Modellen kann durch einen Taster oder durch sanftes Schieben am Regelventil Dampf abgelassen werden. Es entsteht ein zischendes Geräusch. Der Druck muss sanft entweichen. Vorsicht – der entstehende Dampf kann sehr heiß sein. Die Hände nicht über das Ventil halten. Diese Methode nicht bei breiigen, flüssigen oder schäumenden Speisen (Suppen, Hülsenfrüchte, Eintöpfe) benutzen – Verbrühungsgefahr. Lassen Sie beispielsweise zu schnell Druck bei Pellkartoffeln ab, können diese bersten.

Welche Nachteile haben Schnellkochtöpfe?

Während des Kochvorgangs besteht nicht die Möglichkeit, den Topf zu öffnen und zu überprüfen, wann das Gargut fertig ist. Speziell bei Gemüse oder Hülsenfrüchten führt eine zu lange Kochzeit schnell zu einem matschigen Ergebnis. Daher lieber weniger Zeit einplanen und zur Not ohne Druck fertig garen.

Nachfüllen ist nicht möglich, daher ist etwas vorausschauende Planung nötig. Kochgut mit unterschiedlicher Garzeit bringen Sie durch die Stückgröße auf einen Garzeitpunkt. Den Topf zu öffnen und nachzufüllen ist umständlich und macht die Zeitersparnis zunichte, da Sie den Topf erst abkühlen oder abdampfen müssen. Zwischendurch umrühren ist nicht möglich. Dicke, pürierte Suppen können anbrennen.

Gummidichtung und Ventile sind gründlich zu reinigen. Nicht jeder Topf darf in die Spülmaschine und manche brauchen beim Zerlegen und Zusammenbau eine geschickte und geübte Hand. Abhängig von der Intensität der Nutzung ist die Gummidichtung irgendwann zu wechseln. Auch die Gummilippen der Sicherheits- oder Blockierventile bzw. die Ventile selbst gilt es irgendwann zu ersetzen.

Fazit

Kochen im Dampfdrucktopf erhält Vitamine, Mineralstoffe und Aromen besser in den Nahrungsmitteln. Beim Kochen sparen Sie Zeit und Energie. Ein Dampfdrucktopf ist stabil, haltbar und nachhaltig. Ersatzteile erhalten meist für zehn oder noch mehr Jahre Garantie.

Beim Kauf eines Schnellkochtopfes hat es sich bewährt, auf folgende Punkte zu achten:

  • Wählen Sie einen Topf, der die Wärme gut hält und den Sie so für das schonende Nachgaren nutzen können.
  • Die leichte Handhabung des Deckels und der Ventile sowie die Handlichkeit der Griffe spielen eine Rolle bei der Entscheidung.
  • Ein guter Topf sollte eine klare und deutliche Druckanzeige haben, die Garstufen gut einstellen lassen, leicht zu reinigen sein.
  • Auch der Preis für einen Ersatzdichtungsring ist in Erwägung zu ziehen.
  • Es gibt Töpfe mit unterschiedlichen Füllmengen, die Sie je nach Haushaltsgröße auswählen.

Weitere Infos: Stiftung Warentest: Testergebnisse für 10 Schnellkochtöpfe 01/2020