Hauswirtschaft

01.06.2022

Mikrofasertücher – Umgang und Anwendung

Mikrofaser-Reinigungstücher haben in vielen Privathaushalten Fensterleder und Baumwolllappen abgelöst. Während die Tücher vor 40 Jahren nur im Direktvertrieb auf sogenannten „Verkaufspartys“ erhältlich waren, gehören sie inzwischen zum Standardsortiment jedes Supermarkts. Zahlreiche Hersteller bieten Tücher in unterschiedlichen Ausführungen an und versprechen perfekte Sauberkeit und mühelose Reinigung, auch ohne Reinigungsmittel. Was es beim Einsatz zu beachten gilt, erfahren Sie in diesem Text.

Mikrofasertücher – Umgang und Anwendung
Foto: © PhotoSG_AdobeStock.com

Für die Reinigungstücher kommen Polyester- und Polyamid-Mikrofasern zum Einsatz, die zwischen drei und zehn Mikrometer dünn sind, also bis zu siebenmal dünner als menschliches Kopfhaar. Je feiner die verwendeten Fasern, desto größer ist die Oberfläche eines Reinigungstuches.

Scharfkantige Fasern für Schmutz, weiche Tücher für Trocknen und Polieren

Es gibt scharfkantige Fasern, die sich zur Schmutzentfernung auf Oberflächen eignen und weiche Fasern, die den abgelösten Schmutz aufnehmen und ihn in kleinen Hohlräumen zwischen den Fasern festhalten. Flauschige Tücher sind daher gut geeignet zum Trocknen und Polieren. Spültücher wiederum enthalten einen hohen Anteil der scharfkantigen Faser und sind gut geeignet, um angetrocknete Speisereste und fettige Verschmutzungen zu lösen.

Fast alle Mikrofaser-Reinigungstücher eignen sich sowohl für die trockene als auch die feuchte Reinigung. Ist das Tuch allerdings zu nass, entsteht Aquaplaning: Das Tuch gleitet auf einem Wasserfilm über die Oberfläche, die reinigungswirksamen Fasern kommen nicht zum Einsatz.

Wichtig ist, das Tuch beim Reinigungseinsatz nicht einfach nur zusammengeknüllt zu verwenden. Für eine gute Reinigungsleistung falten Sie das Tuch, um möglichst viele der schmutzlösenden und aufnehmenden Fasern einzusetzen.

Welche Oberflächen eignen sich nicht für die Reinigung mit Mikrofaser?

Geölte oder gewachste Holzoberflächen sind nicht für die Reinigung mit Mikrofasertüchern geeignet. Die Fasern entziehen dem Holz das Öl und machen es spröde.

Auch bei sehr empfindlichen Oberflächen, wie Acryl oder Plexiglas, sollten Sie vorsichtig sein. Möglicherweise verursacht hier die Reinigung mit dem Mikrofasertuch Kratzspuren. Das kann sowohl an den scharfkantigen Fasern als auch an winzigen Schmutzpartikeln liegen, die von den Fasern festgehalten werden. Ein Auswaschen des Tuches im klaren Wasser ist dabei nicht ausreichend. Nur durch den Zusatz eines Waschmittels wird der Schmutz gebunden und löst sich aus dem Tuch.

Pflege von Mikrofasertüchern

Vor der ersten Verwendung und nach dem Gebrauch waschen Sie die Mikrofasertücher bei 60 Grad und möglichst nicht zusammen mit anderen Textilien, z.B. aus Baumwolle. Die Mikrofasern ziehen sonst die Flusen der Baumwolle an und halten sie fest. Beim nächsten Einsatz fusseln die sonst fusselfreien Tücher, die Reinigungswirkung lässt nach. Textilien mit Mikrofasern sollten nicht im Schonwaschgang gewaschen werden. Grund: Die feinen Fasern lösen sich dadurch mehr. Da beim Waschen der Mikrofasertücher Mikroplastik aus dem Stoff gelöst werden kann, sollte man die Mikrofasertücher nur in einem Waschbeutel waschen. Dieser kann die losgelösten Mikrofasern auffangen. Mittlerweile gibt es auch spezielle Filter für die Waschmaschine.

Keinesfalls Weichspüler verwenden, da dieser die Fasern verklebt und zerstört. Nur die wenigsten Tücher eignen sich für den Trockner. Da sie die Feuchtigkeit nur festhalten und nicht aufsaugen, trocknen Mikrofasertücher sehr schnell.

Während für die Reinigung hauptsächlich die Faserzusammensetzung wichtig ist, freuen sich Verbraucher*innen über die immer größere Farbauswahl bei den Tüchern. Es mag ein psychologischer Trick sein, vielleicht fällt die Arbeit mit fröhlich bunten Blümchentüchern leichter. Farbige Tücher können Sie einem bestimmten Verwendungszweck zuordnen. In der professionellen Reinigung werden beispielsweise rote Tücher für WC und Urinal, grüne für die Küche, gelbe für Waschbecken und Spiegel und blaue für alle sonstigen Oberflächen im Haushalt verwendet.