Hauswirtschaft

05.02.2024

Pro Umwelt und Geldbeutel: Gefriergeräte regelmäßig reinigen

Entscheidend für die Langlebigkeit und einen niedrigen Energieverbrauch von Gefriergeräten sind die richtige und regelmäßige Reinigung und Pflege. Bei jedem Öffnen der Geräte gelangt warme Luft in den Innenraum, es bildet sich Flüssigkeit, die dann zu Eis gefriert. Wenn sich eine rund drei Millimeter dicke Kruste gebildet hat, ist es höchste Zeit das Gerät abzutauen. Durch die Eisschicht muss das Kühlaggregat mehr leisten, um die Temperatur niedrig zu halten. Dadurch steigt der Stromverbrauch erheblich. Da Gefriergeräte in den meisten Haushalten im Dauerbetrieb laufen, ist das Einsparpotential dementsprechend hoch.

Pro Umwelt und Geldbeutel: Gefriergeräte regelmäßig reinigen© Yakobchuk Olena - stock.adobe.com
Zwei Löffel Natron in einem Liter Wasser aufgelöst, entfernen fettige Rückstände und hemmen Schimmelwachstum

Bei neueren Geräten mit No-Frost-, Low-Frost-, Stop-Frost- oder Smart-Frost-Technologie entfällt die oft als lästig empfundene Arbeit des Auftauens ganz oder ist zumindest seltener notwendig. Die aufwändigere Technik, um Eis- und Reifbildung zu begrenzen, schlägt sich in einem höheren Anschaffungspreis nieder. Die Größe des Innenraums bei gleichen Außenmaßen fällt etwas kleiner aus im Vergleich zu Standard-Gefriergeräten.

Wann ist der geeignete Zeitpunkt fürs Abtauen?

Die Wintermonate eignen sich besonders gut zum Abtauen, da das Gefriergut bei Minusgraden auf Balkon oder Terrasse zwischengelagert vor dem Antauen besser geschützt ist. Spätestens vor der neuen Erntesaison empfiehlt es sich, wieder Platz zu schaffen, die Geräte abzutauen und zu reinigen. Verbrauchen Sie möglichst viele Lagerbestände schon vor der geplanten Aktion.

So gehen Sie praktisch vor

  1. Legen Sie Kühltaschen oder saubere Wäschewannen und Gefrierpads bereit, in die Sie das lose Gefriergut dicht zusammenpacken. Verwenden Sie Zeitungspapier, Decken oder Jacken zum Abdecken und Isolieren.
  2. Schalten Sie das Gerät ab und ziehen, wenn möglich den Netzstecker. Bei Kühl-Gefrier-Kombinationen gibt es oft getrennte Steuerungen, damit der Kühlschrank im Betrieb bleibt. Manche Geräte haben einen Ablauf für das Auftauwasser, dass in einem Behälter bequem aufgefangen wird. 
    Tipp: Wenn sich der Ablauf knapp über der Bodenfläche befindet, empfiehlt sich ein tiefes Backblech zum Auffangen der Schmelzflüssigkeit.
    Räumen Sie das Gerät zügig aus und stellen das Gefriergut abgedeckt und isoliert an einen möglichst kalten Ort.
  3. Legen Sie den Innenraum mit Handtüchern aus, um das Tauwasser aufzusaugen. Durch die warme Raumluft beginnt das Eis zu schmelzen. Das kann unter Umständen sehr lange dauern. Beschleunigen lässt sich der Abtauvorgang mit einem Topf heißen Wassers bei geschlossener Tür. Der Wasserdampf erhöht die Temperatur im Innenraum. Stellen Sie den Topf unbedingt auf eine Unterlage.
    Die beweglichen Teile, Schubladen, Einschübe etc. lassen sich während des Abtauvorgangs schon einmal im Waschbecken reinigen.
    Tipp: Möchten Sie die angetauten Eisflächen auch mechanisch entfernen, benutzen Sie einen Spatel aus Kunststoff oder einen Gummischaber. Auf keinen Fall spitze Gegenständen einsetzen. Bereits kleinste Risse können die Kühlleistung beeinträchtigen oder Schäden verursachen. Beachten Sie die Bedienungsanleitung.
  4. Nachdem das Eis entfernt ist, reinigen Sie den gesamten Innenraum mit einem weichen Lappen und einer milden Spülmittellösung. Verwenden Sie keine kratzenden oder scheuernden Materialien und keine lösungsmittelhaltigen Reiniger, um die Kunststoffflächen nicht zu beschädigen. Zwei Löffel Natron in einem Liter Wasser aufgelöst, entfernen letzte fettige Rückstände und hemmen Schimmelwachstum. In der Bedienungsanleitung finden Sie Reinigungsempfehlungen des Herstellers.
  5. Wichtig ist nach der feuchten Reinigung den Innenraum komplett trocken zu reiben. Jede zurückgebliebene Feuchtigkeit führt zu einer schnellen Wiedervereisung.
  6. Auch die Türdichtungen dürfen gereinigt und gepflegt werden. Mit der Zeit wird Gummi starr, porös und rissig. Durch regelmäßige Pflege erhöht sich die Lebensdauer. Eine intakte Gummidichtung isoliert am besten und hat damit großen Einfluss auf den Energieverbrauch. Prüfen Sie deshalb unbedingt auf Dichtigkeit und Beschädigung. Reinigen Sie die Türdichtung mit klarem Wasser und entfernen Schmutzpartikel auch aus den Lamellen. Anschließend gut trocknen. Geschmeidig halten lässt sich der Gummi mit Talkumpuder, den Sie auf ein Tuch geben und einreiben. Reines Silikonöl eignet sich ebenso. Dabei ist weniger mehr – geben Sie etwas Öl auf einen Lappen.
  7. Scharniere nicht vergessen zu entstauben und eventuell zu fetten. Schließt der Kühlschrank nicht dicht, könnte es auch an den Scharnieren liegen, die nachgestellt werden müssen. Falls zugänglich befreien Sie auch die Rückseite des Gerätes von Staub.
  8. Schalten Sie jetzt das vollkommen ausgetrocknete Gerät wieder ein. Dazu gibt es die Superfrostfunktion oder Schnellgefrierfunktion, die das Innere schneller abkühlt, dadurch aber auch mehr Strom verbraucht. Bestücken Sie das Gerät, sobald die Gefriertemperatur erreicht ist.  Infos dazu finden Sie in der Bedienungsanleitung.
  9. Spätestens jetzt bietet sich die Gelegenheit zum Ausmisten und Aussortieren. Überprüfen Sie die Haltbarkeit der Lebensmittel und sortieren Sie Überlagertes oder nicht einwandfrei Verpacktes aus. Füllen Sie die Lebensmittel, die bald verbraucht werden möchten, übersichtlich in den Vordergrund zusammen in einen Einschub oder Korb.

Weitere Tipps zum Energiesparen

Idealerweise befindet sich Ihr Gerät an einem kühlen Ort und nicht in der Nähe von Heizung, Herd oder Geschirrspüler. Laut Umweltbundesamt kann eine um ein Grad Celsius geringere Raumtemperatur bei Kühlgeräten rund sechs Prozent und bei Gefriergeräten rund drei Prozent Energie einsparen. Die optimale Gefriertemperatur liegt bei – 18 Grad Celsius. Je seltener und kürzer Sie die Türe öffnen, desto niedriger der Stromverbrauch.

Ein übersichtliches Ordnungssystem, fachgerechtes Verpacken und Beschriften der Lebensmittel unterstützen Sie dabei. Lagern Sie nur abgekühlte Lebensmittel ein und benutzen Sie eine Kühltasche beim Transport von Gefrorenem aus dem Supermarkt. So nutzen Sie die Lieferkälte.