Hauswirtschaft

14.10.2022

Rechtzeitig für den Notfall vorsorgen

Ein großflächiger Stromausfall, Überschwemmung, Brand oder sonstige Gefahrenlagen – viele unerwartete Szenarien sind denkbar, durch die Menschen in eine Notsituation geraten können. Ist der Notfall eingetreten, gilt es schnell zu reagieren. Nehmen Sie sich deshalb vorab die Zeit, planen und besprechen Sie in Ruhe gemeinsam in der Familie, um auf alle Fälle vorbereitet zu sein. Was ist im Ernstfall zu tun und welche Dinge sollten griffbereit sein? Wir geben Tipps.

Rechtzeitig für den Notfall vorsorgen
Foto: © David Pereiras - stock.adobe.com

Überlegen Sie zusammen Treffpunkte und Erreichbarkeiten, wenn in einer Notfallsituation nicht alle Mitglieder zu Hause sind und keine Kommunikation möglich ist.

Für Kinder ab zehn Jahren stellt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) altersgerechtes Material zur Verfügung. Kinder lernen mit „Max und Flocke im Helferland“ Gefahrensituationen zu erkennen und Hilfe zu holen.

Notfallrucksack und Dokumentenmappe

Was kommt in einen Notfallrucksack?

  • Ein paar persönliche und der Jahreszeit angepasste Kleidungsstücke
  • Etwas Trinkwasser und Nahrung
  • Medikamente, Material zur Wundversorgung und Hygieneartikel
  • Wichtige Dokumente
  • Eventuell Taschenlampe, Essgeschirr, Thermoskanne, Taschenmesser, Dosenöffner
  • Wolldecke oder Schlafsack

Tipp: Nehmen Sie für jedes Familienmitglied nur so viel, wie in einen Rucksack passt.

Stellen Sie eine Dokumentenmappe griffbereit mit wichtigen Papieren im Original wie Familienurkunden, Sparbuch, Aktien, Wertpapiere, Renten-, Einkommensbescheinigung, Mietvertrag, Zeugnisse, Testament, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Ausweise zusammen. Sichern Sie alles weitere in digitaler Kopie zum Beispiel in einer App wie Adobe Scan, CamScanner, TopScanner etc. oder hinterlegen Sie Kopien bei Verwandten, Freunden, Anwalt oder Notar.

Essen und Trinken bevorraten

Ein Lebensmittel- und Getränkevorrat ist sehr individuell. Diese Tipps helfen bei der Zusammenstellung für einen Vorrat von zehn Tagen:

  • Zwei Liter Flüssigkeit pro Tag und Person
  • 2200 kcal pro Person und Tag aus Lebensmitteln, die Sie essen und vertragen
  • Senioren oder Babys berücksichtigen
  • Hinweise zur Lagerung beachten
  • Haustiere nicht vergessen

Vorrat für eine Person für zehn Tage:

Wasser 20 Liter
Gemüse und Hülsenfrüchte 4 kg
Obst und Nüsse 2,5 kg
Milch und Milchprodukte 2,6 kg
Fisch, Fleisch, Volleipulver 1,5 kg
Fette, Öle 350 g
Je nach Belieben: Schokolade, Nudeln, Instantbrühe, Fertiggerichte etc.  


Bauen Sie den Vorrat in den Speiseplan ein und ersetzen Sie ihn immer wieder. Achten Sie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und den First in – First out-Grundsatz: ältere Lebensmittel zuerst aufbrauchen.

Tipp: Das BBK und weitere Organisationen haben ein Notfallkochbuch „Kochen ohne Strom“ mit gesammelten Rezeptvorschlägen und nützlichen Hintergrundinformationen zur Notfallvorsorge und Katastrophenschutz veröffentlicht. Im Buchhandel erhältlich.

Weitere Informationen im VSB-Ernährungstipp März 2022: Notvorrat

Medikamente für den Notfall

Medizinische Versorgung steht in einer Krisensituation gegebenenfalls nur eingeschränkt zur Verfügung. Diese Dinge gehören in die Hausapotheke:

  • vom Arzt verschriebene Medikamente
  • Erkältungs-, Schmerz- und fiebersenkende Mittel
  • Mittel gegen Durchfall, Übelkeit und Erbrechen
  • Mittel gegen Insektenstiche
  • Elektrolyte bei Durchfallerkrankungen
  • Fieberthermometer, Pinzette
  • Haut-, und Wunddesinfektionsmittel
  • Verbandsmaterial: Mullkompresse, Verbandschere, Pflaster und Binden, Dreiecktuch
    entsprechend einem DIN 13164-Verbandkasten

Tipp: Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Hausapotheke nach Vollständigkeit und Verfallsdatum.

Hygienevorrat

Auch bei Wasserknappheit ist ausreichende Hygiene wichtig, um Seuchen und Krankheiten vorzubeugen. Sollte die Wasserversorgung ausfallen, möglichst vorab noch Wasser in allen größeren Gefäßen sammeln. Halten Sie genügend Seife, Waschmittel, Zahnpasta, Feuchttücher, Desinfektionstücher, Toilettenpapier im Vorrat. Hilfreich sind weiterhin Haushaltspapier, Müllbeutel, Haushaltshandschuhe, Desinfektionsmittel und Hygieneartikel (Artikel für Monatshygiene, Windeln etc.).

Informiert trotz Stromausfall

Ein vom Strom unabhängig funktionierendes Radio (mit Batterien oder Kurbelradio) kann Sie auf dem Laufenden halten. Haben Sie Taschenlampe und Ersatzbatterien zu Hause? Kerzen, Teelichter, Streichhölzer oder Feuerzeug? Campingkocher? Auch an einen Feuerlöscher und Branddecke denken.

Hilfe leisten im Notfall

Europaweit gilt die kostenfreie Nummer 112 für den Notruf – Feuerwehr und Rettungsdienst sind so erreichbar, auch über das Mobiltelefon.

In einem Notfall verhalten Sie sich so richtig:

  • Schadensstelle absichern
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen leisten
  • Notruf absetzen und folgende Hinweise geben:
    Wer ruft an?
    Wo ist etwas geschehen?
    Was ist geschehen?
    Wie viele Verletzte?
    Warten auf Rückfragen!
Tipp:

Viele Organisationen bieten Erste-Hilfe-Kurse an – bringen Sie Ihre Kenntnisse auf den neuesten Stand, um im Notfall lebensrettende Maßnahmen durchführen zu können.

Warnapp NINA (Notfall-Informations-Nachrichten-APP)

warnt deutschlandweit vor Gefahren wie Hochwasser, Unwetter, Großgefahrenlagen und ist kostenlos verfügbar.

Ratgeber des BBK

Das BBK - Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe - stellt einen Ratgeber und hilfreiche Checklisten sowohl in schriftlicher als auch digitaler Form zur Verfügung: BBK-Ratgeber

Weitere Informationen 

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe