Hauswirtschaft

05.01.2023

Sparen beim Lebensmitteleinkauf

Die Preise für Lebensmittel sind in den vergangenen Monaten stark angestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts legten sie im Vorjahresvergleich um rund 18,7 Prozent zu. Es sind zwar nicht alle Nahrungsmittel gleichermaßen betroffen, dennoch belastet der Lebensmitteleinkauf die Haushaltskasse ungewöhnlich stark. Mit einigen Tipps gelingt es, die Ausgaben in den Griff zu bekommen und das Haushaltsbudget zu entlasten.

Sparen beim Lebensmitteleinkauf
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Speiseplan erstellen

Nehmen Sie sich Zeit und planen Sie für ein bis zwei Wochen für jeden Tag zumindest das Hauptgericht. Beziehen Sie dabei auch alle Haushaltsmitglieder und deren Essenswünsche mit ein. Erstellen Sie anhand der Rezepte zugleich den Einkaufszettel mit Mengenangabe. Berücksichtigen Sie dabei die Anzahl der Personen und die Frage, ob Essen auch noch mitgenommen werden soll. Auch Restetage bewusst mit einplanen. Je weniger Lebensmittel Sie entsorgen, desto mehr Geld sparen Sie. Mit einem Wochenspeiseplan lassen sich Einkäufe besser planen und kostspielige Spontaneinkäufe sowie der Kauf von unnötigen Lebensmitteln vermeiden.

Nur mit Einkaufsliste zum Supermarkt

Wer mit einem Einkaufszettel zum Einkaufen geht und sich auch streng an diesen hält, kauft nicht mehr als tatsächlich benötigt. Es ist auch ein gutes Mittel gegen die Tricks der Supermärkte, den Käufer mit geschickter Platzierung und ansprechender Werbung zu Impulskäufen anzuregen, denn bis zu 50 Prozent machen diese Spontankäufe aus. Mengenrabatte für Großpackungen sind nur dann preiswert, wenn Sie die Mengen auch tatsächlich verbrauchen. Zunächst zahlen Sie mehr und im schlimmsten Fall landen die Lebensmittel auf dem Müll.

Tipp: Gehen Sie nie hungrig zum Einkaufen, hungrige Menschen kaufen mehr als erforderlich.

Sonderangebote nutzen

Viele Märkte verkaufen ihre Produkte in regelmäßigen Abständen besonders günstig und kündigen dies in ihren Prospekten an. Wer diese Angebote bewusst nutzt, spart Geld.

Auch Brot- und Backwaren vom Vortag gibt es preiswert und die Lebensmittel weisen häufig keine markante, qualitative Verschlechterung auf.

Mit Hilfe von Apps können Verbraucher*innen herausfinden, welcher Händler in der Nähe die Produkte besonders günstig anbietet. Zu bedenken ist jedoch, dass Sonderangebote von Markenprodukten meist immer noch teurer als Eigenmarken in oft ebenso guter Qualität sind.

Sehr verlockend sind Bonusprogramme. Hierbei sammeln Kund*innen Punkte beim Einkauf und profitiert dann später in Form von Rabatten, Prämien oder erhalten einen Teil des Kaufpreises als Guthaben zurück. Um einen nennenswerten Betrag einzusparen, müssen Verbraucher*innen über einen sehr langen Zeitraum aktiv sein, von einem Händler zum anderen gehen und es verleitet zudem, Dinge zu kaufen, die wir gar nicht benötigen. Die Vergünstigungen zahlen Sie mit Ihren persönlichen Daten, die Sie schon beim Anlegen des Kundenkontos preisgeben.

Grundpreise vergleichen

Um Preise wirklich vergleichen zu können, spielt der Grundpreis eine wichtige Rolle. Dieser wird je Kilogramm oder 100 Gramm des jeweiligen Produktes angegeben. Die Füllmengen sind oft bei gleichen Packungsgrößen und Preisen sehr unterschiedlich. Mogelpackungen bieten weniger Inhalt, der Preis hat sich in Relation zur Menge jedoch nicht verringert. Vorsicht ist auch bei Großpackungen geboten, beim Vergleich anhand des Grundpreises stellt sich manches Sonderangebot dann doch als relativ teures Produkt heraus. Auch bei abgepackter Wurst oder Käse lohnt es sich, den Grundpreis mit der Ware an der Frischetheke zu vergleichen, denn oft sind die abgepackten Produkte günstiger.

Ein Blick in die unteren Regale lohnt sich

Eigenmarken und günstige Produkte werden nicht auf Augenhöhe platziert, sondern in die unteren Regalfächer eingeräumt. Um Geld zu sparen, lohnt sich ein Blick nach unten, denn im direkten Blickfeld stehen meist die teuren Markenprodukte.

Saisonales Obst und Gemüse bevorzugen

Obst und Gemüse der Saison und aus der Region sind in der Regel günstiger als sogenannte Flugware, die einen weiten Transportweg hinter sich hat. Eingelagerte Kartoffeln, Äpfel und Kohlgemüse eignet sich auch im Winter für eine ausgewogene und schmackhafte Ernährung. Wer direkt beim Erzeuger oder auf dem Wochenmarkt kauft, spart mitunter.

Fast abgelaufene Lebensmittel kaufen

Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald abgelaufen ist, werden in der Auslage besonders gekennzeichnet und verbilligt angeboten. Besonders, wenn Sie diese Produkte zeitnah verarbeiten, sind diese Angebote eine preiswerte Alternative.

Too Good To Go ist eine kostenlose App, die Kunden mit Restaurants und Geschäften verbindet, die unverkaufte, überschüssige Lebensmittel haben und diese zu einem vergünstigten Preis an Selbstabholer verkauft. Was Interessierte im Einzelnen erhalten, ist jedoch eine Überraschung.

Selbst kochen statt Fertigprodukte kaufen

Wer vorgeschnittenen Salat oder Fertiggerichte kauft, spart eventuell Zeit, muss dafür aber mehr zahlen. Den küchentechnischen Service lassen sich die Anbieter teuer vergüten. Günstiger und meist auch gesünder ist es, die Gerichte selbst herzustellen.

Aufbereitete Trend-Produkte kosten deutlich mehr als das ursprüngliche Grundnahrungsmittel, wie zum Beispiel Linsen, die als Chips angeboten werden.

Öl sparsam verwenden

Gerade Sonnenblumenöl hatte einen enormen Preisanstieg erfahren. Als Alternative ersetzt Rapsöl das teure Sonnenblumenöl. Beim Braten kann Öl sehr sparsam verwendet werden, hilfreich sind hierbei beschichtete Pfannen.

Wasser aus der Leitung statt aus der Flasche

Leitungswasser als Alternative zum Mineralwasser spart Geld und schützt die Umwelt. Trinkwasser wird streng kontrolliert, wer dennoch Bedenken hat, kann sich beim Trinkwasserversorger über die Qualität informieren. Mit einem Sodawasser- Bereiter wird aus Leitungswasser Sprudelwasser.

Mitnehmen statt kaufen

Kaffee und Brötchen für unterwegs zu Hause zubereiten und umweltschonend verpackt mitnehmen, schont die Haushaltskasse. Zudem können Sie das Sandwich mit den Zutaten belegen, die Ihnen am besten schmecken und ist häufig auch gesünder.

Ausgaben überblicken

Das Haushaltsbuch ist eine gute Methode, sich einen Überblick über die eigenen Ausgaben zu verschaffen und Schlussfolgerungen daraus zu ziehen, ob es noch Einsparpotenziale gibt.

Mit einem Haushaltsplaner auf dem Smartphone oder dem Rechner ist das besonders einfach umzusetzen. Unsere kostenlose und werbefreie App VSB Haushaltsplaner finden Sie im Google Play Store, bzw. im Apple App Store. Zusätzlich gibt es separat den VSB Taschengeldplaner (Googel Play Store) für Kinder und Jugendliche.

 

Quellen:

Verbraucherzentrale Hamburg

https://www.swrfernsehen.de/kaffee-oder-tee/ratgeber/geld-sparen-beim-einkauf-100.html

https://www.mdr.de/brisant/ratgeber/sparen-einkaufen-108.html