Hauswirtschaft

02.02.2022

Staub – so kriegen Sie die Partikel in den Griff

Staub findet sich überall in der Luft und lässt sich auch in den eigenen vier Wänden nicht vermeiden. Durch geöffnete Fenster oder Türen und mit den Schuhen tragen wir kleinste Partikel in die Wohnräume. In Teppichen, Polstern und Betten sammeln sich abgestorbene Hautschuppen, Haare sowie der sogenannte Textilabrieb. Ist das gefährlich? Wie vermeiden wir Staub und rücken diesem sinnvoll zu Leibe? Lesen Sie nach.

Staub – so kriegen Sie die Partikel in den Griff
Foto: © ronstik - stock.adobe.com

Durchschnittlich bilden sich täglich rund sechs Milligramm Staub pro Quadratmeter. Die Zusammensetzung des Hausstaubs hängt von den unterschiedlichen Lebensbedingungen ab – zum Beispiel dem Halten von Haustieren. In Staub kann vieles enthalten sein: Stofffasern, Fussel, Pflanzenpartikel, Haare, Hautschuppen, Feinstaub, Bakterien, Hausstaubmilben und deren Ausscheidungen, Viren, Schimmelpilze, Schadstoffe (z. B. Weichmacher von Teppichen), Gesteinskörnchen, Straßenabrieb.

Ist Staub gefährlich?

Gefahren entstehen für Menschen, die an Asthma oder einer Hausstauballergie leiden. Bestandteile wie Schimmelsporen oder Ausscheidungen von Milben beeinträchtigen sie.

Menschen mit Allergien und Asthma verwenden am besten Staubsauger mit hohem Staubrückhaltevermögen und speziellen Feinstaubfiltern. Teppiche haben eine höhere Staubbindekapazität als beispielsweise Holz. Dennoch ist ein glatter Boden nicht immer von Vorteil. Durch die glatte Oberfläche wirbeln die Partikel schneller auf und gelangen so auch in die Atemluft.  
Weitere Infos: Deutscher Allergie-und Asthmabund: Hausstaubmilben (daab.de) und Hygiene im Bett - VerbraucherService Bayern

Schadstoffe aus der Luft können sich an Staubpartikel binden. Diese werden sowohl von draußen eingetragen oder stammen von innen. Hausstaub gibt Hinweise, wie belastet die Innenraumluft ist. Beispielsweise lassen sich Holzschutzmittel, Weichmacher, Flammschutzmittel, Biozide und Schwermetalle nachweisen.

Tipps für ein gemütliches Zuhause: www.verbraucherservice-bayern.de/themen/umwelt/so-mache-ich-es-mir-zuhause-nachhaltig-gemuetlich

Tipp: Fußmatten verwenden und Schuhe gründlich vor Betreten der Wohnung abputzen.

Staub vermeiden – so geht’s

Senken Sie die Raumtemperatur, wo es möglich ist. Ideal ist eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent. Hausstaubmilben fühlen sich besonders ab einer Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent wohl. Nahrung finden sie in Form von Staub bzw. menschlichen Hautpartikeln vor allem in Matratzen, Oberbetten und Polstermöbeln, wo es feucht und warm ist.
Tipp: Bettwäsche regelmäßig wechseln und waschen, auslüften und draußen ausschütteln.

Richtiges Lüften und Luftfeuchtigkeit

In unbelüfteten Räumen an Stellen mit geringer Luftzirkulation und bei einem trockenen Raumklima sammelt sich mehr Staub an. Mit ausreichender Luftfeuchtigkeit im Raum (40 bis 60 Prozent) beugen Sie einer schnellen Ausbreitung vor. Der Staub wird schneller gebunden.
Stellen Sie im Winter bei trockener Heizungsluft Wasserbehälter auf die Heizkörper, durch die Verdunstung steigt die Luftfeuchtigkeit im Raum. Stoß- und Querlüften (Fenster weit offen) trägt zu einem besseren Raumklima bei. Hier sparen Sie Energie in der kalten Jahreszeit. Durch ständiges Kippen der Fenster sammelt sich viel mehr Staub an – im Frühjahr zudem Pollen, die für Allergiker problematisch sein können. Der Luftaustausch trägt mehr Staub aus der Wohnung hinaus als hinein. Für ein durchschnittlich großes Zimmer sind vier bis sechs Minuten notwendig, um die Luft komplett zu tauschen. Auch beim Staubwischen, Saugen und Betten machen empfiehlt es sich, die Fenster zu öffnen.
Weitere Infos: www.umweltbundesamt.de/themen/lueften-ist-das-beste-mittel-gegen-staub

Zur Optimierung des Raumklimas eignen sich zudem Luftbefeuchter (Stiftung Warentest 12/2019) und Pflanzen. Trotzdem ist Lüften wichtig. Vorsicht Allergiker: Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto höher gegebenenfalls die Milbenkonzentration.

Elektrostatische Oberflächen ziehen Staub besonders an. Dazu zählen Computer, Fernseher, Bildschirme und Flächen aus Kunststoffen. Staub sammelt sich in den Lüftungsschlitzen der Geräte an und kann zur Überhitzung führen. Wischt man mit einem trockenen Tuch darüber, setzt sich der Staub innerhalb kürzester Zeit wieder auf den Flächen ab. Mit Hilfe eines Antistatik-Sprays neutralisieren sich kleine Überladungen. Der eingeschränkte Nutzen dieser Sprays und das Risiko einer Beeinträchtigung der behandelten Oberflächen (nicht auf Bildschirmen anwenden!) lohnt den Aufwand nicht. Regelmäßiges Staubwischen mit einem nebelfeuchten Tuch ohne viel Staub aufzuwirbeln, bewährt sich am besten.

Staubfänger reduzieren

Staub fängt sich in Decken, Kissen, Kuscheltieren, Gardinen, Polstermöbeln und ähnlichen Materialien. Schütteln Sie Decken und Kissen regelmäßig im Freien aus oder saugen Sie die Textilien mit einer geeigneten Düse ab. So verhindern Sie, dass sich größere Mengen Staub in den Stoffen sammeln und immer wieder aufgewirbelt werden. Möbel mit klaren Linien, glatter Oberfläche und Optik sind leichter zu entstauben, weil sich hier weniger Angriffsfläche bietet. In vollgestellten Räumen und offenen Regalen lässt sich Staub schlechter entfernen und bleibt oft in Flocken oder dünnen Schichten liegen. Ungebrauchte und schwer zu reinigende Gegenstände im Haus sind regelrechte Staubsammelstellen. Vermeiden Sie zu viele Einrichtungsgegenstände und Dekomaterialien, schaffen Sie große Flächen zum Abwischen, verlegen Sie frei liegende Kabel in Kabelläufen.
Tipp:  Ist die Wohnung gut aufgeräumt, lässt sich der Staub leichter entfernen.

Staub wirkungsvoll entfernen

Das Saugen wirbelt den am Fußboden oder auf dem Teppich liegenden Staub auf, anschließend legt er sich auf den Oberflächen wieder ab. Deshalb empfiehlt es sich erst zu saugen und dann zu wischen, um doppelte Arbeit zu sparen.
Tipp: Regelmäßig saugen und den Staubfilter wechseln, um die Funktionsfähigkeit des Staubsaugers und eine verminderte Staubkonzentration in der Luft zu gewährleisten.

Welche Staubtücher? Wer die Wahl hat, hat die Qual

Leicht angefeuchtete (nebelfeucht) Tücher binden die Staubpartikel hervorragend und entfernen die Flecken gleich mit, allerdings kann sich auch ein Schmierfilm bilden und Sie müssen hinterherwischen. Zu viel Nässe ist für viele Oberflächen schädlich und es kann zu Wasserflecken kommen. Trockene Mikrofasertücher laden sich durch Reibung an der Oberfläche statisch auf und schließen die feinen Partikel in ihre Hohlräume ein und halten den Staub regelrecht fest. Mikrofasertücher sind strapazierfähig, häufig waschbar und langlebig.  Allerdings können sich bei diesen Tüchern Mikrofasern in der Waschmaschine lösen und so in die Umwelt gelangen. Durch ihre leicht raue Oberfläche sind nicht alle für die Reinigung empfindlicher oder hochglänzender Oberflächen geeignet. Feinste Schleifspuren können entstehen. Für empfindliche Oberflächen empfehlen sich weiche Tücher. Staubtücher aus Baumwolle schieben den Staub jedoch eher vor sich her. Staubanziehende, synthetische Einwegtücher sind je nach Staubanfall auch mehrmals nutzbar. Am nachhaltigsten sind waschbare, wiederverwendbare Tücher. Staubwedel haben einen sehr hohen Materialverbrauch, auch wenn Sie waschbare Wedel mehrfach nutzen (Stiftung Warentest 04/2021).
Tipp: Beim Staubwischen immer oben anfangen und sich nach unten vorarbeiten, von hinten nach vorne und von innen nach außen wischen.

Kleinere Gegenstände, Dekomaterial etc. vorsichtig mit einem Pinsel vom Staub befreien.

Größere Gegenstände, Polster, Matratzen, Vorhänge, etc. lassen sich mit Staubsauger und Zubehör entstauben. Waschbare Vorhänge und Textilien hin und wieder waschen, dabei auf das Waschetikett achten.
Tipp: Einfache Stoffhandschuhe sind bei empfindlichen Oberflächen von Nutzen – wie Leuchter, Lampen oder Glasfiguren. Lamellenjalousien lassen sich mit einem ausrangierten, über die Hand gestülpten Socken entstauben, Fliegengitter und Lampenschirme mit der Fusselbürste.

Heizkörper: Im Winter vermindert die Staubschicht die Effizienz des Heizkörpers, was sich auch in höheren Heizkosten bemerkbar macht. Beim Rippenheizkörper rücken Sie dem groben, losen Schmutz mit Hilfe des Staubsaugers zu Leibe. Danach helfen spezielle (doppelte) Heizkörperbürsten für alle Zwischenräume oder ein weiches Tuch mit Hilfe eines Stabes. Befeuchten Sie die Heizungsbürste oder das Tuch mit Wasser und etwas Spülmittel. Die Innen- und Außenseiten der Rippen mit einem feuchten Tuch abwischen und nachtrocken.
Tipp: Pusten Sie losen Staub mit einem Föhn aus der Heizung hinaus. Legen Sie ein feuchtes Tuch unter den Heizkörper und blasen Sie nur von oben, damit sich der Staub nicht im ganzen Zimmer verteilt. Schützen Sie sich dabei mit einer gut sitzenden FFP2-Maske. So atmen Sie den aufgewirbelten Staub nicht ein.