Hauswirtschaft

24.07.2014, Wertstoff oder Restmüll?

VSB fordert einheitliche Wertstofftonne

Restmüll oder Wertstoff? Bei Kunststoffartikeln ist die Art der Entsorgung für Verbraucher nicht immer eindeutig. Die Einführung einer bundesweiten Wertstofftonne könnte in Zukunft die Trennung vereinfachen und mehr Stoffe der Wiederverwertung zuführen.

Dem Beschluss des Bundesrates über die Änderungen der Verpackungsverordnung am 11. Juli 2014 kann nun ein neues Wertstoffgesetz folgen. Dieses soll die Wertstoffsammlung bundesweit vereinfachen und die Wiederverwertungsquote erhöhen. Egal ob Verpackung oder Gebrauchsgegenstand, stoffgleicher Abfall soll zukünftig gemeinsam gesammelt und der Wiederverwertung zugeführt werden.

Der VerbraucherService Bayern im KDFB e. V. fordert Bundesumweltministerin Barbara Hendricks auf, mit ihrem Entwurf zum Wertstoffgesetz baldmöglichst eine verbraucher- und umweltfreundliche Lösung zu schaffen.

Neben der Steigerung der Wiederverwertungsquote ist es wichtig, ein transparentes Finanzierungsmodell zu schaffen, das die Müllgebühren, die Kosten der Entsorgung sowie die Gewinne aus der Wertstoffverwertung berücksichtigt.

Gleiches Material, anderer Entsorgungsweg
Bei Plastikschalen von Obst und Gemüse ist es klar – sie gehören in den Gelben Sack bzw. in die Gelbe Tonne. Doch wie sieht es mit Blumentöpfen, Kleiderbügeln und anderen Gebrauchsgegenständen aus Kunststoff aus? Diese Produkte gehören in der Regel in den Restmüll, obwohl auch sie recycelt werden könnten.

Grund ist die Finanzierung der Entsorgung: Denn für das Recycling von Verpackungen muss der Hersteller zahlen, das heißt Recyclingunternehmen bekommen auch nur für Verpackungen Geld. Gebrauchsgegenstände dagegen gelten als Abfall, der in Privathaushalten anfällt, dementsprechend zahlen Verbraucher die Entsorgungskosten über ihre Müllgebühren.

Wertstofftonnen bald bundesweit?
In einigen Städten wie z.B. Berlin, Hamburg und Bielefeld wurde sie bereits eingeführt: Die Gelbe Tonne Plus. Darin landen nicht nur Verpackungen sondern auch Gebrauchsgegenstände, die aus denselben Materialien bestehen. Plastikprodukte wie Zahnbürsten, Blumentöpfen, Eimer, Bausteine aber auch Metallteile wie Besteck oder Kochtöpfe werden so zusammen mit Verpackungen eingesammelt und der Wiederverwertung zugeführt.

Einfachere Sammlung, höhere Recyclingquote
Die anstehenden Änderungen sollen die Mülltrennung für Verbraucher vereinfachen und die Akzeptanz erhöhen. Zudem sollen mehr recycelbare Stoffe gesammelt und wiederverwertet werden. Es wird erwartet, dass pro Einwohner jährlich sieben Kilogramm mehr wiederverwertbarer Müll gesammelt werden, das macht deutschlandweit eine zusätzliche Menge von 570.000 Tonnen im Jahr.

Informationen im Internet:
Tagesschau: Wer profitiert von der Wertstofftonne?
Umweltbundesamt: Kommt demnächst die bundesweite Wertstofftonne?

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