Hauswirtschaft

09.10.2019, Ernährungstrend

Was ist eigentlich Clean Eating?

Ernährungstrend Clean Eating – was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Nur ein Hype oder wirklich sinnvoll? Clean Eating heißt in der Übersetzung reines Essen. Doch was ist damit gemeint? Gut gewaschen oder rein von Zucker, Mehl oder Giftstoffen?

Was ist eigentlich Clean Eating?
Foto: © lenets_tan - Fotolia.com

Grundgedanke beim Clean Eating ist es, möglichst natürliche Zutaten zu bevorzugen. Es wird frisch, gesund und selbst gekocht, fertig hergestellte Lebensmittel werden vermieden. Saisonales und Regionales in Bio Qualität wird nach Möglichkeit in den Vordergrund gestellt. Das Essen soll naturbelassen bleiben – unverarbeitete, natürliche Rohstoffe wie Gemüse, Obst, Salat, Fleisch, Fisch und Vollkornprodukte sollen auf den Tisch. 

Somit hat der Grundgedanke Ähnlichkeit mit dem der Vollwert-Ernährung, die ihren Schwerpunkt auch auf naturbelassene frische Produkte legt.
Meist umfasst Clean Eating jedoch mehr als die Ernährung. Für viele bedeutet es ein kompletter Lebensstil, zu dem unter anderem auch Yoga und Sport gehören.

Wer das Konzept konsequent umsetzt, verzichtet automatisch auf synthetische Zusatzstoffe, Süßstoffe, Zucker, Farb- und Aromastoffe, Geschmacksverstärker, ungesunde Transfette und andere unerwünschte Stoffe in verarbeiteten Lebensmitteln. Dabei gilt der Grundsatz, dass die kürzeste Zutatenliste die Beste ist. Beliebte Fastfood-Gerichte, die Snacks um die Ecke oder Fertiggerichte aus dem Supermarkt sind meist gänzlich tabu. Auch industriell verarbeitete Produkte wie Weißmehlbrötchen oder Wurst (außer sie kommt vom Metzger) werden gemieden.

Wie einfach ist das?

Da dies für viele Menschen kaum umzusetzen ist, gibt es auch gemäßigtere Empfehlungen, die besser in den Alltag passen. Dazu zählt beispielsweise der Bioladen um die Ecke, der ein vollwertiges Mittagsmenü anbietet oder auch ein gemeinsames Mittagessen in der Teeküche, welches schnell selbst zubereitet ist. Immer gilt jedoch: Stark reduziert oder möglichst ganz weggelassen werden weißes Mehl, Zucker, Salz, und auch tierische Fette.

Ein gutes Konzept, doch muss kritisch gesehen werden, dass viele exotische Superfoods auf dem Speiseplan stehen: Avocado, Chiasamen, Matcha, Goji-Beeren, Tempeh, Miso, Soja oder Quinoa.Diese sind zum einen relativ teuer und haben zum anderen aufgrund ihrer weiten Transportwege eine schlechte Klimabilanz. Deshalb empfiehlt es sich, verstärkt heimische Sorten wie Leinsamen, Nüsse, Heidelbeeren, Buchweizen, Grünkohl oder Kefir zu bevorzugen.

Die Regeln von Clean Eating:

  • Mit dem Frühstück beginnt jeder Tag
  • Drei Liter über den Tag verteilt trinken (üblicherweise werden etwa 1,5 Liter pro Tag empfohlen)
  • Gemüse und Obst dürfen es reichlich sein
  • Fertiggerichte, Junk- oder Fast Food sind tabu
  • Vermeide Lebensmittel mit Weißmehl und Zucker
  • Softdrinks und gesüßte Getränke werden gemieden
  • Keine künstlichen Zusatzstoffe
  • Bereite dein Essen vor und nimm es mit zum Job
  • Kombiniere komplexe Kohlenhydrate und fettarmes Eiweiß z.B. Kartoffeln mit Kräuterquark
  • Alkohol nur in Ausnahmefällen

Tipps zur Umsetzung im Arbeitsalltag

  • Den Speiseplan nicht sofort komplett umstellen, sondern langsam zum Beispiel jede Woche eine Änderung einführen, wie Vollkornbrot anstelle von Mischbrot
  • Mit Einkaufszettel einkaufen gehen und vorkochen, falls mal wenig Zeit zum Kochen bleibt
  • Geregelter Ess-Rhythmus: Mahlzeiten gut über den Tag verteilen (Frühstücken, Mittagessen, eventuell Zwischenmahlzeit und Abendessen)
  • Überlege welches ursprüngliche Nahrungsmittel hinter dem Industriell verarbeiteten Produkt steckt und mach einen z.B. fertigen Vanille-Milchshake selber
  • Vorsicht bei Kantinen, diese verwenden oft viele Fertigprodukte. Kochen Sie am Vorabend mehr und nehmen Sie die Reste mit zur Arbeit
  • Packen Sie sich für den Snack zwischen durch rohes Gemüse, Obst und Nüsse ein

Positive Aspekte von Clean Eating

Clean Eating ist einfach in der Umsetzung (kein Kalorienzählen, kein Punkte zählen) und somit für jedes Alter, für jedes Bedürfnis und auch für jeden Geldbeutel umsetzbar. Der Blick und das Verständnis für gute Lebensmittel werden gefördert.

Oft beschriebene gesundheitliche Effekte sind z.B. reinere Haut, kein Hungergefühl, mehr Energie im Alltag und beim Sport oder auch ein gestärktes Immunsystem. Allerdings fehlt dafür die wissenschaftliche Bestätigung.

Fazit: Clean Eating spiegelt eine vollwertige Ernährung wieder, die empfehlenswert und für alle geeignet ist, die sich frischer, saisonaler und gesünder ernähren möchten.

 

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