Hauswirtschaft

01.07.2022

Welcher Wasserkocher passt zu mir?

Der Wasserkocher liefert schnell, bequem und energiesparend heißes Wasser für den Haushalt. Im Vergleich zur Mikrowelle oder den gängigen Herdplatten erhitzen diese Geräte das Wasser deutlich schneller. Damit sparen Verbraucher*innen nicht nur Zeit, sondern auch Geld und Energie. Die Auswahl an verschiedenen Modellen unterschiedlicher Preis- und Qualitätsklassen ist groß. Auf was es beim Kauf zu achten gilt, wie Sie den Wasserkocher richtig pflegen, welche Sicherheitskriterien es gibt und welche Extras Sinn machen, lesen Sie hier.

Welcher Wasserkocher passt zu mir?
Foto: © Petro - stock.adobe.com

Ein kabelloser Wasserkocher besteht aus drei Elementen: Einer Basisstation mit Netzkabel, die für die Stromversorgung zuständig ist, dem Heizelement und dem abnehmbaren Wasserbehälter. Kabelgebundene Wasserkocher sind vor allem als Reisewasserkocher oder Campingkocher erhältlich. Hier ist die Kanne fest mit dem Kabel verbunden.

Zu unterscheiden sind Geräte mit offenen und verdeckten Heizstäben. Die meisten modernen Wasserkocher sind mit einem verdeckten Heizelement ausgestattet. Sie lassen sich besser reinigen und sind weniger anfällig gegen Kalkablagerungen. Offene Heizelemente kommen in direktem Kontakt mit dem Wasser und sind deshalb häufiger zu entkalken. Die Geräte sind meist preisgünstiger und in der Geräuschentwicklung ärmer.

Glas, Kunststoff, Keramik oder Edelstahl?

Wasserkocher sind in Glas-, Kunststoff-, Keramik- oder Edelstahlausführung erhältlich. Geräte aus Glas oder Edelstahl sind in der Regel etwas teurer, dafür gelten sie gesundheitlich als unbedenklich. Einige Kunststoffbehälter geben beim Erhitzen einen unangenehmen Geschmack an das Wasser ab. Achten Sie beim Kauf, dass das Material kein Bisphenol A (BPA) enthält. Bisphenol A dient dazu Kunststoff härter und langlebiger zu machen, löst sich aber unter Umständen bei Hitze und gelangt ins Wasser. Das Kunststoffmaterial kann mit der Zeit feine Risse aufweisen, in denen Kalk und Bakterien einen Nährboden finden. Wasserkocher aus Plastik leiten im Vergleich zu den anderen Materialien aber wenig Wärme nach außen und sind daher oft effizienter. Allerdings entsteht mit jedem Kunststoffwasserkocher irgendwann nicht abbaubarer Plastikmüll. Höher ist der Energieverlust bei Wasserkochern aus Edelstahl, da sie zusätzlich Energie für das Erhitzen des Metalls verbrauchen, doch gelten sie als besonders langlebig. Glas- und Keramikkocher sind geschmacksneutral, zerbrechen aber leichter.

Fassungsvermögen, Leistungsstärke, Label

Das Fassungsvermögen der Wasserbehälter reicht von 0,5 bis 2,5 Liter. Die Leistungsaufnahme rangiert meistens zwischen 600 und 3000 Watt. Je höher die Wattzahl desto mehr Strom verbraucht das Gerät. Allerdings benötigt ein leistungsstarker Kocher oft nicht mehr Strom, da sich die Dauer bis zum Siedepunkt reduziert. Für den Hausgebrauch und einer Füllmenge bis zwei Liter reichen 2000-2400 Watt aus. Damit erhitzt sich das Wasser innerhalb von zwei bis drei Minuten. Wenn nur wenig Wasser, wie beispielsweise in einem Campingkocher erwärmt werden soll, reicht eine geringe Wattzahl aus.

Für Wasserkocher gibt es kein EU-Energielabel, welches die Suche nach einem sparsamen Gerät erleichtert. Allerdings bietet die Kennzeichnung „Blauer Engel“ einen Anhaltspunkt. Geräte zeichnen sich damit als langlebig, schadstoffarm und energieeffizient aus (mind. 85 Wirkungsgrad). Weitere Infos beim Wasserkocher-Test von Ökotest.

Tipp: Erwärmen Sie immer nur so viel Wasser, wie Sie tatsächlich benötigen.

So pflegen Sie ihren Wasserkocher

Für das Gehäuse eignet sich ein feuchtes, fusselfreies Tuch. Je höher die örtliche Wasserhärte und damit der Kalkgehalt des Wassers, desto öfter ist eine Entkalkung nötig. Wer den Wasserkocher regelmäßig entkalkt, spart damit Energie und erhöht die Lebensdauer des Gerätes. Im Handel gibt es spezielle Entkalkungsmittel. Bewährt hat sich auch Zitronensäure oder Essig, damit vermeiden Sie chemische Rückstände: In einen Liter kaltes Wasser etwas Zitronensäure oder Essig geben, einige Zeit einwirken lassen, bis sich der Kalk gelöst hat. Anschließend gründlich ausspülen. Entfernen Sie die äußeren Kalkränder mit Hilfe eines mit Essig oder Zitronensäure befeuchteten Tuchs.

Tipp: Zum Schutz vor der Ausdünstung beim Entkalken empfiehlt sich, eine FFP2-Maske zu tragen.

Diese Sicherheitskriterien sind wichtig

  • Automatische Abschaltung / Überhitzungsschutz: Der Kocher schaltet bei einer gewünschten Temperatur mithilfe eines Temperaturfühlers ab. Dadurch wird verhindert, dass sich das Material zu stark erhitzt und das Gerät unnötig Strom verbraucht.
  • Trockengehschutz: Ist kein Wasser im Gefäß oder unterhalb des Minimums, löst sich diese Sicherheitsfunktion aus, damit keine Schäden am Gerät entstehen und keine Brandgefahr besteht.
  • Ein- Ausschalter bzw. manuelle Abschaltmöglichkeit: Manche Wasserkocher beginnen den Kochvorgang schon durch Verbinden mit der Steckdose. Sinnvoller ist ein Ein-/Ausschalter, der erst zu aktivieren ist, bzw. durch welchen sich der Kochvorgang manuell unterbrechen lässt.
  • Deckelverrieglung: Wasserkocher, die sich nur auf Knopfdruck öffnen, besitzen eine Sicherheitsverriegelung. Beim Kippen des Behälters bleibt der Deckel geschlossen, was der Verletzungsgefahr mit kochendem Wasser vorbeugt.
  • Kabellose Kanne und 360 Grad Sockel: Hierbei können Sie den Behälter aus jeder Richtung aufsetzen und abnehmen.
  • Prüfsiegel: Achten Sie auf des CE-Zeichen, zusätzlich auf TÜV- oder SGS-zertifiziert.

Welche Extras gibt es?

  • Wärmeisolierte Griffe und doppelwandig isolierte Behälter: Sie schränken das Risiko ein, sich zu verbrennen, besonders bei Edelstahlbehältern.
  • Wasserstandsanzeige: Eine gut lesbare Wasserstandanzeige mit Minimal- bzw. Maximalfüllmenge erleichtert die Handhabung. Geräte mit geringer Mindestfüllmenge – am besten 0,25 Liter – helfen Strom sparen.
  • Automatische Abschaltung: Wählen Sie einen Wasserkocher, der möglichst schnell den Kochvorgang abschaltet, damit er nicht unnötig Strom verbraucht.
  • Ausgießfilter: Besonders bei kalkhaltigem Wasser bewährt sich ein feinmaschiger Ausgießfilter.
  • LED-Beleuchtung: Eine LED-Beleuchtung im Wasserbehälter bietet ein Farbenspiel fürs Auge, weist aber auch praktisch auf die Wassertemperatur hin.
  • WIFI: Mit WIFI ausgerüstete Wasserkocher lassen das Wasser per Fernsteuerung über Smartphone oder Tablet kochen.
  • Warmhaltefunktion: Gut ausgestattete Wasserkocher haben eine Warmhaltefunktion. Die meisten Geräte halten die Wunschtemperatur zwischen 20 und 60 Minuten oder bringen das Wasser immer wieder bei Unterschreiten der Temperatur zum Kochen. Dadurch steigt allerdings der Stromverbrauch. Die Funktion lässt sich zu- oder abschalten.
  • Temperatureinstellung: Einen sparsamen Einsatz ermöglichen Wasserkocher mit Temperatureinstellung. Für ein intensives Kaffee- oder Teearoma lässt sich das Wasser gradgenau erhitzen. Die Aromen der Bohnen oder Teebestandteile lösen und entfalten sich optimal bei bestimmten Temperaturen, zum Beispiel Grüntee bei 60 bis 80 Grad Celsius, Kaffeebohnen zwischen 95 und 100 Grad Celsius. Auch für die Zubereitung von Babynahrung leistet das exakt temperierte Wasser gute Dienste. Allerdings ist die Anschaffung von Wasserkochern mit Temperatureinstellung mit einem höheren Preis verbunden und die eingebaute Elektronik häufig störanfälliger.

Mit dem Wasserkocher Speisen zubereiten?

Frühstücksei, Kartoffeln, Pasta, Gemüsesuppe, Omelett – sogar ganze Menüs lassen sich laut Medien mit einem oder mehreren Geräten zubereiten. Als kritisch zu bewerten ist der erhöhte Stromverbrauch, das häufige Ein- und Ausschalten während des Garvorgangs und die Manipulation des Überhitzungsschutzes. Nach der Zubereitung in jedem Fall den Wasserkocher gründlich reinigen und entkalken.

Wasser für die Nudeln im Wasserkocher zubereiten?

Lohnt es sich, das Nudelwasser mit dem Wasserkocher zu erhitzen? Eher nicht. Vor allem bei größeren Mengen am besten den Kochtopf verwenden, um Aufheizverluste zu vermeiden. Nach dem Umschütten ist nämlich auch noch der Topf zu erwärmen.
 

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