Hauswirtschaft

28.04.2021

Wenn der Staubsauger nicht mehr saugt

Wo im Haushalt früher überwiegend gefegt oder staubgewischt wurde, sind heutzutage meistens Staubsauger im Einsatz. Diese eignen sich, mit unterschiedlichen Bürst- und Saugaufsätzen ausgerüstet, für viele Reinigungstätigkeiten im Haushalt. Wenn der Staubsauger nicht mehr saugt, benötigt er wahrscheinlich selbst eine Reinigung.

Wenn der Staubsauger nicht mehr saugt
Foto: © Robert Kneschke - stock.adobe.com

Bodenstaubsauger mit Staubbeuteln gehören in Deutschland nach wie vor zu den beliebtesten Staubsaugermodellen. Das Angebot an Saugern ohne Beutel nimmt aber zu. Auch Staubsauger mit Akku sind vermehrt im Angebot. Ebenso erfreuen sich Staubsaugerroboter, trotz teilweise hoher Preise, wachsender Beliebtheit. Vor dem Kauf eines dieser Haushaltshelfer lohnt es sich einen Test zu lesen. In puncto Sicherheit und Haltbarkeit sind fast alle Geräte gut bis sehr gut. In der Handhabung, bezüglich der Umwelteigenschaften und in der Saugleistung gibt es große Unterschiede, vor allem bei den kabellosen Handstaubsaugern, die häufig erheblich teurer sind als die klassischen Bodenstaubsauger. Doch selbst der beste Staubsauger bringt manchmal keine gute Leistung.

Was ist zu tun, wenn die Saugleistung nachlässt?

Gerätehersteller empfehlen, spätestens nach zwei Monaten den Staubbeutel zu wechseln. Viele Verbraucher*innen warten jedoch so lange damit, bis der Beutel voll Schmutz und Staub fast überquillt. Dies ist weder für das Gerät noch für die Gesundheit förderlich. Volle Staubsaugerbeutel sind ideale Brutstätten für Pilze, Bakterien und andere Mikroorganismen und daher äußerst unhygienisch.

Wenn trotz Beutelwechsel die Saugleistung unzureichend ist, muss nicht sofort ein neues Gerät angeschafft werden. Häufig reicht es, wenn Sie den vorhandenen Staubsauger gründlich reinigen und pflegen. Dies erhöht die Lebensdauer, spart Energie, ist vor allem in einem Haushalt mit Allergikern wichtig und spart viel Geld.

Staubsaugerreinigung – Schritt für Schritt

  1. Bei der Bodendüse regelmäßig kontrollieren, ob die Ansaugöffnung frei ist.
  2. Haare und Flusen aus der Saugbürste entfernen. Häufig ist das Abzupfen mit den Fingern ausreichend. In Haushalten mit Haustieren oder Bewohnern mit langen Haaren eignet sich dafür ein Kamm, welcher natürlich nur für diesen Zweck zum Einsatz kommt.
  3. Haare in den Laufrollen am Gehäuseboden entfernen, denn sie verhindern deren Leichtgängigkeit.
  4. Stromkabel sowie Stecker überprüfen und bei sichtbaren Defekten zur Reparatur an eine Fachwerkstatt weitergegeben. Passiert öfter durch zu starkes Ziehen am Staubsauger.
  5. Mit einem nebelfeuchten Tuch das Gehäuse des Saugers sowie die Bodendüse abwischen.
  6. Zubehörteile aus Kunststoff, wie beispielsweise Fugendüsen und Möbelpinsel ebenfalls feucht reinigen. Bei starken Verschmutzungen ist ein Tropfen Spülmittel oder Neutralreiniger hilfreich.
  7. Die Durchgängigkeit des Saugrohres mittels Sichttest überprüfen. Hartnäckige Ablagerungen lösen sich, wenn Sie das Rohr in Wasser, beispielsweise in der Badewanne, einweichen. Wichtig: Teile danach vollständig trocknen lassen, bevor wieder damit gesaugt wird.
  8. Motor-, Abluft- und ggf. HEPA-Filter regelmäßig erneuern. Manche Modelle haben waschbare Filter, bei anderen muss spezielles Vliesmaterial passgerecht zugeschnitten werden. Durchgängige Filter erhöhen die Saugleistung und schützen den Motor vor Überhitzung. Gänzlich auf Filter zu verzichten ist keine gute Idee: Feinstäube, wie Pollen, Schimmelsporen und Milbenkot gelangen mit der Abluft des Saugers wieder in den Wohnraum.
  9. Vor dem Einsetzen der neuen Filter den Innenraum des Gerätes mit einem nebelfeuchten Tuch auswischen.

Bei beutellosen Staubsaugern (sog. Zyklon-Staubsauger) entfällt zwar das Wechseln des Staubbeutels, jedoch ist der Reinigungsaufwand nicht geringer: den Staubbehälter ebenfalls regelmäßig leeren und reinigen, ebenso die vorhandenen Filter.

Für alle Modelle gilt: Das Gerät nach einer Reinigung erst dann wieder in Betrieb nehmen, wenn alle Teile gut abgetrocknet sind.

Sonderfall: Staubsaugerroboter

Staubsaugerroboter versprechen, die ungeliebte Arbeit von allein zu bewerkstelligen. Beim Wechseln des Beutels ist aber auch hier meistens mit staubigen Fingern zu rechnen.

Ob ein Saugroboter die Hausarbeit wirklich zufriedenstellen erledigt, ist vor allem von der Wohnung abhängig. Die Geräte werden zwar immer besser und vielseitiger, aber nicht jedes Gerät ist für alle Räumlichkeiten geeignet. Jede Erhöhung mit mehr als drei Zentimetern stellt meist ein unüberwindbares Hindernis dar. Viele Geräte haben schon mit einer normalen Türschwelle ein Problem. Auch ein verwinkelter Grundriss mit vielen Ecken verwirrt den Roboter. Zwar besteht bei modernen, teuren Geräten die Möglichkeit, mit Hilfe einer App den Grundriss einzuprogrammieren, damit diese in einer bestimmten Reihenfolge saugen, aber Ecken oder Möbel lösen die Sensoren aus und bringen den Roboter zum Stehen oder Wenden. Teure Laserroboter oder mit Videokamera ausgestattete Geräte haben hier eindeutig einen Vorteil gegenüber den billigeren älteren Modellen. Dafür haben diese Geräte Schwierigkeiten in schlecht ausgeleuchteten Wohnungen und in Wohnungen mit wenig Möbeln, da Ihnen die Orientierung fehlt. Mit Videokamera ausgestattete Geräte kommen nicht unter niedrige Möbel. Dicke Teppiche schaffen die kleinen Geräte ebenso nur schlecht. Die nächste Generation an Robotern bietet neben der Saugfunktion auch eine Wischfunktion. Die Bürsten sind hier allerdings regelmäßig auszutauschen, was erhebliche Folgekosten nach sich zieht.

Damit die Saugroboter gut funktionieren, empfiehlt sich nach jedem Einsatz eine Reinigung des Gerätes.

Wer mit der Anschaffung eines Saugroboters liebäugelt, sollte sich auf jeden Fall über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle gut informieren, denn gute Geräte sind nicht billig.