Hauswirtschaft

01.02.2021

Wenn die Spülmaschine nicht mehr richtig spült

Etwa zwei Drittel der deutschen Haushalte besitzen eine Spülmaschine. Umso ärgerlicher ist es, wenn der Haushaltshelfer kein sauberes Ergebnis liefert. Erste Anzeichen sind häufig schlechter Geruch oder fest anhaftende Krümel auf den Gläsern. Welche Pflege und welche Mittel sinnvoll sind, erfahren Sie hier.

Wenn die Spülmaschine nicht mehr richtig spült
Foto: © Andrey Popov - stock.adobe.com

Vor dem Spülgang

  • Entfernen Sie vor dem Einräumen des Geschirrs den groben Schmutz mit einem Besteckteil oder einer Serviette. Vorspülen ist nicht notwendig.
  • Überprüfen Sie das Abflusssieb am Boden der Maschine möglichst nach jedem Spülvorgang und reinigen es, um Speisereste und Fettablagerungen zu entfernen.
  • Schalten Sie die Maschine möglichst nur ein, wenn Sie voll beladen ist.

Pflege der Spülmaschine

Lassen Sie einmal im Monat die volle Spülmaschine im höchsten Temperaturgang (mindestens 60 Grad) laufen – mit der doppelten Menge Pulver oder zwei Tabs. Das verhindert, dass sich im Ablaufschlauch bakterielle Ablagerungen bilden.

Sind im Spülraum Ablagerungen von Fett und Kalk zu sehen, dann starten Sie einen Spülgang ohne Geschirr mit höchster Spültemperatur. Dazu ist kein spezieller Reiniger erforderlich. Es genügt das übliche Reinigungsmittel.

Säubern Sie regelmäßig auch die Gummilippe an der Tür vor allem an der Unterseite. Hier können sich Fettreste ansammeln, die Sie am besten mit einem Küchenkrepp abwischen. Anschließend mit einer Spülmittellauge die Gummilippe an der Tür reinigen.

Die Türdichtung möglichst nach jedem Spülgang abwischen. Dann lassen sich Ablagerungen mühelos entfernen.

Spülergebnis nicht zufriedenstellend? Das können Sie tun

Ist das Spülergebnis nicht zufriedenstellend, überprüfen Sie, ob die Wasserdüsen der Spülarme verstopft sind. Die Sprüharme lassen sich herausziehen, bzw. abschrauben. Ein schlechtes Spülergebnis kann auch durch einen zu niedrigen Wasserdruck verursacht sein. Deshalb den Wasserzulauf kontrollieren und voll aufdrehen. Beachten Sie beim Einräumen, dass keine Geschirrteile aneinanderstoßen. Die Rotation der Sprüharme darf auch nicht durch zu hohe Geschirrteile blockiert sein. Halten Sie sich beim Einräumen an die Empfehlungen der Hersteller. Das ermöglicht die beste Verteilung der Spülmittellauge und die beste Auslastung der Maschine.

Sollte nach dem Spülvorgang noch Spülwasser in der Maschine stehen, ist die Abwasserpumpe blockiert. Dann den Hauptschalter ausschalten, das Wasser ausschöpfen, die Siebe ausbauen und Fremdkörper entfernen.

Welches Programm ist das richtige?

Lesen Sie zunächst die Herstellerangaben. Für eine normal gefüllte Maschine empfiehlt sich möglichst immer das Eco-Programm. Dieses Programm ist mittlerweile auch voreingestellt, um die vorgeschriebenen Energiesparquoten zu erreichen. Durchschnittlich werden damit zehn Prozent Energie gegenüber dem Normalprogramm gespart. Erreicht wird es durch eine niedrigere Temperatur und ein langes Einwirken der Spülmittellauge.

Nachteil für viele Verbraucher*innen ist die lange Spüldauer von mehr als drei Stunden. Da moderne Spülmaschinen sehr leise sind, können sie auch über Nacht laufen, wenn der Stromverbrauch in Deutschland insgesamt niedriger ist. Je mehr regenerativer Strom zum Einsatz kommt, umso wichtiger sind diese Überlegungen. Viele Spülmaschinen sind inzwischen mit einer Zeitschaltuhr ausgestattet, um diesen Vorteil zu nutzen.

Entgegen der Meinung vieler Verbraucher*innen benötigt das Kurzprogramm nicht weniger, sondern mehr Energie, weil in kurzer Zeit das Wasser auf die volle Temperatur erhitzt werden muss.

Umwelttipp: Die Spüldauer verkürzen Sie durch einen Warmwasseranschluss. Besonders empfehlenswert, wenn Sie warmes Wasser durch Sonnenkollektoren erzeugen. Eine Stromersparnis von bis zu 30 Prozent ist dadurch möglich.

Ohne Chemie geht es leider nicht

Für ein gutes Ergebnis benötigen Sie Spülmittel, Regeneriersalz und Klarspüler. Multitabs enthalten mindestens diese drei Komponenten.

Regeneriersalz ist ein Kationenaustauscher, der das Calcium aus dem Wasser bindet und damit Kalkablagerungen verhindert.  Auf keinen Fall Speisesalz verwenden, es würde die Maschine schädigen. Bei der ersten Inbetriebnahme wird die Enthärtungsanlage auf den Härtegrad des Wassers eingestellt. Die Maschine zeigt an, wann Regeneriersalz nachgefüllt werden muss. Das Nachfüllen des Enthärters sollte vor einem Spülgang erfolgen, um Korrosionsschäden durch Salzreste beim Einfüllen zu vermeiden. Zum Nachfüllen auch unbedingt die Salzeinfüllhilfe verwenden.

Multitabs enthalten genügend Salz bis 21 Grad deutscher Härte. In Regionen mit härterem Wasser sowie beim Gebrauch von Solo­tabs und Pulvern braucht die Maschine zusätzlich Salz.

Übrigens: Wer Härtegrad 0 null hat benötigt kein Salz.

Geschirrspülmittel: Die Auswahl ist groß. Die Reinigungsaufgaben, die diese Mittel zu erfüllen haben, sind eine echte Herausforderung für Chemiker. Sie müssen mit den unterschiedlichsten Speiseresten fertig werden und ein sauberes, hygienisches Spülergebnis liefern. Gleichzeitig dürfen die verschiedensten Materialien wie Metalle, Glas, Porzellan und Kunststoffe nicht beschädigt werden. Auch die Umweltanforderungen werden immer höher.

Die Testergebnisse von Stiftung Warentest reichen von gut bis ausreichend. Mal ist die Reinigungswirkung zu schwach, mal sind die Umwelteigenschaften nicht gut oder die Reiniger schädigen das Material. Allerdings werden die Produkte immer besser. Korrosionsschäden bei Glas, Anlaufen von Silber, Schillereffekte und Beläge stellen heute kaum mehr ein Problem dar. Die meisten Spülmittel schaffen auch hartnäckigste Flecken wie eingebrannte Lasagne, Teeränder oder angetrockneten Kartoffelbrei mit Hilfe von Enzymen und Tensiden.

Pulverspülmittel lassen sich bedarfsgerecht und sparsam dosieren, lösen sich gut auf und benötigen keine zusätzliche Verpackung. Im Vergleich zu Tabs sind sie meistens auch preiswerter. Allerdings könnte auch hier nachgebessert werden. Die Pulver enthalten noch rund ein Viertel Natriumsulfat, das keine Reinigungswirkung besitzt.

Tabs und Gels sind fertig dosiert. Vorausgesetzt wird, dass das Gerät korrekt auf die Wasserhärte eingestellt wurde, die Spülmaschine voll beladen ist und das Geschirr durchschnittlich verschmutzt. Dann sind weder Regeneriersalz noch zusätzlicher Klarspüler notwendig. Gelkissen haben bisher schlechtere Ergebnisse gebracht. Die Umweltbelastung ist bei Tabs höher als bei Pulver. Bei leicht verschmutztem Geschirr oder nicht voller Beladung sind Tabs oder Gelkissen überdosiert. Teure Mittel sind beim letzten Test der Stiftung Warentest im Oktober 2020 nicht besser bewertet worden wie preiswerte Eigenmarken. Die Materialschonung hat sich bei vielen Produkten verbessert. Selbst Korrosionsschäden bei Glas treten nur noch selten auf.

Inzwischen gibt es Tabs, die außer dem Klarspüler und Regeneriersalz bis zu elf weitere Zusätze enthalten wie: Edelstahlglanz, Powerentkruster, Niedertemperatursystem, Schnelltrocken-Zusätze, Geruchsneutralisierer, Silberschutz. Ökologisch kritisch bewertet wird der Silberschutz. Verzichten Sie deshalb auf Tabs mit diesem Zusatz und spülen Sie Silberbesteck von Hand.

Klarspüler setzen die Oberflächenspannung des Wassers herab und sorgen dadurch für ein tropfen- und streifenfreies Trockenergebnis. Die richtige Dosierung wird bei Inbetriebnahme der Spülmaschine eingestellt.  Wenn Schlieren auf dem Geschirr bleiben, etwas geringer dosieren. Wenn Wasserflecken bleiben, etwas höher dosieren.

Vorsicht bei Hausmitteln

Im Internet werden oft „Hausmittel“ wie Essig oder Natron als Alternativen zu den handelsüblichen Reinigungsmitteln angepriesen oder sogar zum Verzicht auf Regeneriersalz oder Klarspüler geraten. Davon ist auf jeden Fall abzuraten. Sowohl die Maschine wie das Geschirr werden geschädigt oder nicht richtig sauber. Auch das Einsetzen einer sogenannten Opferanode (Rostschreck) zum Schutz vor Korrosionsschäden ist überflüssig.

Umweltbelastung durch Geschirrspülen

Verzichten Sie auf alle überflüssigen Mittel wie Entkalker, Deodorant oder Hygienereiniger.

Seit der ersten Spülmaschine, die 1929 auf den Markt kam, wurde sowohl der Wasserverbrauch wie der Energieverbrauch ständig reduziert. Heute ist das Verbraucherverhalten entscheidend.

Wer seinen Geschirrspüler effizient nutzt, hat im Vergleich zu verschwenderischem Handspülen einen Vorteil. Allerdings kann auch kluges und sparsames Handspülen im Vergleich zum planlosen Gebrauch der Spülmaschine ökologisch sinnvoll sein.

Interessant: Abwaschen per Hand oder Maschine - der Spülvergleichs-Rechner vom Forum Waschen www.forum-waschen.de

Das gehört nicht in die Spülmaschine

Rostende Gegenstände wie Sparschäler, hochwertige Messer, teures Porzellan mit Aufglasurdekor, Holz, Bleikristallgläser, sehr dünne und bemalte Gläser sollten von Hand gespült werden. Auch Plastik kann problematisch sein. Es kann sich verformen und da es keine Wärme speichert trocknet es schlecht und hinterlässt Wasserspuren.