Hauswirtschaft

23.03.2022

Winterkleidung werterhaltend aufbewahren

Geht die Wintersaison zu Ende und verführen die ersten warmen Sonnenstrahlen dazu, endlich Sommerkleidung zu tragen, ist zunächst eine Inventur des Kleiderschranks angesagt.
Unsere Hauswirtschaftsexpertinnen geben Tipps, wie wir die Wintersachen gut gepflegt, werterhaltend und schonend lagern.

Winterkleidung werterhaltend aufbewahren
Foto: © SILVIA - stock.adobe.com

Vor dem Einlagern steht das Aussortieren

Das Umräumen von saisonalen Kleidungsstücken ist die beste Gelegenheit für eine gründliche Kleiderinventur. Den Kleiderschrank zunächst ganz leerräumen und dabei jedes Stück der Winterkollektion darauf prüfen, ob Sie es in der nächsten Saison noch tragen oder ob es ausgemustert werden sollte. Die Einzelteile auch auf Mängel prüfen und gegebenenfalls gleich ausbessern.

Ausschließlich saubere Kleidung aufbewahren

Kleidung, die Sie längere Zeit nicht benutzen, ist anfällig für Textilschädlinge. Hautschuppen und Schweißrückstände sind ein perfekter Nährboden, die Schadinsekten ernähren sich ausschließlich von tierischen Eiweißfasern, hochwertige Wolle und Kashmir schmecken den Larven besonders gut. Bevor Sie Winterkleidung aufbewahren, gehören deshalb alle Stücke gründlich gewaschen. Was nicht in der Maschine oder von Hand zu reinigen ist, sollten Sie in die Textilreinigung geben.

Wichtig: Nur absolut trockene Kleidung einlagern, denn gestaute Feuchtigkeit kann Schimmelbildung zur Folge haben.

Alle Taschen vor der Einlagerung leeren, denn Münzen, Bonbons, Kaugummis usw. können zu Verfärbungen und Flecken führen. Reißverschlüsse und Knöpfe schließen. Um die Abdrücke von Accessoires wie Pailetten-Stickereien zu verhindern, hilft es, Seidenpapier zwischen die Textilien zu legen.

Motten und Pelzkäfer vorbeugen

Tiere wie Motten und Pelzkäfer nisten sich gerne in die kleinsten Ritzen von Schränken ein, deshalb gilt es diese sorgfältig zu saugen, gründlich auszuwaschen und zu trocknen, um einen Schädlingsbefall zu vermeiden. Schutz bieten Duftsäckchen oder Seifen mit Lavendel oder Zedernholz, die Sie zur Kleidung in den Schrank legen.

Ein Hinweis auf einen Mottenbefall sind kleine Löcher in den Kleidungsstücken. Beim Ausschütteln über der Badewanne fallen dann unregelmäßig geformte Kügelchen, in der Farbe des Textils heraus. Kleidungsstücke aus Wolle, die noch keine sichtbaren Schäden aufweisen, legen Sie für einige Tage in den Gefrierschrank. Dies tötet die Schädlinge und deren Eier ab.

Sonderfall: Ski- und Funktionskleidung

Grundsätzlich empfiehlt es sich, Kleidungsstücke aus hoch funktionellen Geweben, wie Ski- und Snowboardbekleidung nicht zu häufig zu reinigen. Waschen Sie diese zu oft, sind sie nicht mehr wasserabweisend. Dennoch ist es sinnvoll, diese Textilien vor der Sommerpause in der Waschmaschine zu pflegen, dazu ein Waschmittel für Funktionskleidung sowie ein Spezial- oder Schonprogramm der Waschmaschine auswählen. Weichspüler nicht benutzen, da diese die feinen Membranen des Gewebes verkleben. Nach dem Trocknen die Stücke mit einem geeigneten Imprägniermittel behandeln, bevor sie gut durchgetrocknet in den Schrank kommen.

Der richtige Aufbewahrungsort

Sind alle Vorbereitungen zum Einlagern getroffen, gilt es, sich gut zu überlegen, wo Sie ihre Kleidung aufbewahren. Am besten ist ein trockener, staubfreier, lichtgeschützter, kühler Ort. Optimal wäre ein zusätzlicher Kleiderschrank im Schlafzimmer oder auf dem trockenen Speicher. Der Keller ist nur dann geeignet, wenn er absolut trocken ist. In feuchten Räumen wird Kleidung schnell muffig. Im schlimmsten Fall schimmelt sie. Bekleidung wenn möglich auch vor Tageslicht schützen, da Textilien sich verfärben können, wenn sie in einem offenen Regal gestapelt sind. Kommoden bieten genügend Stauraum für Maschenware. Pullover unbedingt liegend lagern, um ein Ausleiern zu verhindern.

Vakuumbeutel – die platzsparende Alternative

Praktisch sind Vakuumbeutel mit Reißverschluss. Die Kunststoffbeutel haben ein Ventil, durch das die Luft im Innern mit einem Staubsauger herausgesaugt wird. Diese Methode schützt vor unangenehmen Gerüchen, Staub und Motten. Hier aber auch darauf achten, dass keine Restfeuchte mehr im Textil ist. Durch den Entzug der Luft in den Zwischenräumen verringert sich das Volumen, die Kleidung kann dadurch platzsparend verstaut werden.

Nicht geeignet für dieses Verfahren sind besonders empfindliche Kleidungsstücke, da es durch den Luftentzug zur starken Knitterbildung kommt und die Falten nur schwer unter Einsatz von Dampf zu entfernen sind. Auch Winterjacken und -mäntel mit Daunenfüllung, mit naturbelassener Wollfüllung wie Kashmir, Schafswolle, Kamelhaar oder mit synthetischen Faserfüllungen sollten Sie nicht in einem Vakuumbeutel lagern. Durch das Entziehen der Luft können diese Materialien verklumpen, sie verlieren dann ihre isolierenden Eigenschaften. Solche Kleidungsstücke besser auf stabilen, großen Bügeln in einem Kleidersack aufbewahren. Plastikbeutel oder Plastikboxen sind zur Aufbewahrung generell weniger geeignet, denn sie verhindern, dass die Kleidung atmen kann.

Der Lohn für den Aufwand ist ein übersichtlicher Kleiderschrank und eine gut gepflegte, werterhaltende Winterkollektion für die nächste kalte Jahreszeit.