Umwelt

06.04.2016, Bedenkliches Leichtmetall

Aluminium - ökologisch und gesundheitlich umstritten

Ob in Verpackungen, Kosmetika oder Fahrzeugen – Aluminium ist vielseitig einsetzbar. Doch das Leichtmetall ist aufgrund ökologischer und gesundheitlicher Risiken umstritten.

Umweltbelastende Herstellung: Zerstörte Landschaften, giftiger Abfall, enormer Energieverbrauch

Aluminium - ökologisch und gesundheitlich umstritten
Foto: © Nik - Fotolia.com

Ausgangsstoff ist das Aluminium-Erz Bauxit, das meist großflächig im Tagebau abgebaut wird. Wichtige Vorkommen befinden sich in Australien, Guinea, Brasilien, Jamaika, Indien, Guyana und Indonesien. Oft wird für den Abbau tropischer Regenwald vernichtet.

Die Aluminiumanteile werden mit Hilfe von Natronlauge aus dem gemahlenen Bauxit gelöst. Dabei fällt als Abfallprodukt ätzender Rotschlamm an. Dieser enthält giftige Chemikalien und landet als Sondermüll auf Deponien. Durch unsachgemäße Entsorgung und Lagerung von Rotschlamm kann es zu schwerwiegenden Umweltproblemen und Unfällen kommen.

Zudem ist die Herstellung von Aluminium sehr energieintensiv. Um eine Tonne Aluminium herzustellen, wird etwa 27 mal so viel Energie benötigt wie zur Produktion einer Tonne Glas.

Aluminium lässt sich ohne Qualitätsverluste recyceln: Der Energieverbrauch beim recycelten Aluminium beträgt nur 5-10 Prozent gegenüber der Neuproduktion. Aus Verbundverpackungen allerdings lässt sich Aluminium derzeit nur schwer wiedergewinnen.

Gesundheitsrisiken durch Aluminium

Die Einschätzung von gesundheitlichen Risiken ist nach derzeitiger Studienlage sehr widersprüchlich. Laut Bundesamt für Risikobewertung BfR stehen bei der Betrachtung des Gefährdungspotenzials Wirkungen auf das Nervensystem, die Fruchtbarkeit und ungeborenes Leben sowie auf die Knochenentwicklung im Vordergrund. Forschungsbedarf besteht hinsichtlich der Bewertung der gesundheitlichen Risiken von Langzeitfolgen.

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält eine wöchentliche Aufnahmemenge (tolerable weekly intake, TWI) von 1 Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht für tolerierbar, damit bei einer lebenslangen Aufnahme kein Gesundheitsrisiko entsteht. Dem BfR zufolge wird diese Menge bei einem Teil der Bevölkerung wahrscheinlich alleine durch die Nahrung ausgeschöpft. Auch durch Verwendung aluminiumhaltiger Antitranspirantien kann die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge erreicht werden.

Tipps für Verbraucher

Aluminium wird unter großen Umweltbelastungen hergestellt und sollte deshalb bewusst eingesetzt werden. Aus Gründen der Vorsorge sollte die Aufnahme von Aluminium vermieden werden. Aluminium wird hauptsächlich über Lebensmittel aufgenommen, die Aluminiumverbindungen natürlicherweise, als Bestandteil von Lebensmittelzusatzstoffen oder durch Kontakt mit aluminiumhaltigen Materialien enthalten. Auch kosmetische Mittel wie Antitranspirantien können bedeutend zur Aufnahme beitragen. Aluminium kann auch durch Arzneimittel in den Körper gelangen.

  • Verzichten Sie zur Aufbewahrung und Zubereitung von säurehaltigen oder salzigen Speisen wie beispielsweise geschnittene Tomaten, in Salzlake eingelegten Schafskäse oder mit Zitronensaft gewürzten Fisch auf Aluminiumfolie, Alu-Schale oder unbeschichtetes Alu-Geschirr.
  • Vermeiden Sie aluminiumhaltige Verpackungen, führen Sie diese dem Recycling zu.
  • Nutzen Sie die Gebrauchsdauer von Produkten (z.B. Trinkflaschen) aus Aluminium aus, vermeiden Sie Beschädigungen, bevorzugen Sie bei Neuanschaffungen alternative Materialien.
  • Verwenden Sie aluminiumhaltige Antitranspirantien nur gezielt zur Vermeidung von starkem Schwitzen und insbesondere nicht direkt nach einer Rasur. Zur Geruchsreduzierung ist ein aluminiumfreies Deodorant ausreichend. Viele Hersteller kennzeichnen diese mit einem entsprechenden Hinweis.
  • Medikamente z.B. gegen Sodbrennen können hohe Mengen Aluminium enthalten. Angaben finden Sie in der Verpackungsbeilage.

 

Links:

Bergischer Abfallverbund: Aluminium

Bundesamt für Risikobewertung: Aluminiumhaltige Antitranspirantien tragen zur Aufnahme von Aluminium bei

Bundesamt für Risikobewertung: Fragen und Antworten zu Aluminium in Lebensmitteln und verbrauchernahen Produkten

Umweltbundesamt: Aluminium