Umwelt

16.12.2019

Apps für nachhaltigen Konsum

Umwelt-Apps und Internetseiten versprechen Hilfe bei der Suche nach umweltfreundlichen Produkten, beim Energiesparen oder der Vermeidung von Lebensmittelmüll. Auch wer beispielsweise Kleidung tauschen oder gebraucht kaufen möchte, findet entsprechende Apps und Plattformen im Internet. Hier finden Sie Tipps, worauf bei der Auswahl zu achten ist.

Apps für nachhaltigen Konsum
© USA-Reiseblogger - pixabay.com

Mit dem Smartphone lassen sich Internetseiten und spezielle Anwendungen wie Apps jederzeit und überall nutzen. Einer Umfrage von BITKOM zufolge luden Nutzer in Deutschland 2018 in den beiden größten App-Stores mehr als zwei Milliarden Anwendungen herunter. Der App-Markt boomt.

Die meisten Apps sind kostenlos erhältlich. Laut BITKOM erzielten Anbieter 2018 durch Werbung 276 Millionen Euro (18 Prozent des App-Umsatzes) und 1,2 Milliarden Euro (77 Prozent des App-Umsatzes) durch kostenpflichtige Angebote innerhalb einer App, so genannte In-App-Käufe. Nur 76 Millionen (5 Prozent des App-Umsatzes) erwirtschafteten die Unternehmen direkt über den Kaufpreis.

Seriöse Informationen und Anwendungen nutzen

Nicht alle Apps und Webseiten sind empfehlenswert. Bevor Sie ein Angebot nutzen, sollten Sie die Datenquelle hinterfragen und sich folgende Fragen stellen:

  • Wer steht hinter einer App bzw. Internetseite? Ist der Anbieter neutral und seriös? Staatliche Behörden und Umweltverbände beispielsweise informieren zu Umweltthemen ohne die Absicht, ein bestimmtes Produkt zu verkaufen oder Einnahmen zu erzielen.
  • Woher stammen die Informationen, welche Kriterien liegen den Empfehlungen oder Produktbewertungen zugrunde?
  • Wie finanziert sich die App? Handelt es sich beispielsweise um ein Förderprojekt? Oder erfolgt die Finanzierung durch Werbung, In-App-Käufe oder den Verkauf von Daten?
  • Wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Werden Daten erhoben und weiterverarbeitet? Worauf greift die App zu, z.B. Standort, Dateien, Kamera, Kontakte oder Speicher? Ist die Notwendigkeit des Zugriffs nachvollziehbar?
  • Wie groß ist eine App? Benötigt man zur Nutzung eine Internetverbindung?

Bevor Sie eine App installieren, kontrollieren Sie die Angaben zu Anbieter, Zugriffsberechtigungen und Datenschutzerklärung. Auch die Bewertungen anderer Nutzer geben Rückschlüsse z.B. auf Funktionalität, technische Probleme oder Werbung.

Umwelt-Apps – sinnvolle Hilfe oder Datenleiche?

Zahlreiche Informationen finden sich sowohl im Internet als auch auf Apps. Hier hängt es von den Nutzergewohnheiten ab, welche Variante Sie bevorzugen. Für eine einmalige oder umfassende Informationssuche sind in der Regel Internetseiten günstiger. Bei seltener Nutzung belegt die App nur unnötig Speicherplatz auf dem Smartphone.

Smartphone-Nutzer laden sich häufig mehr Apps herunter, als sie tatsächlich in Anspruch nehmen. Einer Umfrage von YouGov (2017) zufolge hatte gut die Hälfte der Befragten über 13 Apps installiert, während knapp die Hälfte der Befragten nur eine bis sechs Apps regelmäßig nutzten. Ungenutzte Apps belegen nicht nur unnötig Speicherplatz. Zum Teil sind im Hintergrund auch Dienste unbemerkt aktiv und verlangsamen durch ständige Nachfragen das Handy und verkürzen die Akkulaufzeit.

Tipp: Prüfen Sie Ihr Smartphone regelmäßig und löschen Sie Apps, die Sie nicht mehr nutzen.

Umweltfreundlich einkaufen – Online-Hilfe im Alltag

Wofür stehen Gütezeichen? Wo erhalte ich nachhaltig produzierte oder gebrauchte Kleidung? Welches Obst und Gemüse hat gerade Saison? Internetseiten oder Apps helfen, den Einkauf umweltfreundlicher zu gestalten.

Angebote wie Siegelklarheit oder der NABU Siegel-Check informieren, welche Siegel glaubwürdig sind. Welches Obst und Gemüse gerade Saison hat, zeigt per App oder online beispielsweise der Saisonkalender vom Bundeszentrum für Ernährung.

Umwelt- und sozialverträglich produzierte Kleidung ist in Läden vor Ort oft noch ein Nischenprodukt. Bei der Suche nach nachhaltigen Textilien helfen Internetseiten wie EcoTopTen, der Naturtextil Einkaufsratgeber oder Grüne Mode. Mehr dazu finden Sie auch in unserem Wegweiser umweltfreundliche Kleidung.

Teilen, tauschen, gebraucht kaufen und verkaufen: Gerade im Bereich der Sharing Economy erweisen sich Internetplattformen und Apps als sehr nützlich, um gebrauchte Kleidung, Geräte oder Bücher aufzulisten. Eine Übersicht zu Bezugsmöglichkeiten finden Sie hier: www.stmuv.bayern.de.

Unterwegs auf dem Laufenden

Apps sind von Vorteil, wenn Sie bestimmte Informationen oder Dienste regelmäßig unterwegs abrufen. So vergleichen Sie beispielsweise direkt beim Einkauf Produkte oder rufen während der Fahrt aktuelle Fahrpläne ab.

Die App VerbraucherSchutz der Bayerischen Staatsregierung informiert beispielsweise über Lebensmittel und Produkte, die den gesetzlichen Anforderungen nicht genügen und vom Hersteller zurückgerufen werden. Scan4Chem vom Umweltbundesamt soll bei der Frage helfen, ob ein Produkt Schadstoffe enthält.

Wer Lebensmittel vor dem Müll retten möchte, kann dies mit einer entsprechenden App tun. Mit Too Good To Go vermitteln Restaurants, Bäckereien und Supermärkte überschüssige Speisen an Verbraucher. Rezepte von Die Beste Reste-App können bei der Verwertung von übriggebliebenen Lebensmitteln helfen.

Weiterführende Infos

VerbraucherService Bayern: Gesundheits-Apps - Neun Tipps, worauf man beim Herunterladen unbedingt achten sollte 

VerbraucherService Bayern: Wearables und Fitness-Apps – Datenschutz Fehlanzeige

Brandt, M. (12. Dezember, 2017). App-Installation vs. App-Nutzung [Digitales Bild]. Zugriff am 13. Dezember 2019, von de.statista.com

Bayerischer Rundfunk: Apps für ein nachhaltigeres Leben www.br.de

heise online: Apps: Nach drei Tagen sind 77 Prozent der Nutzer futsch www.heise.de

Magazin für Computertechnik c’t: Handy-Speicher voll: Platz schaffen auf dem Android-Smartphone www.heise.de

 
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