Umwelt

24.04.2020

Digitaler Umweltschutz: Akkus in IKT-Geräten

Die Bedeutung von Smartphone, Tablet und Laptop ist in Zeiten der Corona-Krise immens gestiegen. Die Ereignisse beschleunigen zudem die Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT): Homeoffice-Arbeitsplätze entstehen in Windeseile, Besprechungen laufen über Videokonferenz und wer eine berufliche Zwangspause einlegt, streamt Musik und Filme. Die aus Umweltsicht durchaus kritisch zu sehenden Akkus sind als Energielieferanten portabler Geräte unabdingbar. Wie sich Verbraucher*innen im Umgang mit akkubetriebenen IKT-Geräten sicherheits- und umweltbewusst verhalten, Verschleiß minimieren und Ressourcen schonen, erfahren Sie hier.

Digitaler Umweltschutz: Akkus in IKT-Geräten
Foto: © VeComoHacerlo - pixabay.com

Neuanschaffung? Hierauf gilt es zu achten

IKT-Geräte bestehen unter anderem aus mineralischen Rohstoffen, wie zum Beispiel Seltene Erden, und aus Kunststoffen, teilweise unter Einsatz toxischer Stoffe und erheblichem Energieverbrauch hergestellt. Allein für die Produktion eines Smartphones verbrauchen die Hersteller laut BUND 70 Kilogramm natürliche Ressourcen. 75 Prozent der CO2-Emissionen fallen allein bei der Herstellung an. Das belastet Luft, Wasser und Böden. Um diese Belastungen zu minimieren, empfiehlt es sich, vor jeder Neuanschaffung die Optionen einer längeren Nutzung sowie die Möglichkeiten einer Reparatur bisher genutzter Geräte in Erwägung zu ziehen. Beim Kauf ist die Anschaffung eines gebrauchten Gerätes eine nachhaltige Lösung. Häufig finden Sie diese Geräte im Angebot von Händlern unter Begriffen wie „Refurbished“ oder „B-Ware“.

Der Akku sollte problemlos auszutauschen sein, denn er ist eines der Bauteile, die häufig zum vorzeitigen Aus führen. Bei fest eingebauten Akkus ist im Falle eines Defekts meist (wenn Sie kein Fachgeschäft finden, das einen Austausch vornehmen kann) eine Neuanschaffung nötig.

Bei den Akkus für IKT-Geräte handelt es sich in der Regel um Lithium-Ionen-Akkus, oft erkennbar an den Abkürzungen „Li“ oder „Li-Ion“. Diese sind aufgrund ihrer hohen Energiedichte besonders klein und wiegen weniger als andere Akku-Typen – wichtige Kriterien für tragbare Geräte. Außerdem sind Akkuspannung, Energiemenge und Produktionsjahr des Akkus von Bedeutung. Je mehr Energie der Akku vorhält, desto länger arbeitet das Gerät. Das Produktionsjahr, soweit zu ermitteln, sollte bei Neugeräten aktuell sein, da Akkus auch ungenutzt altern und ihre Ladekapazität sinkt.

Nachhaltige Nutzung der Akkus

Maßnahmen, die die Lebensdauer der Akkus in IKT-Geräten verlängern und den Austausch sowohl der Akkus als auch des jeweiligen Gerätes hinauszögern, schonen Ressourcen und dienen der Umwelt. Verbraucher*innen nehmen durch die Handhabung der Geräte entscheidend darauf Einfluss.

Die Anzahl der Ladezyklen eines Akkus ist begrenzt. Daher lohnt es sich durch die Nutzung des Energiesparmodus bzw. bei Nichtgebrauch durch das Ausschalten der Geräte Strom zu sparen. Denn auch, wenn Sie das Gerät nicht aktiv nutzen, benötigt es Strom für Hintergrunddienste wie Mails abrufen, Updates laden, Anrufe und Nachrichten entgegennehmen. Gerade nicht benötigte Dienste, wie zum Beispiel WLAN, Bluetooth, mobile Daten und Ortungsfunktion, ausschalten und nicht verwendete Apps beenden. Es lohnt sich auszuprobieren, wie sich der Ladezustand vom Akku verändert, wenn Sie keinen Anruf erwarten und über Nacht beispielsweise den Flugmodus aktivieren. Nicht zu vergessen ist die Displayhelligkeit, die nicht heller als nötig gewählt werden sollte.

Akkus sind vergleichsweise empfindliche Bauteile, deren Lebensdauer von mechanischen Belastungen, Außentemperatur, Ladeprozess und Lagerung abhängt. Mechanische Einflüsse wie Stöße, Schläge, Herunterfallen, Druck oder Biegung, beispielsweise in der engen Hosentasche, können Akkus schädigen. Erhöhte Temperaturen von mehr als 50 Grad oder Temperaturen unter -20 Grad verkürzen die Lebensdauer der Akkus genauso wie der Einfluss von Feuchtigkeit. Für die Lagerung empfehlen sich Temperaturen zwischen 10 und 25 Grad Celsius. Das Auto bei Sommerhitze oder der Rucksack beim Wintersport sind wenig geeignete Aufbewahrungsorte für Smartphone und Co.

Auch bei den Ladevorgängen besteht die Möglichkeit, die Akkus zu schonen: Vollständiges Auf- und Entladen verkürzen die Lebensdauer der Lithium-Ionen-Akkus. Bei einem Ladezustand zwischen 20 und 80 Prozent hält der Akku besonders lange. Moderne Geräte beenden den Ladevorgang selbständig, wenn der Ladezustand 85 – 90 Prozent beträgt und zeigen 100 Prozent an. Die Geräte am besten unmittelbar nach dem Aufladen vom Netz trennen, um unnötige Wärmeeinwirkung zu vermeiden. Geräte über den Ladevorgang hinaus, über Nacht oder gar permanent an der Steckdose zu lassen, wie zum Beispiel stationär verwendete Notebooks, verkürzt die Lebensdauer der Akkus. Lagern Sie ein Gerät länger ungenutzt, empfiehlt sich ein Ladestand von ca. 40 – 50 Prozent. Ein Nachladen nach spätestens sechs Monaten ist empfehlenswert, da der Akku sich mit der Zeit selbst entlädt.

Richtiges Laden ist nicht nur wichtig für eine lange Lebensdauer des Akkus sondern auch für einen sicheren Gebrauch.

Gefahren und Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit Akkus

Auch im Alltag selbstverständlich verwendete Gegenstände bergen mitunter Gefahren, ausgelöst zum Beispiel durch Erschütterung oder Beschädigung. Die Bauart und die chemische Zusammensetzung von Lithium-Ionen-Akkus führen bei Defekten durch Spontanentladungen gegebenenfalls zu Bränden. Ursache dafür sind das sehr reaktionsfreudige metallische Lithium sowie der hohe Brennwert der enthaltenen giftigen Leitsalze und Elektrolyte.

Öffnen Sie deshalb Lithium-Ionen-Akkus nie selbst und lassen Sie diese nur von autorisierten Händlern reparieren. Mechanische Einflüsse, wie zum Beispiel Schläge, Stöße und Hitze, lösen unter Umständen einen Brand oder sogar eine Explosion aus. Schon eine Überladung des Akkus birgt Gefahr. Daher ist es wichtig, passende Ladegeräte zu verwenden und das Gerät nach dem Laden von der Ladestation zu entfernen.

Zum Laden und Lagern ist eine brandsichere Umgebung geeignet. Laden Sie Geräte nicht, während Sie schlafen oder außer Haus sind. Um einem Brand infolge von Überhitzung des Akkus vorzubeugen, sollte das Gerät auf einer geeigneten Unterlage und keinesfalls im Bett oder auf dem Sofa geladen werden. Ein Akku, der beim Laden oder auch im entladenen Zustand auffällig warm wird, sollte überprüft werden.

Entsorgung von Akkus

Es ist nicht erlaubt, Akkus über den Hausmüll zu entsorgen. Darauf weist ein Symbol mit durchgestrichener Abfalltonne hin. Gesetzlich geregelt ist die Verpflichtung der Verbraucher*innen, Elektrogeräte mit eingebautem Akku und Akkus generell an Sammelstellen derjenigen Händler abzugeben, die diese Geräte und Akkus verkaufen, oder über Wertstoffhöfe regelgerecht zu entsorgen. Die betroffenen Händler sind zur kostenfreien Annahme genauso verpflichtet wie die dazu qualifizierten kommunalen Sammelstellen.

Nur wenn möglich und vom Hersteller vorgesehen, müssen Sie den Akku vor der Entsorgung entnehmen und getrennt abgeben. Kontaktstellen des Akkus gegebenenfalls mit Klebeband sichern, um einen Kurzschluss zu vermeiden. Fest eingebaute Akkus verbleiben im Gerät – dieses wird dann aber an Wertstoffhöfen gesondert gesammelt. 

Weiterführende Links:

Abfallratgeber Bayern: Batterien und Akkumulatoren 

BUND: Handys und Effizienz: Dein Smartphone ist ein Dumphone 

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung: Sicherer Umgang mit Lithium-Batterien

Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung: Lithium-Ionen-Akkus 

Stiftung Warentest: Tipps für eine lange Nutzung

Umweltbundesamt: Lithium-Batterien und Lithium-Ionen-Akkus 

VSB: Apps für nachhaltigen Konsum 

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