Umwelt

30.09.2016, Leuchten als Wegwerfprodukt

Fest verbaute LEDs machen Wechsel unmöglich

Die Tage werden kürzer, die Beleuchtung von Wohn- oder Arbeitsbereich gewinnt wieder an Bedeutung. Wer eine neue Leuchte kauft, erhält immer häufiger fest eingebaute LEDs. Was auf den ersten Blick praktisch erscheint, kann sich im Nachhinein als ärgerlich entpuppen. Wir informieren, worauf Sie beim Kauf von Leuchten achten sollen.

Fest verbaute LEDs machen Wechsel unmöglich
Foto: © European Union, 1995-2016

Die Art und Weise der Beleuchtung hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Noch vor 10 Jahren galten lichtemittierende Dioden, LEDs, als Leuchtmittel der Zukunft, inzwischen sind sie für unterschiedliche Einsatzbereiche zu erschwinglichen Preisen erhältlich: Sie punkten durch einen geringen Stromverbrauch und eine extrem lange Lebensdauer. Dies hat zur Folge, dass zunehmend Leuchten mit fest verbauten LEDs angeboten werden, die der Verbraucher nicht mehr selbst auswechseln kann. Ist eines der eingebauten Leuchtmittel kaputt, bedeutet dies meist das Aus für die komplette Leuchte.

Leuchte oder Lampe – was hält länger?

Auch wenn der Begriff Lampe umgangssprachlich meist anders verwendet wird: In der Fachsprache sind Leuchten die Geräte, in welche das Leuchtmittel, die so genannte Lampe, eingesetzt wird.

Bei Halogenlampen mit einer Brenndauer von ca. 2.000 Stunden war klar, dass diese die Gebrauchsdauer der Leuchte bei weitem nicht erreichen und regelmäßig gewechselt werden müssen.

Anders sieht es bei modernen LED-Lampen mit enorm langen Brennzeiten aus. Die voraussichtliche Brenndauer ist auf der Verpackung angegeben. 15.000 Stunden beispielsweise entsprechen bei einer durchschnittlichen Nutzung von täglich 3 Stunden einer Lebensdauer von über 10 Jahren. Bei fest verbauten LEDs werben die Hersteller mit einer Lebensdauer von 20.000, teils sogar bis zu 50.000 Stunden.

Langzeittests bis zum Totalausfall sind bei LEDs nicht mehr möglich. Die EU-Bestimmungen schreiben deshalb Kriterien für eine Brenndauer von 6.000 Stunden vor: Maximal 10 Prozent der getesteten LEDs dürfen vorzeitig ausfallen, 90 Prozent müssen nach 6.000 Stunden noch brennen. Nach dieser Zeit müssen die LEDs mindestens 80 Prozent ihrer ursprünglichen Leuchtkraft erreichen.

Für die Praxis bedeutet das: LEDs können auch deutlich vor der angegebenen Brenndauer ausfallen bzw. in ihrer Helligkeit nachlassen. Bei fest verbauten LEDs bedeutet dies in der Regel das Aus für die gesamte Leuchte – die Leuchte wird so zum Wegwerfprodukt.

Wichtig: LED-Lampen und -Leuchten dürfen nicht über den Hausmüll entsorgt werden sondern müssen an kommunalen Sammelstellen abgegeben werden.

Verschleißteile wechseln – gegen eingebauten Verschleiß

Der VSB fordert im Sinne des Verbraucher- und Ressourcenschutzes, dass Verschleißteile wie LEDs ausgewechselt werden können. Auf diese Weise lassen sich Schäden an Lampe wie auch an Leuchte getrennt beheben.

Unser Tipp: Bevorzugen Sie Leuchten mit austauschbaren LEDs. So können Sie ausgefallene Leuchtmittel problemlos wechseln und in Helligkeit und Farbtemperatur dem gewünschten Verwendungszweck anpassen.

EU-Energielabel für Leuchten – Informationen zur Effizienz und Wechselmöglichkeit des Leuchtmittels

Fest verbaute LEDs machen Wechsel unmöglich
Foto: © European Union, 1995-2016

Seit 2014 werden auch Leuchten mit dem EU-Energielabel gekennzeichnet. Die Angaben beziehen sich nicht auf die Leuchte selbst sondern auf die jeweiligen Lampen, die eingesetzt werden können oder bereits enthalten sind.

Zum Verkauf angeboten werden Leuchten mit oder ohne Lampe, beigefügte Lampen wiederum können austauschbar oder fest eingebaut sein. Das Energielabel auf Leuchten gibt an,

  • in welche Energieeffizienzklasse zur Leuchte passende Lampen eingestuft sein müssen („Diese Leuchte ist geeignet für Leuchtmittel der Energieeffizienzklassen…“),
  • welche Lampen mitgeliefert werden („Diese Leuchte wird verkauft mit einem Leuchtmittel der Energieklasse…“) bzw.
  • welche bereits fest eingebaut sind („Diese Leuchte enthält eingebaute LED-Lampen der Effizienzklasse … . Die LED-Lampen können in der Leuchte nicht ausgetauscht werden.“)

Seit 1. September 2016 gelten neue EU-Vorschriften: Es dürfen nur noch Leuchten in Verkehr gebracht werden, die mit Lampen der Energieeffizienzklassen A+ und besser kompatibel sind. Beigefügte Leuchtmittel müssen mindestens die Energieeffizienzklasse A erreichen.

Vorsicht: Bereits in den Regalen stehende Restbestände dürfen noch verkauft werden.

Tipps zum Lampenkauf

Rund 10 Prozent des Stromverbrauchs eines durchschnittlichen Haushalts in Deutschland werden durch Beleuchtung verursacht. LED-Lampen sind auf dem Vormarsch: Der geringere Stromverbrauch gleicht den höheren Anschaffungspreis schon nach ein bis zwei Jahren wieder aus.

Der VSB empfiehlt:

  • Bevorzugen Sie effiziente Leuchtmittel, achten Sie auf das Energielabel. Neben der Effizienzklasse finden Sie Angaben zum Stromverbrauch der Lampe bei einer Nutzungsdauer von 1.000 Stunden.
  • Achten Sie beim Lampenkauf darauf, dass Helligkeit, Farbwiedergabe und Lichtfarbe dem jeweiligen Verwendungszweck entsprechen.
  • Notieren Sie sich vor dem Kauf Sockel, Länge und Durchmesser, damit die neue Lampe in die Leuchte passt.
  • Informieren Sie sich mit Hilfe von Testberichten, z.B. der Stiftung Warentest.
  • Reklamieren Sie einen vorzeitigen Ausfall: Heben Sie für diesen Fall den Kassenzettel auf und notieren Sie darauf, wo und wann Sie die entsprechende Lampe eingesetzt haben.

Links:

Bund der Energieverbraucher: Durchbruch bei LED

Ecotopten: Kauftipps für LED-Lampen

EU.Label: Stichtag 1. September 2016: Neue Bestimmungen für Leuchten

heise online: Sind LED-Lampen zu lange haltbar

Stiftung Warentest: LED-Lampe, Sparlampe, Beleuchtung

Stiftung Warentest: Neue Vorschrift für Leuchten

Umweltbundesamt: Häufige Fragen zum Thema Licht

den ganzen Artikel zeigen