Umwelt

16.06.2013

Feuchtigkeit im Keller

Gerade in den Sommermonaten kann falsches Lüften Feuchtigkeitsprobleme in kühlen Kellerräumen verstärken bzw. sogar verursachen.

Beim Lüften auf die Außentemperatur achten!
Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. So kann 25 °C warme Luft etwa 20 Gramm Wasser pro Kilogramm trockene Luft aufnehmen, bei 15 °C sind es lediglich noch rund 11 Gramm. Kühlt wärmere Außenluft an kalten Wänden unter den Taupunkt ab, kann sich dort Wasser abscheiden.

In den Sommermonaten kann die Temperatur in Kellern oder in Räumen ohne direkte Sonneneinstrahlung niedriger sein als die Außentemperatur. In diesen Räumen kann falsches Lüften zu mehr Feuchtigkeit führen. Tipps:

  • Kontrollieren Sie mit einem Laserthermometer bzw. einem Hygrometer die Temperatur und Luftfeuchtigkeit an den Wänden.
  • Vergleichen Sie die Luftfeuchtigkeit vor und nach dem Lüften. Nach dem Lüftungsvorgang sollte der Wert niedriger sein als zuvor.
  • Achten Sie auf die Außentemperatur. Lüften Sie Ihren Keller nur dann, wenn es im Freien kälter ist als drinnen. Bei Wärmebedarf sollte zusätzlich zur Stoßlüftung eine Beheizung der Räume auch im Sommer erfolgen.
  • Bei hohen Außentemperaturen sollten Sie Fenster tagsüber geschlossen und höchstens nachts bzw. in den frühen Morgenstunden öffnen.
  • Bei kühlen Außentemperaturen sollten Sie den Raum mehrmals täglich kurz stoßlüften, d.h. die Fenster weit öffnen. Kann der Keller beheizt werden, ist die Lüftung umso effektiver: Wird die kühle und damit trockenere Außenluft im Raum erwärmt, kann sie Feuchtigkeit aufnehmen und mit dem nächsten Lüftungsvorgang ins Freie abtransportieren.

Wasser im Keller
Ist Wasser beispielsweise infolge von Hochwasser in Kellerräume eingedrungen, sind gezielte Maßnahmen erforderlich, um die Feuchtigkeit zu beseitigen und Folgeschäden zu vermeiden. Bei Bedarf sollte fachmännischer Rat eingeholt werden.

  • Das Wasser sollte möglichst umgehend abgepumpt bzw. aufgewischt werden.
  • Räumen Sie die betroffenen Räume möglichst komplett aus. Feuchte Bodenbeläge, Wandverkleidungen etc. sollten Sie entfernen und außerhalb des Kellers trocknen bzw. ggf. entsorgen.
  • Nach größeren Überschwemmungen ist in der Regel der Einsatz von Trocknungsgeräten erforderlich. Insbesondere bei hohen Außentemperaturen oder schwül-warmer Witterung im Sommer sind Lüftungsmaßnahmen nicht geeignet, um feuchte Kellerräume zu trocknen.

Bewährte Methoden zur Trockenlegung

Kondensationstrockner leiten die feuchte Raumluft über einen kalten Wärmetauscher. Dort wird sie unter den Taupunkt abgekühlt, so dass sich Kondenswasser bildet. Das Wasser wird in einem Behälter gesammelt, der regelmäßig ausgeleert werden muss. Wichtig ist, dass die Leistung des Geräts auf die jeweilige Raumgröße ausgelegt ist. Türen und Fenster sollten geschlossen bleiben. Stiftung Warentest empfiehlt, das Gerät bei einer relativen Luftfeuchte von 40 bis 50 Prozent abzuschalten.

Adsorptionstrockner leiten die Luft an entsprechenden Trockenmitteln vorbei, welche die Feuchtigkeit aufnehmen. Durch Wärmezufuhr wird die aufgenommene Feuchtigkeit anschließend einem zweiten Luftstrom zugeführt und nach außen geleitet. Bei diesem Verfahren ist eine Raumöffnung erforderlich, damit Außenluft nachströmen kann.

Auch Infrarot und Mikrowellen werden zum Trocknen von Baustoffen verwendet. Allerdings sind diese Verfahren nicht für einen großflächigen Einsatz geeignet und können durch zu starke Hitzebildung Bauteile schädigen. Die ausgetriebene Feuchtigkeit muss anschließend aus der Raumluft abgeführt werden. Das Umweltbundesamt empfiehlt, Mikrowellentrocknung nur in Sonderfällen und von fachkompetenten Personen durchzuführen.

Wenn Sie Trocknungsgeräte nur kurz benötigen, empfiehlt es sich diese auszuleihen. Je nach Ausmaß des Schadens sollte fachmännischer Rat eingeholt werden. Sind beispielsweise Estrichdämmschichten betroffen, sollte ein Fachmann hinzugezogen werden.

Wenn Sie ein Gerät ausleihen oder eine Firma beauftragen möchten, sollten Sie vorab verschiedene Angebote einholen und vergleichen. Stiftung Warentest empfiehlt in diesem Zusammenhang Verträge mit laufzeitunabhängigen Festpreisvereinbarungen.

Wenn das Wasser tief ins Mauerwerk eingedrungen ist, dauert der Trocknungsprozess entsprechend länger. Auch in den folgenden Monaten sollten Sie die Luftfeuchtigkeit kontrollieren und gezielt lüften und ggf. heizen.
 

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