Umwelt

05.07.2016, Gemeinsam gegen Plastik

Getränke: Mehrwegflaschen für das Klima

Ob aus Glas oder Kunststoff – Mehrwegflaschen sind umweltfreundlicher als Einwegflaschen. Doch immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher greifen zu Einwegverpackungen. Der VSB klärt auf.

Getränke: Mehrwegflaschen für das Klima
Foto: © Hans - pixabay.com

17 Milliarden Einwegflaschen wurden der Deutschen Umwelthilfe zufolge in Deutschland im Jahr 2015 verbraucht, das macht zwei Millionen Flaschen pro Stunde. Nach dem Austrinken werden diese sofort zu Abfall, der geschreddert und anschließend, häufig in globalen Kreisläufen, recycelt wird.

In den letzten Jahren konnten Einwegverpackungen damit kontinuierlich Zuwächse verzeichnen. Inzwischen sind mehr als die Hälfte der pfandpflichtigen Getränke in Einweg-, lediglich noch 45 Prozent in Mehrwegflaschen abgefüllt. Dabei sprechen viele Gründe für die Mehrfachnutzung.

Nachhaltig Trinken – ohne Plastikmüll

Mehrwegflaschen aus Glas können bis zu 50-mal, solche aus Kunststoff bis zu 25-mal wieder befüllt werden. Im Vergleich zu Einwegflaschen und -dosen, die nur einmal genutzt werden, sind Mehrwegflaschen aus Glas und Kunststoff damit wesentlich umweltfreundlicher: Sie verbrauchen auf ihrem Lebensweg weniger Energie und Rohstoffe und verursachen weniger Treibhausgase. Ihre Umweltbilanz ist umso besser, je kürzer der Transportweg ist:

  • Die Abfüllung von 1 000 Liter Wasser in 1-Liter-PET-Einwegflaschen erfordert rund 35 Kilogramm Materialien. In 1-Liter-PET-Mehrwegflaschen werden aufgrund der mehrfachen Befüllung für die gleiche Wassermenge weniger als 10 Kilogramm Materialien benötigt.

  • Pro Liter Wasser in Mehrweg-Glasflaschen werden 55 Gramm weniger CO2 ausgestoßen als für die gleiche Menge in PET-Einwegflaschen.

  • Während Einwegverpackungen meist von wenigen Unternehmen zentral vertrieben werden, sind es bei Mehrwegsystemen meist regionale Kreisläufe. Neben kürzeren Transportwegen werden durch das Reinigen und Wiederbefüllen Arbeitsplätze in der Region geschaffen.

Der VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB) empfiehlt:

  • Wählen Sie möglichst regionale Anbieter.
  • Bevorzugen Sie Getränke in Mehrwegflaschen, behandeln Sie diese schonend. Besonders empfehlenswert sind einheitliche Standardflaschen, so genannte Poolflaschen.
  • Meiden Sie kleine Größen. Mit zunehmender Größe verringert sich der Verpackungsaufwand. 
  • Bei PET-Einweg gilt: Leichte Flaschen mit 1,5 Liter Inhalt und einem hohen Recyclinganteil schneiden vergleichsweise günstig ab. 
  • Pur oder selbst gesprudelt, trinken Sie Leitungswasser. Wer Leitungswasser trinkt, kommt sogar ganz ohne Verpackungsmüll, Transport und Kistenschleppen aus: Das Trinkwasser kommt direkt ins Haus und ist nicht nur umweltfreundlicher sondern auch preislich wesentlich günstiger als „Wasser aus dem Geschäft.“ Genaue Angaben zur Zusammensetzung und Qualität Ihres Leitungswassers erhalten Sie bei Ihrem Wasserversorger. Er kann Ihnen gegebenenfalls auch Labore nennen, die Wasseruntersuchungen durchführen.
    Wichtig: Steht das Wasser längere Zeit in der Leitung, kann sich die Qualität verschlechtern. Verwenden Sie für Lebensmittelzwecke nur frisches Leitungswasser und warten Sie, bis es richtig kalt aus der Leitung kommt.

Pfand nicht gleichbedeutend mit Mehrweg

Pfandpflichtig oder pfandfrei, Mehrweg oder Einweg, Glas, Kunststoff oder Alu: die Vielfalt an Getränkeverpackungen ist groß, Regelungen zur Pfandpflicht, Kennzeichnung und Rückgabe oftmals verwirrend. Da wundert es nicht, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher Getränkeverpackungen mit Pfand automatisch für Mehrwegverpackungen halten.

Für Mehrwegflaschen ist immer ein Pfand zu zahlen. Die Tatsache, dass ein Pfand erhoben wird, bedeutet allerdings nicht automatisch, dass es sich um eine Mehrwegverpackung handelt. Denn auch die meisten Einwegflaschen und -dosen sind pfandpflichtig.

Ohne Pfand erhältlich sind lediglich Frucht- und Gemüsesäfte/-nektare sowie Milchgetränke mit einem Milchanteil von mindestens 50 Prozent. Ebenso wird auf Wein und Spirituosen sowie auf diätetische Getränke für die Säuglings- und Kleinkinderernährung kein Pfand erhoben.

Verpackungen wie Getränkekartons, Schlauch- und Standbeutel werden als „ökologisch vorteilhaft“ eingestuft und sind deshalb ebenfalls vom Einweg-Pfand ausgenommen. Wichtig ist, dass diese über den Gelben Sack bzw. die Gelbe Tonne entsorgt und so der Wiederverwertung zugeführt werden.

So erkennen Sie Mehrwegflaschen:

  • Achten Sie auf die Höhe des Pfands: 8 oder 15 Cent Pfand sind typisch für Mehrwegpfandflaschen.
  • Mehrwegflaschen erkennen Sie an dem Logo "MEHRWEG – Für die Umwelt" oder an Hinweisen wie "Mehrweg" bzw. "Pfandflasche".

Logo Mehrweg-Logo

So erkennen Sie Einwegflaschen:

  • Das Einwegpfand beträgt immer 25 Cent!
  • Einwegpfandflaschen und -dosen sind immer mit dem DPG-Logo der Deutschen Pfandsystem GmbH (DPG) versehen.

Einweg-Logo

 

Achtung: Pfandpflichtige Einwegflaschen sind auch in Mehrwegkästen erhältlich. Während die Kästen mehrfach genutzt werden, werden die Flaschen nach einmaliger Nutzung recycelt.

 

Links

Deutsche Umwelthilfe: Mehrweg hat viele Vorteile

Spiegel-Online: Branchenplan: Einweg-Pfandflaschen werden künftig gekennzeichnet

Stiftung Warentest: Verpackungen für Mineralwasser: Mehrwegflaschen besser

Umweltbundesamt: Deutsches Trinkwasser erhält wieder die Note sehr gut

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