Umwelt

09.02.2026

Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll nutzen

Zwei von drei Befragten nutzen laut KI-Studie 2025 vom TÜV-Verband generative künstliche Intelligenz (KI). Damit stieg die Nutzerzahl auf 65 Prozent im Jahr 2025 erheblich an. Unabhängig davon, ob ChatGPT, Gemini, Claude, Copilot oder Perplexity zum Einsatz kommen, bringt die KI nach Informationen von AlgorithmWatch Probleme mit sich. Zudem ist der Verbrauch von Energie, Wasser und Ressourcen groß und steigt weiter an. Der VerbraucherService Bayern ermutigt zu einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Verwendung.

KI Umweltschutz, Energieverbrauch Wasserverbrauch Rechenzentren© Canva
KI bietet auch das Potential, zu Umwelt- und Klimaschutz beizutragen.


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Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren von der Nutzung der künstlichen Intelligenz, wenn sie sich den damit verbundenen Herausforderungen stellen, Kompetenzen im Umgang erwerben und die Chancen und Möglichkeiten dieser digitalen Technologie entdecken. Wichtig: Risiko und Nutzen der Technologie in Einklang zu bringen.

Was ist generative Künstliche Intelligenz?

KI-Systeme lernen aus Daten. Sie erkennen Muster und stimmen ihr Verhalten darauf ab. Das ist vergleichbar mit dem Menschen, der durch Beobachtung und Erfahrung lernt. Erhält die KI neue Informationen, passt sie ihre Algorithmen an. Auf diese Weise werden bessere Ergebnisse erzielt. Die KI trifft auch Entscheidungen: Auf der Grundlage des Gelernten bewertet sie verschiedene Möglichkeiten und wählt die beste aus. Die KI weiß viel, ist aber weder intelligent noch kreativ.

Auswirkungen auf die Umwelt – CO2-Emissionen, Energie- und Wasserverbrauch

Nach einer Studie des Fraunhoferinstituts liegt der jährliche Gesamtstrombedarf der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) in Deutschland im Jahr 2025  bei 54,4 TWh. Prognosen legen einen Anstieg auf rund 75,5 TWh im Jahr 2035 nahe. Primär tragen die Rechenzentren zu diesem Anstieg bei, die Datenspeicherung auf lokalen Rechnern hat an Bedeutung verloren. Die zunehmende Nutzung von Daten aus der Cloud und von der KI erfordern die Bereitstellung steigender Rechnerkapazitäten in mehr Rechenzentren. Ein auch in Zukunft anwachsender Energiebedarf wird durch die Weiterentwicklung und die zunehmende Anwendung der Künstlichen Intelligenz (KI) vorhergesagt. Optimierte Kühl- und Stromversorgungsinfrastrukturen, sowie technische Fortschritte im Bereich der Mikroelektronik und Photonik kompensieren den zunehmenden Energiebedarf nicht mehr. Neue Rechenzentren sollten idealerweise ihren Energiebedarf ausschließlich mit erneuerbarer Energie decken und so dem Klimawandel entgegenwirken. Dieses Ziel schränken die planetaren Grenzen von Ausbau und Nutzung erneuerbarer Energien ein.  

Die Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) entstehen in der Hauptsache durch den Herstellungsprozess. Von den gesamten durch IKT-Geräte verursachten THG-Emissionen von der Herstellung bis zur Nutzung, entfiel auf die Herstellung im Jahr 2025 ein Anteil von rund 33 Prozent. Die Vorhersage lässt einen weiteren Anstieg erwarten. Den Hauptanteil verursachen bisher die vielen Endgeräte in privaten Haushalten. Eine deutliche Zunahme herstellungsbedingter Emissionen ist darüber hinaus in den letzten zehn Jahren dem Aus- und Aufbau der Rechenzentren geschuldet. Eine längere Lebensdauer für Rechner- und Speichersysteme puffert die Zunahme an THG-Emissionen ab.

Eine Studie des Ökoinstituts ermittelt im Auftrag von Greenpeace für die weltweiten Datenzentren im Jahr 2025 einen riesigen Wasserkonsum in Höhe von 279 Milliarden Litern. Trotz verbesserter Kühltechnologie wird für das Jahr 2030 mit einem Anstieg auf 664 Milliarden Litern gerechnet. Wasser ist für die Kühlung der Hardware, aber auch für die Energieerzeugung und die Herstellung der IKT-Technologie erforderlich.

Gezielter Einsatz für die Umwelt und den Klimaschutz

KI bietet auch das Potential, zu Umwelt- und Klimaschutz beizutragen. Die KI empfiehlt beispielsweise Baumarten, die angepflanzt werden sollten, um ein Waldgebiet an den Klimawandel anzupassen. Die Kreislaufwirtschaft lässt sich mittels KI umwelt- und ressourcenschonender aufbauen. Künstliche Intelligenz ist beispielsweise auch in der Lage, die Abfallsortierung zu optimieren. So erhöhen sich Recyclingquoten von Kunststoffen, Textilien oder Gewerbeabfällen. Auch der Güter- und Personenverkehr lässt sich mit KI-basierten Verfahren effizienter und damit klimaschonender gestalten.

Nachhaltige Entscheidungen treffen – Tipps für Verbraucherinnen und Verbraucher

Durch bewussten Konsum und einen achtsamen Umgang mit den digitalen Möglichkeiten, können Verbraucherinnen und Verbraucher die Digitalisierung nachhaltig mitgestalten:

  • Gehen Sie Ihren eigenen KI-Weg: Finden Sie für sich passende Einsatzmöglichkeiten, Nehmen Sie sich Zeit, Neugier und Mut zum Experimentieren.
  • Weniger ist mehr: Nutzen Sie die KI nicht aus reiner Bequemlichkeit, sondern als wirkliche Unterstützung so viel wie nötig, so wenig wie möglich.
  • Erwerben Sie Kompetenzen im Umgang mit der KI: Verschiedene Akteure bieten kostengünstig und z.T. kostenfreie Unterstützung an. Z.B. IHK, VHS, Internetcafés.
  • Engagieren Sie sich zum Thema KI:  Nutzen Sie Chancen, durch eigene Aktivität in Gemeinschaft die Landschaft der KI mitzugestalten. Bund: Digital die Welt retten
  • Überprüfen Sie kritisch die von der generativen KI erzeugten Ergebnisse: Fakten, transportierter Inhalt, Stil und Tonfall müssen stimmen.

Weiterführende Infos

AlgorithmWatch: Ressourcenverbrauch von KI
Schätzungen der Bundesregierung 
Wie hoch ist der Wasserverbrauch einer KI?
Heise: Wasserverbrauch, die große Unbekannte bei der zunehmender KI-Nutzung
Umweltbundesamt: Digitalisierung und Gemeinwohl