Umwelt

17.11.2015, Europäische Woche der Abfallvermeidung

Müll vermeiden, Ressourcen schonen: Tauschen statt kaufen

 

Die Abfolge aus Kaufen, Entsorgen und erneut Kaufen kostet Geld, Ressourcen und erhöht das Abfallaufkommen. Leihen, teilen, tauschen – angesichts der Schattenseiten unseres Konsums gewinnen Alternativen an Bedeutung.

Müll vermeiden, Ressourcen schonen: Tauschen statt kaufen
Foto: © jinga80 - Fotolia.com
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Müll vermeiden, Ressourcen schonen: Tauschen statt kaufen
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Vieles, was gekauft wird, wird nur kurz oder selten benötigt. Pro Haushalt befinden sich im Schnitt ungenutzte Gegenstände im Wert von rund 1.000 Euro. Um Ressourcen, Geld und Platz zu sparen, sollte man sich vor jedem Kauf fragen: Brauche ich das Produkt wirklich? Muss ich es neu kaufen?

Zum Neukauf gibt es oft sinnvolle Alternativen wie beispielsweise das Tauschen. Dank Internet können auch Menschen, die nicht in der näheren Umgebung leben, miteinander Waren austauschen. Tauschen hat neben der Einsparung von Ressourcen einen weiteren positiven Effekt: Durch gegenseitige Verrechnung von Tauschleistungen wird ein ausgeglichenes Geben und Nehmen angeregt und die Bereitschaft zur Nachbarschaftshilfe gefördert.

Tauschringe als alte und neue Konsumform

Tauschhandel war vor der Erfindung des Geldes die übliche Handelsform. Kinder tauschen auch heute ganz selbstverständlich gegenseitig ihre Schätze aus. In vielen Orten in Deutschland gibt es mittlerweile Tauschringe – z.B. als organisierte Nachbarschaftshilfe oder als Verein. Das Prinzip: jedes Mitglied kann Waren oder Dienstleistungen anbieten und die Angebote anderer Mitglieder in Anspruch nehmen, z.B. Reparaturen, Verleih von Werkzeug oder Tausch von Kleidung. Abgerechnet wird nicht in Geld, sondern in Zeiteinheiten bzw. einer speziellen Tauschwährung, die ebenfalls in Zeit umgerechnet wird. Auch Verhandeln zwischen den Tauschpartnern ist möglich.

Je nach Tauschring können geringe monatliche oder jährliche Gebühren sowie Belastungen auf dem Zeitkonto für die erforderliche Vereinsarbeit anfallen. Wer nur gelegentlich etwas tauschen möchte, kann zum Nulltarif auf eine Internet-Plattform zugreifen. Dann fallen normalerweise nur die Versandkosten an, die der Versender zu tragen hat.

Wie finde ich einen Tauschring?

Über Angebote vor Ort erhält man beispielsweise über die Suchfunktion im Internet Auskunft. Ein nach Postleitzahlen abrufbares Tauschringverzeichnis findet man unter www.tauschring.de, das sich sowohl mit postalischer Adresse als auch mit direkter Verlinkungsmöglichkeit anzeigen lässt. Die Seite www.tauschringadressen.de bietet eine umfangreiche Übersicht und nützliche Informationen über alle im Tauschringverzeichnis registrierten Tauschringe. So sind auch zusätzlich Videoaufzeichnungen anzuschauen, die Beispiele aus der Tauschpraxis zeigen. Verschiedene Online-Tauschbörsen sind auf www.utopia.de mit einer kurzen Beschreibung aufgelistet.

Passende Angebote aus anderen Tauschringen

Auch über die Grenzen des regionalen Tauschrings hinaus gibt es Möglichkeiten zu tauschen:

Mehr als 90 Tauschringe in Deutschland und Österreich haben sich zum überregionalen Ressourcen-Tauschring (RTR) zusammengeschlossen. Die Mitglieder der angeschlossenen Tauschringe können gegenseitig Waren und Dienstleistungen tauschen. Verrechnet wird ausschließlich in Zeit, dabei entspricht 1 Stunde 60 RTR-Zeittalenten.

Weiterhin gibt es die Online-Plattform AcrossLETS (= Across Local Exchange Trading Systems) als überregionale Tauschgemeinschaft und Verrechnungsstelle mit eigener Verrechnungseinheit. Mitglieder können sowohl Einzelpersonen als auch Tauschgemeinschaften sein. Diese können wahlweise in der Tauschwährung ihres lokalen Tauschrings abrechnen lassen. Beispiele für überregionales Tauschen sind Übernachtungsmöglichkeiten, Mitfahrgelegenheiten oder Umzugshilfen.

Die Europäische Woche der Abfallvermeidung

Vom 21. bis 29. November 2015 steht nachhaltiges Abfallmanagement in Europa im Fokus. Die Europäische Abfallwoche soll auf einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen aufmerksam machen. Neben Vermeiden von Abfall und Erhöhen der Recyclingquoten ist ganz besonders wichtig, den Kauf neuer Produkte einzuschränken, wenn dafür keine Notwendigkeit besteht.

„Kollektiver Konsum“ heißt ein Schlagwort von Utopia.de. Manche Dinge kann man vielleicht gemeinschaftlich nutzen (teilen) oder sich ausleihen. Gebrauchte Produkte kaufen bzw. verkaufen ist ebenfalls eine Möglichkeit, oder ganz einfach tauschen.

Weitere Informationen im Internet:

Umweltbundesamt: Leihen, tauschen, teilen

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz: Nachhaltig konsumieren – Gebraucht kaufen und verkaufen

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz: Nachhaltig konsumieren – Leihen, teilen und schenken

Utopia: Die wichtigsten Tauschbörsen im Internet

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