Umwelt

14.07.2015, Bayerische Klimawoche

Nachhaltig mobil – wie können Treibhausgase minimiert werden?

Mit der Bayerischen Klimawoche, die vom 17. bis 26. Juli 2015 stattfindet, soll ein Akzent auf klimabewusstes Handeln in verschiedenen Lebensbereichen gesetzt und damit auch langfristig ein Bewusstsein dafür geschaffen werden. Bis 30. September 2015 findet ein Videowettbewerb „Werde Bayerns Klima-Meister“ statt.

Nachhaltig mobil – wie können Treibhausgase minimiert werden?
Foto: © VRD - Fotolia.com

Besonders wichtig ist die Minderung von Treibhausgasen. So bietet es sich kurz vor dem Start in die Sommerferien an, sich über das eigene Mobilitätsverhalten Gedanken zu machen. Dies soll keineswegs die Urlaubsfreude trüben, sondern zu neuen Ideen mit bisher vielleicht unbeachteten Möglichkeiten führen.

Mobil sein – so viel Freiheit darf sein

Mobilität heißt, beweglich zu sein und wird noch oft mit motorisiertem Verkehr gleichgesetzt. Jedoch ist die „Patchwork-Mobilität“ (Michael Adler, Chefredakteur der Zeitschrift fairkehr) bereits Realität und verbreitet sich weiter: Man entscheidet sich je nach Situation für die jeweils passende Fortbewegungsart, dabei sind die verschiedensten Kombinationen möglich.

Autoverkehr verursacht 20 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland

Jede vierte Autofahrt ist kürzer als 2 Kilometer. Diese Strecke lässt sich zu Fuß in rund 20 Minuten zurücklegen. Noch schneller geht es mit dem Fahrrad. Auf Kurzstrecken in der Stadt ist das Rad sogar schneller als das Auto. Wer zu Fuß geht oder mit dem Fahrrad fährt, schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe: Alltagsbewegung hält gesund, entspannt und ist kostengünstig. Zudem verbrauchen Radfahrer und Fußgänger keine fossilen Brennstoffe und verursachen weder Lärm noch Treibhausgase.

Ist radeln zu beschwerlich, z.B. bei größeren Entfernungen, in hügeligem Gelände oder mit einem Anhänger, kann ein Fahrrad mit Elektroantrieb helfen. Ein Schritt in Richtung Gleichstellung zu Autofahrern: Für viele Städte gibt es spezielle Radfahrer-Stadtpläne.

Muss ein eigenes Auto tatsächlich sein?

Von den 24 Stunden, die jeder Tag hat, fährt ein Auto normalerweise nur zu einem sehr geringen Anteil, meistens ist es geparkt. Es wurde unter hohem Aufwand hergestellt, braucht Pflege und Wartung, erfordert Zeit und Zuwendung. Die Reifen altern – ob nun viel gefahren wird oder wenig.

Gerade für Wenig-Fahrer ist eine Miet-Variante oft attraktiver. Mietwagen und CarSharing machen unabhängig, um die Wartung muss man sich nicht kümmern und ein passendes Auto steht nach Bedarf in zahlreichen Städten an gut erreichbaren Standorten zur Verfügung. Heute ein Kleinwagen, nächste Woche ein Transporter, die Urlaubsfahrt in der Familienkutsche und im Alltag das Fahrrad oder der ÖPNV. Ab und zu ist auch noch eine Fahrt mit dem Taxi möglich.

Wer unsicher ist, ob er ein eigenes Auto benötigt, kann folgendes tun:

  • Kosten für Sprit, Wartung, Pflege und Reparaturen sowie die Fixkosten des Kfz notieren
  • Fahrten mit dem Auto nach Fahrtziel und Entfernung notieren
  • Kosten und Zeitaufwand verschiedener Verkehrsmittel vergleichen
  • Informationen einholen: wie können Fahrtziele ohne Auto erreicht werden?

Fernreisen und Klima

Ein einziger Flug nach Mallorca oder Teneriffa schädigt das Klima genauso wie ein Jahr Autofahren. Daher sollten Aufenthaltsdauer und Entfernung im angemessenen Verhältnis stehen. Pro 100 Kilometer Entfernung sollte es mindestens ein Tag am Urlaubsort sein. Kurzstreckenflüge sollte man nach Möglichkeit vermeiden, auch wenn niedrige Preise sehr verlockend sind.

Nicht als Freibrief sondern zur Schadensbegrenzung wurde die so genannte „Klimaspende“ konzipiert. Das Prinzip: Belastungen durch Flug oder Autofahren können durch eine Spende in ein Klimaprojekt kompensiert werden. Bei diesen Ausgleichszahlungen sollten Verbraucher darauf achten, ob das Geld in qualitativ hochwertige Klimaschutz-Projekte investiert wird und ob neben CO2 bei der Berechnung auch andere klimawirksame Effekte berücksichtigt werden. Dies garantieren die strengen Kriterien des Clean Development Mechanism CDM Gold Standards.

Vom Wissen zum Handeln

Wie stark eine Fahrt die Umwelt belastet, hängt von der Wahl des Verkehrsmittels und der zurückgelegten Entfernung ab. Das Umweltbundesamt hat 2014 einen Vergleich von Bus, Bahn, Auto und Flugzeug hinsichtlich des CO2-Ausstoßes veröffentlicht, wobei auch die durchschnittliche Auslastung – also Besetzung – der Fahr-/Flugzeuge berücksichtigt wurde. Pro Person und Kilometer (Pkm) ergaben sich folgende Werte (Kohlendioxid-Ausstoß in Gramm): Bus 30 g CO2/Pkm, Bahn 43 g CO2/Pkm, Auto 139 g CO2 /Pkm, Flugzeug 196 g CO2/Pkm.

Demnach sind Bus und Bahn im Vergleich am wenigsten klimabelastend. Günstige Angebote für Frühbucher und Gruppen lassen die Wahl auf diese Verkehrsmittel fallen. Aber auch bei Fahrten mit dem Auto können durch Bildung von Fahrgemeinschaften die Umwelt entlastet und durch finanzielle Beteiligung die Kosten gesenkt werden.

Materialien des VSB

Tipps für Fernreisen - Postkarte

Tipps zum Spritsparen - Postkarte

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