Umwelt

28.09.2018, Wie groß ist Ihr ökologischer Fußabdruck? - Teil 2

Nachhaltiges Wohnen

Unsere eigenen vier Wände bergen viel Potenzial, um nachhaltiger zu leben. In Deutschland macht das Wohnen den zweitgrößten Anteil (25 Prozent) am ökologischen Fußabdruck aus. Gleich nach der Ernährung spielt die Art, wie wir unser zu Hause nutzen und gestalten, eine große Rolle im Ressourcenverbrauch. Wie Sie Ihren ökologischen Fußabdruck möglichst klein halten, erfahren Sie in unserer 4-teiligen Serie. Dieser Beitrag informiert darüber, welche Maßnahmen im Wohnbereich sinnvoll sind.

Energieverbrauch senken

Heizenergie macht den Löwenanteil des Ressourcenverbrauchs im privaten Haushalt aus. Bezogen auf die Gesamtenergie, die Verbraucherinnen und Verbraucher im Haushalt nutzen, gehen rund zwei Drittel auf das Heizkonto. Der Rest entfällt auf Bereitstellung von Warmwasser sowie auf den Verbrauch von Strom zum Kochen, Waschen, Kühlen und Gefrieren.

Der Energieverbrauch hat sich von 1990 bis 2016 kaum verändert. Zwar nutzen Verbraucherinnen und Verbraucher durch bessere Isolierungen und energiesparende Technik in den einzelnen Haushalten weniger Energie. Dieser Effekt wird durch die Zunahme von Singlehaushalten, die Nutzung von mehr elektronischen Geräten und die steigende Wohnfläche pro Einwohner jedoch zunichte gemacht. Umso wichtiger ist der verantwortungsbewusste Umgang mit Energie jedes Einzelnen.

Leistungsstärkere Geräte kompensieren die Einsparungen auch beim Stromverbrauch. Verbraucherinnen und Verbraucher nutzen energiesparende Geräte und Leuchtmittel oftmals bedenkenlos. Der sogenannte Reboundeffekt (Lexikon der Nachhaltigkeit) macht Einsparungen dann zunichte. Es lohnt sich – zum Beispiel beim Verlassen des Raumes – auch besonders sparsame LEDs auszuschalten und den Standby-Modus auch bei energieeffizienten Elektrogeräten zu meiden.

Die gute Nachricht – Bereits kleine Maßnahmen tragen zur Energieeinsparung bei:

  • Nutzen Sie energiesparende Leuchtmittel wie LEDs.
  • Achten Sie bei Neuanschaffungen auf energieeffiziente Geräte.
  • Entlüften Sie Heizkörper regelmäßig.
  • Lieber warm anziehen, als Raumtemperatur erhöhen. Eine um 1°C höhere Raumtemperatur führt zu einer Steigerung des Energieverbrauchs um 6%.
  • In Haushalten ohne automatische Lüftungsanlage 2 – 3 Mal am Tag stoßlüften, in dieser Zeit Heizkörper ausstellen.
  • Verzichten Sie auf übermäßige Außenbeleuchtung Ihres Hauses. Neben dem Energieverbrauch schlägt auch die Lichtverschmutzung (Umwelttipp Lichtverschmutzung) negativ zu Buche.

Bis zu zwei Drittel der Heizkosten sparen Sie, wenn Sie in Wärmedämmung und effiziente Heiztechnik investieren. Die unabhängige Energieberatung des VSB unterstützt Sie vor Ort bei Ihren Energiesparmaßnahmen.

Weitere Tipps finden Sie unter: www.verbraucherservice-bayern.de/themen/energie/energiekosten-im-griff

Warmwasserverbrauch reduzieren

Für Baden, Duschen und Toilettenspülung etc. wurden im Jahr 2017 rund 123 Liter Wasser pro Kopf und Tag verbraucht. Laut Statista lag 1991 der Wasserverbrauch noch bei 147 Litern. Sparmaßnahmen wie die Stopp-Taste bei der Toilettenspülung und sparsame Haushaltsgeräte zeigen hier ihre Wirkung.

Achten Sie, um Ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, verstärkt auf den Warmwasserverbrauch. Nach der Heizwärme ist Warmwasser mit 12 Prozent einer der größten Energieverbraucher im privaten Haushalt. Mit Maßnahmen wie wassersparenden Armaturen oder Perlatoren lassen sich jederzeit Maßnahmen zur Reduzierung des warmen Wassers erreichen (UBA).

Wohnfläche

Wir wohnen auf immer mehr Fläche. Während ein Deutscher vor rund 50 Jahren im Durchschnitt rund 22 m² bewohnte, waren es im Jahr 2016 bereits 46,5 m². Prognosen sagen für das Jahr 2030 eine durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf von 54 m² voraus.

Die Gründe liegen an höheren Wohnansprüchen und der steigenden Zahl an Singlehaushalten. Beispielsweise werden Einfamilienhäuser zunehmend von älteren alleinstehenden Personen, die auch nach der Familienphase im Eigenheim bleiben, bewohnt.

Je mehr Fläche eine Person bewohnt, desto mehr Ressourcen beansprucht sie. Wohnraum benötigt Möbel und Bodenbelag, muss geputzt und instand gehalten werden. Auch der Schadstoffausstoß steigt bei größerer Fläche an. Wohnungen bedeuten auch Infrastruktur wie Straßen oder Öffentlichen Nahverkehr, wodurch wiederum der Flächenverbrauch steigt (Umwelttipp Flächenverbrauch).

Weniger Wohnfläche ist eine Art Ressourcen einzusparen. Wohngemeinschaften, einzelne Zimmer untervermieten oder mit den erwachsenen Kindern und Enkeln in einem Haus zu leben sind Beispiele für nachhaltiges Wohnen.

 

Quellen :

Energie-Atlas Bayern

Umweltbundesamt: Wohnen

Umweltbundesamt: Energieverbrauch privater Haushalte

Umweltbundesamt: Wohnfläche

Energiesparen im Haushalt

VSB: Energiekosten im Griff

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