Umwelt

05.02.2015, Umwelttipp

Reisen die das Klima freuen

Urlaubszeit ist Reisezeit! In den „schönsten Wochen des Jahres“ zieht es die meisten Menschen weg von zu Hause – ans Meer, in die Berge, in ferne Länder oder in eine andere Stadt. Doch was, wenn das schlechte Gewissen die Freude über den Tapetenwechsel trübt? Immerhin gelten Urlaubsreisen als mitverantwortlich für Treibhauseffekt und globale Erwärmung. Ganz vermeiden lässt sich beim Reisen die Entstehung von Treibhausgasen nicht, erklären die Umweltberater des Verbraucher Service Bayern im KDFB (VSB). Aber man kann deren Menge deutlich reduzieren und trotzdem einen schönen Urlaub verbringen. Ganz entscheidend sei die Wahl der Verkehrsmittel.

Reisen die das Klima freuen
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Fernreisen – negative Umweltfolgen mindern

Flugreisen sind zwar schnell und bequem, doch leider ist ihre Klimabilanz nicht sehr gut. Ein einziger Flug nach Mallorca oder Teneriffa schädigt das Klima genauso wie ein Jahr Autofahren! Orientieren Sie sich deshalb bei der Anreisestrecke an der Aufenthaltsdauer. Als Faustregel kann gelten: Ein Tag am Urlaubsort pro 100 Kilometer Entfernung.

Ist ein Flug unumgänglich, können Sie die entstehenden Treibhausgase durch eine Spende in ein Klimaprojekt ausgleichen. Manche Fluggesellschaften bieten solche Kompensationszahlungen direkt beim Online-Buchen an. Hilfreich sind hier auch sogenannte Kompensationsrechner im Internet.

„Verbraucher sollten darauf achten, dass solche Rechner neben CO2 auch andere klimawirksame Effekte wie Wolkenbildung sowie die Emission von Partikeln und Stickoxiden in großer Höhe berücksichtigen“, rät Lars Mönch, Fachgebietsleiter Schadstoffminderung und Energieeinsparung am Umweltbundesamt. Außerdem sollte sichergestellt sein, dass das Geld in qualitativ hochwertige Klimaschutz-Projekte investiert wird. Dies garantieren die strengen Kriterien des CDM (Clean Development Mechanism)-Gold Standard.

Umweltfreundliche Verkehrsmittel bevorzugen

Wer klimafreundlich reisen will, sollte grundsätzlich verschiedene Verkehrsmittel möglichst optimal kombinieren und nutzen. Wer auf das Auto angewiesen ist, kann auf weiten Strecken möglichst spritsparend mit konstanter Geschwindigkeit fahren. Wichtig außerdem: Laden Sie das Fahrzeug nicht zu voll. Prüfen Sie vor der Abfahrt, ob der Reifendruck dem Wert für Vollbeladung entspricht.

Im Hinterkopf sollte sein, dass Bahn und Bus klimafreundlicher sind als Flugzeug oder Auto. Für alle, denen die Bahn zu teuer ist, sind die neuen Fernbusse eine kostengünstige Alternative. Oft ist sogar die Fahrradmitnahme problemlos und bequem möglich. Prüfen sollten Reisende auch die Möglichkeit von Carsharing am Urlaubsort. In 14 deutschen Städten gibt es beispielsweise ein neues Modell, das sich besonders für spontane Kurz-Ausflüge eignet: Beim sogenannten Free-Floating orten und buchen registrierte Kunden ihr Auto ganz einfach im Internet, per Smartphone oder Telefon-Hotline. Aufgesperrt wird es mit einer funkbetriebenen Karte und los geht's!

Ansonsten gilt es vor Ort natürlich, emissionsarme Fortbewegungsarten wie öffentliche Verkehrsmittel, Fahrradfahren oder Wandern zu bevorzugen. Das ist oft nicht nur gesund, sondern macht auch Spaß und eröffnet vielleicht sogar ganz neue Möglichkeiten. Warum den Urlaub nicht nutzen, um ein E-Bike oder ein neues Radmodell zu testen? Viele Regionen haben Spezialangebote zu Wandern, Radfahren und anderen umweltfreundlichen Aktivitäten. Erkundigen Sie sich! Oft gibt es neben kostengünstigen Nahverkehr-Tickets Fahrräder zum Ausleihen.

Umweltfreundliche Unterkunft suchen

Zum klimafreundlichen Reisen gehören auch Unterkunft und Verpflegung. Wer sich beispielsweise mit Lebensmitteln aus der Urlaubsregion versorgt, lernt nicht nur die Küche seines Gastlandes kennen, er spart auch Energie und Emissionen durch lange Transportwege, erklären die VSB-Umweltberater.

Fragen bei der Wahl der Beherbergung sind zum Beispiel: Gibt es spezielle Energie- und Wassersparmaßnahmen? Wird auf den täglichen Handtuch-Wechsel verzichtet? Wie sieht es mit der Abfallvermeidung und -trennung aus? Bei der Suche können Labels, wie die „Blaue Schwalbe“ oder „Viabono“, helfen. Doch über 140 Gütesiegel im Tourismusbereich machen die Situation nicht gerade übersichtlich. Eine gute Orientierung bietet der „Wegweiser durch den Labeldschungel“.

Klar sollte sein: Klima-Verantwortung kann nicht vollständig an ein Label delegiert werden. Wichtig ist das eigene Handeln. Dazu gehört, sich mit den speziellen ökologischen Problemen des Reiseziels auseinanderzusetzen und sich entsprechend zu verhalten. Der Lohn ist das Gefühl, einen Beitrag dazu geleistet zu haben, um unseren Nachkommen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen – und das kann einen Urlaub auch bereichern.

Klimafreundlich Reisen – individuelle Beratung

Beratung und Informationen bieten die Umweltberatungsstellen Ansbach, Augsburg, Passau und Regensburg des VerbraucherService Bayern.

 

Info-Broschüre: Das Reise 1&1

Weitere Informationen rund ums Reisen, insbesondere rechtliche Tipps, finden Sie in unserer Broschüre Das Reise 1&1. Die Broschüre erhalten Sie in unseren Beratungsstellen oder hier als Download: >> Das Reise 1x1

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