Umwelt

12.10.2020, Filme und Musik streamen

Streaming statt DVD: Klimaschutz durch digitale Datenübertragung?

Das Streaming von Filmen und Musik liegt im Trend. Dabei werden Videos und Musik über eine Internetverbindung abgerufen und meist zeitgleich wiedergegeben. Auf diese Weise konsumieren Nutzer Filme, Serien und Musik – anders als beim klassischen Fernsehen und Radio – unabhängig von Ort und Zeit. Streaming ersetzt den Kauf von DVDs und CDs. 

Streaming statt DVD: Klimaschutz durch digitale Datenübertragung?Foto: © anyaberkut - Fotolia.com

Da hierbei die Herstellung und der Vertrieb von DVDs und CDs entfallen, verspricht Streaming zunächst einen Umweltvorteil. Günstig wirkt sich insbesondere der Wegfall von Autofahrten für das Kaufen bzw. Ausleihen von DVDs oder CDs aus. Zudem streamen immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher mit Smartphones oder Tablets, die im Vergleich zu PCs, Fernsehgeräten und DVD-Rekordern weniger Strom benötigen. Dafür verbrauchen die Nutzer unbemerkt Energie für die Datenübertragung und -bereitstellung in Rechenzentren. Mit einem Anteil von 75 Prozent verursacht Streaming bereits heute den größten Teil des globalen Datenverkehrs (Borderstep Institut).

Riesige Auswahl, schneller Zugriff – wachsendes Angebot führt zu steigendem Konsum

Kinofilme, TV-Serien, Dokus oder Musikvideos – das Angebot an Filmen im Internet steigt. Erhältlich sind diese über Mediatheken von TV-Sendern, über Streaming-Dienste wie Netflix sowie über Plattformern wie Youtube. Über Apps wie Instagram, Tik Tok (ehemals Muicial.ly), Whatsapp und Facebook lassen sich Filme mit Freunden und Bekannten teilen und bewerten. Zudem dienen Werbefilme als Einnahmequelle für kostenlose Online-Dienste.

Das wachsende Angebot, günstige Flatrates und bessere Internetverbindungen haben zur Folge, dass Verbraucherinnen und Verbraucher mehr Filme abrufen. Hinzu kommt die häufigere Nutzung von Filmen und Musik unterwegs sowie die Tatsache, dass die Datenübertragung über das Mobilnetz mehr Energie als über WLAN-Verbindungen benötigt. Für mobile Daten wird auch in Zukunft großes Wachstumspotenzial gesehen. In Deutschland nahmen Mobilfunkdaten 2018 um 51 Prozent von 1,39 auf 2,10 Milliarden Gigabyte zu (Bitkom). 

Streamen, spielen, surfen - eine intensive Nutzung macht sich schnell am Akku von Smartphones und Tablets bemerkbar. Schwache Akkus führen häufig zum Neukauf. Bitkom zufolge wünschen sich sechs von zehn Nutzern (59 Prozent) für das nächste Smartphone eine deutlich längere Akkulaufzeit, drei von zehn schnelleres Laden (30 Prozent) und jeder Vierte (25 Prozent) drahtloses Laden. Da bei Smartphones und Tablets die größten Umweltbelastungen im Lebenszyklus durch die Produktion entstehen, empfiehlt es sich, die Geräte möglichst lange zu nutzen.

Filme streamen – darauf sollten Sie achten:

  • Bevorzugen Sie „grüne“ Internetdienste, die z.B. Ökostrom nutzen, auf Energieeffizienz achten oder Treibhausgase kompensieren.
  • Streamen Sie Filme nicht nebenbei, schalten Sie die Autoplay-Funktion aus. 
  • Hinterfragen Sie, welchen Film Sie im Freundeskreis verschicken oder auf Plattformen wie Facebook, Instagram, Youtube & Co posten.  
  • Nutzen Sie ein effizientes Gerät. Smartphone oder Tablet benötigen deutlich weniger Energie als Fernseher und PC.
  • Reduzieren Sie die Auflösung. So verbrauchen Sie weniger Energie für die Datenübertragung. Bei kleinen Displays wie am Smartphone ist der Unterschied für das menschliche Auge nicht erkennbar. 
  • Greifen Sie – wenn möglich – auf WLAN-Verbindungen zu. Die Datenübertragung benötigt weniger Energie als über Mobilfunk. Unterwegs das WLAN ausschalten, da sonst die ständige Suche nach Netzen den Stromverbrauch Ihres Smartphones erhöht.
  • Überlegen Sie, welche Dienste Sie unterwegs benötigen. Überbrücken Sie Wartezeiten und Fahrten z.B. in Bus und Bahn möglichst offline. Einige Streamingdienste bieten die Möglichkeit, z.B. Spielfilme, Serien oder Musik auf dem Smartphone oder Tablet abzulegen, so dass diese auch „offline“, d.h. ohne Internetverbindung, abgerufen werden können.
  • Passen Sie Ihr heimisches WLAN an Ihren Bedarf an: Der Router verbraucht mehr Strom, wenn die WLAN-Verbindung rund um die Uhr aktiviert ist und mit maximaler Leistung sendet. Es lohnt sich daher, nachts oder bei Abwesenheit die drahtlose Netzwerkverbindung zu deaktivieren und die Sendeleistung reduzieren.
  • Sparsame Nutzung – längere Akkulaufzeiten. Hochaufgelöste Filme, aufwändige Spiele und häufige Nutzung führen dazu, dass auch der Akku Ihres Smartphones schneller leer ist.

Weitere Tipps und Informationen rund um das Thema finden Sie auf unserer Übersichtsseite „Nachhaltig online - Trägt Digitalisierung zum Klimaschutz bei?

Weiterführende Links:

Bitkom (2020): Video-Streaming und CO2: Die wichtigsten Fakten 

Borderstep Institut (2020): Videostreaming: Energiebedarf und CO2-Emissionen 

Chip (2018): WLAN-Router: Stromverbrauch senken – die besten Tipps

Greenpeace (2017): Clicking Clean: Who is winning the race to build a green internet?

Umweltbundesamt (2020): Video-Streaming: Art der Datenübertragung entscheidend für Klimabilanz