Umwelt

12.10.2020, Filme und Musik streamen

Streaming statt DVD: Klimaschutz durch digitale Datenübertragung?

Das Streaming von Filmen und Musik liegt im Trend. Dabei werden Videos und Musik über eine Internetverbindung abgerufen und meist zeitgleich wiedergegeben. Auf diese Weise konsumieren Nutzer Filme, Serien und Musik – anders als beim klassischen Fernsehen und Radio – unabhängig von Ort und Zeit.

Streaming statt DVD: Klimaschutz durch digitale Datenübertragung?
Foto: © anyaberkut - Fotolia.com

Da hierbei die Herstellung und der Vertrieb von DVDs und CDs entfallen, verspricht Streaming zunächst einen Umweltvorteil. Günstig wirkt sich insbesondere der Wegfall von Autofahrten für das Kaufen bzw. Ausleihen von DVDs oder CDs aus. Zudem streamen immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher mit Smartphones oder Tablets, die im Vergleich zu PCs, Fernsehgeräten und DVD-Rekordern weniger Strom benötigen (Scinexx 2014).

Dafür verbrauchen die Nutzer weltweit – unbemerkt – immer mehr Energie für die Datenübertragung und -bereitstellung in Rechenzentren. Streaming verursacht bereits heute den größten Teil des globalen Datenverkehrs. 2015 hatte das Streaming von Videos einen Anteil von rund 60 Prozent am Datenverkehr, bis 2020 schätzen es Experten bereits auf 80 Prozent (Scinexx 2017).

Tipp: DVDs, Blu-Ray und Co leihen, tauschen, mehrmals schauen
Je öfter Sie bereits produzierte CDs und DVDs nutzen, desto besser. Dabei sollten Sie auf zusätzliche Autofahrten verzichten und möglichst energiesparende Geräte nutzen.

Riesige Auswahl, schneller Zugriff – wachsendes Angebot führt zu steigendem Konsum

Kinofilme, TV-Serien, Dokus oder Musikvideos – das Angebot an Filmen im Internet steigt. Erhältlich sind diese über Mediatheken von TV-Sendern, über Streaming-Dienste wie Netflix sowie über Plattformern wie Youtube. Über Apps wie Instagram, Tik Tok (ehemals Muicial.ly), Whatsapp und Facebook lassen sich Filme mit Freunden und Bekannten teilen und bewerten. Zudem dienen Werbefilme als Einnahmequelle für kostenlose Online-Dienste.

Das wachsende Angebot, günstige Flatrates und bessere Internetverbindungen haben zur Folge, dass Verbraucherinnen und Verbraucher mehr Filme abrufen. Hinzu kommt die häufigere Nutzung von Filmen und Musik unterwegs sowie die Tatsache, dass die Datenübertragung über das Mobilnetz mehr Energie als über WLAN-Verbindungen benötigt. Für mobile Daten wird auch in Zukunft großes Wachstumspotenzial gesehen. In Deutschland nahmen Mobilfunkdaten 2018 um 51 Prozent von 1,39 auf 2,10 Milliarden Gigabyte zu (Bitkom). Für 2019 prognostiziert Bitkom einen weiteren Anstieg auf 2,95 Milliarden Gigabyte.

Streamen, spielen, surfen - eine intensive Nutzung macht sich schnell am Akku von Smartphones und Tablets bemerkbar. Schwache Akkus führen häufig zum Neukauf. Bitkom zufolge wünschen sich sechs von zehn Nutzern (59 Prozent) für das nächste Smartphone eine deutlich längere Akkulaufzeit, drei von zehn schnelleres Laden (30 Prozent) und jeder Vierte (25 Prozent) drahtloses Laden. Da bei Smartphones und Tablets die größten Umweltbelastungen im Lebenszyklus durch die Produktion entstehen, empfiehlt es sich, die Geräte möglichst lange zu nutzen.

Filme streamen – darauf sollten Sie achten:

  • Bevorzugen Sie „grüne“ Internetdienste, die z.B. Ökostrom nutzen, auf Energieeffizienz achten oder Treibhausgase kompensieren.
  • Hinterfragen Sie, welchen Film Sie im Freundeskreis verschicken oder auf Plattformen wie Facebook, Instagram, Youtube & Co posten. Versenden Sie lieber Links statt großer Dateien und schalten Sie die Autoplay-Funktion aus. 
  • Reduzieren Sie die Auflösung. So verbrauchen Sie weniger Energie für die Datenübertragung. Bei kleinen Displays wie am Smartphone ist der Unterschied für das menschliche Auge nicht erkennbar. 
  • Greifen Sie – wenn möglich – auf WLAN-Verbindungen zu. Die Datenübertragung benötigt weniger Energie als über Mobilfunk. Unterwegs das WLAN ausschalten, da sonst die ständige Suche nach Netzen den Stromverbrauch Ihres Smartphones erhöht.
  • Überlegen Sie, welche Dienste Sie unterwegs benötigen. Überbrücken Sie Wartezeiten und Fahrten z.B. in Bus und Bahn möglichst offline. Einige Streamingdienste bieten die Möglichkeit, z.B. Spielfilme, Serien oder Musik auf dem Smartphone oder Tablet abzulegen, so dass diese auch „offline“, d.h. ohne Internetverbindung, abgerufen werden können.
  • Passen Sie Ihr heimisches WLAN an Ihren Bedarf an: Der Router verbraucht mehr Strom, wenn die WLAN-Verbindung rund um die Uhr aktiviert ist und mit maximaler Leistung sendet. Es lohnt sich daher, nachts oder bei Abwesenheit die drahtlose Netzwerkverbindung zu deaktivieren und die Sendeleistung reduzieren.
  • Sparsame Nutzung – längere Akkulaufzeiten. Hochaufgelöste Filme, aufwändige Spiele und häufige Nutzung führen dazu, dass auch der Akku Ihres Smartphones schneller leer ist.

Weitere Tipps und Informationen rund um das Thema finden Sie auf unserer Übersichtsseite „Nachhaltig online - Trägt Digitalisierung zum Klimaschutz bei?

Weiterführende Links:

Bitkom (2020): Video-Streaming und CO2: Die wichtigsten Fakten 

Chip (2018): WLAN-Router: Stromverbrauch senken – die besten Tipps

Greenpeace (2017): Clicking Clean: Who is winning the race to build a green internet?

Umweltbundesamt (2020): Video-Streaming: Art der Datenübertragung entscheidend für Klimabilanz

 

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