Umwelt

14.02.2013

Trinkwasserverordnung: Überwachung von Legionellen

Am 13. Dezember 2012 trat die neue Trinkwasserverordnung in Kraft. Sie enthält praktikablere Regelungen für die Überwachung von Legionellen im Trinkwasser.

Die Prüf-Frist für Legionellen wurde bis 31. Dezember 2013 verlängert. Zudem ist die Pflicht entfallen, bestehende Anlagen dem Gesundheitsamt anzuzeigen.

Welche Anlagen sind betroffen?
Reagieren müssen alle Vermieter, in deren Häusern sich eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung befindet. Als Großanlagen gelten:

  • Anlagen mit Leitungsinhalten von mehr als drei Litern erwärmtem Trinkwasser in jeder Rohrleitung zwischen dem Abgang des Trinkwassererwärmers und der Entnahmestelle. Neu: Der Inhalt einer Zirkulationsleitung soll dabei unberücksichtigt bleiben; entsprechende Anlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern zählen nicht als Großanlage.
  • Speicher-Trinkwassererwärmer oder zentrale Durchfluss- Trinkwassererwärmer mit einem Inhalt von mehr als 400 Liter Inhalt.

Bei Anlagen in ausschließlich selbst bewohnten Eigenheimen besteht generell keine Untersuchungspflicht.


Untersuchungsturnus wurde verlängert
Wurden bisher einmal jährliche Untersuchungen gefordert, so hat sich dieser Turnus jetzt auf drei Jahre verlängert. Davon betroffen sind Anlagen, aus denen gewerblich aber nicht öffentlich Trinkwasser abgegeben wird.

Wasserproben werden von speziell zertifizierten Laboren an mehreren "repräsentativen Probeentnahmestellen" im Haus entnommen. Von der Entnahme direkt vor und hinter dem Warmwasserbehälter wird der Mieter wenig mitbekommen. Es ist aber davon auszugehen, dass zumindest die am weitesten von der Heizung entfernte Wohnung betroffen sein wird. Der Termin für die Probeentnahme muss dem Mieter rechtzeitig mitgeteilt werden, ähnlich dem Ableseservice für die Heizkostenabrechnung.

Umlagefähigkeit der Kosten
Prinzipiell können Vermieter die Kosten für die Legionellen-Überprüfung auf die Mieter umlegen. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine wirksame Vereinbarung im Mietvertrag. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn im Mietvertrag die Umlage von Betriebskosten laut Betriebskostenverordnung vereinbart wurde.

Was passiert bei Legionellenbefall?
Bei einem positiven Befund muss der Legionellenbefall unverzüglich beseitigt werden und zur Kontrolle anschließend eine weitere Prüfung erfolgen.

Die Befunde sind nur dann ans Gesundheitsamt weiterzuleiten, wenn der Grenzwert von 100 Legionellen pro 100 Milliliter Wasser überschritten wird.

Die Mieter sind, zum Beispiel durch einen Aushang, über das Ergebnis der Prüfung zu informieren.

Wird mehrere Tage eine Wasserentnahmestelle nicht benutzt, sollte man das erste Wasser ablaufen lassen, bis es "richtig" warm bzw. kalt aus der Leitung kommt. Besondere Vorsicht ist beim Duschen angebracht, da dabei ein Sprühnebel entsteht, der eingeatmet werden kann.

Weitere Verbesserung der Trinkwasserqualität
Durch die Änderung der Trinkwasserverordnung kann das Umweltbundesamt nun zur Bewertung der hygienischen Eignung von Werkstoffen und Materialien verbindliche Anforderungen festlegen. Spätestens zwei Jahre nach Veröffentlichung der Bewertungsgrundlagen müssen Hersteller ihre Produkte so umgestellt haben, dass sie diesen Anforderungen genügen.

Bereits heute sollten Eigentümer beim Neubau oder bei einer Instandsetzung von Trinkwasser-Installationen darauf achten, dass der Installateur nur geprüfte Produkte einbaut.

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