Umwelt
11.07.2025
UV-Schutzkleidung für Kinder – sicher und nachhaltig durch den Sommer
Die Temperaturen in Deutschland steigen Jahr für Jahr und damit auch die Anzahl der Sonnenstunden. Im Jahr 2024 wurden durchschnittlich 1675 Sonnenstunden gemessen und stellen einen neuen Rekordwert dar (DWD). Doch was bedeutet das für die Sicherheit der Kinder beim Spielen und Baden im Freien? Neben dem Aufhalten im Schatten und dem regelmäßigen Eincremen mit Sonnencreme stellen Textilien einen hilfreichen Schutz gegen Sonnenbrand dar. Worauf es bei der Auswahl und Nutzung von UV-Kleidung für Kinder ankommt, lesen Sie hier.
© mayakova - stock.adobe.comSonnenschutz mittels Kleidung
Jede Art von Textilien bietet einen gewissen UV-Schutz. Entscheidend ist jedoch die Dichte des Gewebes, die Farbe und der Zustand des Stoffes (nass / trocken). Dabei gilt: Je dichter das Gewebe und je dunkler der Stoff, desto höher ist der Sonnenschutz. Kurz gesagt: Ein dunkelblaues Baumwollshirt liefert einen wesentlich höheren Schutz als ein beiges Leinenhemd. Darüber hinaus verlieren Textilien in nassem Zustand deutlich an UV-Schutz. Ein nasses Shirt ist bis zu viermal durchlässiger als ein trockenes Shirt. Auch Merinowolle eignet sich hervorragend als UV-Blocker. Die Naturfaser besteht aus eng gekräuselten, dichten Fasern und kühlt zusätzlich bei Hitze.
Den besten Schutz vor schädlicher UV-Strahlung gewährleisten spezieller UV-Schutztextilien. Aufgrund ihrer verarbeiteten synthetischen Fasern und spezieller Gewebekonstruktionen absorbieren bzw. streuen diese UV-Strahlen, bevor sie die Haut erreichen. Sie sind mit einer UV-Schutzklasse versehen, die als Ultraviolet Protection Factor (UPF) klassifiziert wird.
Die maximale Aufenthaltszeit in der Sonne ergibt sich somit aus der Eigenschutzzeit der Haut (z.B. fünf bis zehn Minuten bei hellen Hauttypen) multipliziert mit dem UPF-Wert, mit dem ein Textil zertifiziert wurde.
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Material |
UV-Schutzfaktor (UPF) |
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Leichte Baumwollkleidung |
ca. 10 |
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Dichte Baumwollkleidung |
ca. 20 |
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Polyester |
ca. 20-30 |
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Merinowolle |
ca. 20-40 |
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Spezielle UV-Schutzkleidung |
ca. 20-80 |
Für Babys und Kleinkinder ist ein UPF von mindestens 50+ zu empfehlen. Das bedeutet: Nur 1/50 der UV-Strahlung dringt durch. Kinderhaut ist noch sehr dünn und damit enorm empfindlich gegenüber Sonneneinstrahlung. Zudem verbringen Kinder bei Sport und Spiel weitaus häufiger Zeit im Freien als Erwachsene und sind damit verstärkt UV-Strahlung ausgesetzt. Bedecken Sie daher so viel Haut wie möglich Ihres Kindes mit Kleidung.
Gut zu wissen: Sonnenbrände im Kindesalter erhöhen die Gefahr von späterem Hautkrebs um ein Vielfaches.
Wann ist spezielle UV-Schutzkleidung für Kinder empfehlenswert?
UV-Schutzkleidung ist besonders sinnvoll in Situationen, in denen Kinder intensiver Sonnenstrahlen ausgesetzt sind und daher einen längerfristigen Schutz benötigen:
- Am Strand oder beim Baden im Hochsommer
UV-Shirts oder UV-Anzüge schützen auch im nassen Zustand im Vergleich zu normaler nasser Kleidung. Außerdem ist die Reflektion der UV-Strahlen im Wasser besonders stark. - Für längere Aufenthalte im Freien z. B. beim Wandern, beim Spielplatzbesuch oder Spielen im Garten sowie bei Ausflügen in Tiergärten oder Freizeitparks
- Für Kleinkinder unter zwei Jahren
die aufgrund ihrer noch sehr empfindlichen dünnen Haut kaum bis gar nicht direkt in der Sonne sein sollten, sich aber nicht immer im Schatten halten lassen.
Auf welche Qualitätsstandards achten bei der Auswahl von UV-Schutzkleidung?
Nicht jedes UV-Kleidungsstück entspricht auch geeigneten Qualitätsstandards. Bei der Auswahl von Sonnenhüten, Bademode und Co. sollten Verbraucherinnen und Verbraucher unbedingt auf den UV Standard 801 oder den europäischen Standard (EN 13758-1) achten.
Der europäische Standard (EN 13758-1) prüft das Textil im neuen, trockenen und ungedehnten Zustand anhand des Sonnenspektrums der Stadt Albuquerque in New Mexico, welches mit Südeuropa vergleichbar ist.
Noch aussagekräftiger und sicherer ist der UV STANDARD 801. Er gilt weltweit als einer der strengsten Prüf- und Zertifizierungssysteme für Bekleidungs- und Beschattungstextilien, da dieser den UV-Schutz auch bei der alltäglichen Nutzung von Textilien (Nässe, Dehnung, Abrieb) prüft und nicht nur im neuen trockenen Zustand. Außerdem orientiert sich die Messung an der höchsten Strahlungsintensität im Hochsommer mit dem Sonnenspektrum der australischen Stadt Melbourne.
Fazit
Herkömmliche Kleidung aus Baumwolle oder Leinen sorgt für einen moderaten UV-Schutz im Schatten oder bei geringer Sonneneinstrahlung, bestenfalls wenn die Kleidung trocken und dunkel ist. Wenn Sie jedoch einen längeren Aufenthalt mit Ihrem Kind im Freien planen, ist ein höherer UV-Schutz durch spezielle UV-Schutzkleidung ratsam.
Nachhaltige Auswahl und Nutzung von UV-Schutzkleidung – Tipps für Verbraucherinnen und Verbraucher:
- Wringen Sie UV-Schutzkleidung nicht aus, da sonst das spezielle Gewebe geschädigt und damit durchlässig werden kann.
- Trocknen Sie UV-Schutzkleidung im Schatten, um ein Ausbleichen der Textilien zu verhindern.
- Achten Sie auf die Pflege von UV-Schutzkleidung und waschen diese maximal bei 30°C mit Hilfe spezieller Filter bzw. Waschbeutel, sodass weniger Kunststofffasern ins Abwasser gelangen.
- Bevorzugen Sie umweltfreundlich produzierte UV-Schutzkleidung mit Oeko-Tex-, Bluesign- oder GOTS-Zertifizierung.
- Kaufen bzw. verkaufen Sie UV-Schutzkleidung Second-Hand, um die Nutzungsdauer der Textilien zu verlängern und dadurch Ressourcen einzusparen.
- Verwenden Sie UV-Kleidung aus Merinowolle als umweltfreundliche Alternative.
Weiterführende Informationen: (Quellen)
Deutscher Wetterdienst (DWD): Deutschlandwetter im Jahr 2024
Bundesamt für Strahlenschutz: UV-Schutz durch Kleidung
UV STANDARD 801: Textiler UV-Schutz
UV-Kleidung Waschen: Richtige Pflege und Tipps für langlebigen UV-Schutz
