Umwelt

28.04.2026

Vapen: Zwischen Trend und Risiko

Apple Peach, Menthol oder Lemon Cheesecake – Einweg-Zigaretten gibt es in nahezu allen Geschmacksrichtungen. Ursprünglich sollten sie dabei helfen, Erwachsenen die Raucherentwöhnung zu erleichtern. Doch mittlerweile hat der Trend Jugendliche und junge Erwachsene erreicht, die die lecker schmeckenden Vapes regelmäßig nutzen.  

Vapes Recycling Einwegzigaretten E-Zigaretten© iama_sing - stock.adobe.com
Um die Umwelt nicht zu gefährden, müssen Einweg-Vapes sachgerecht als Elektroschrott entsorgt werden.

Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gaben 16 Prozent der 13-Jährigen an, schon einmal eine E-Zigarette geraucht zu haben. Bei den 15-Jährigen lag der Anteil sogar bei etwa einem Drittel (32 Prozent). Beim Konsum von E-Zigaretten verbrennt im Vergleich zum Konsum einer klassischen Zigarette kein Tabak. Stattdessen wird eine meist nikotinhaltige Flüssigkeit, das sogenannte Liquid, über ein batteriebetriebenes Heizelement erwärmt, verdampft und schlussendlich inhaliert (BfR). Der erlaubte Nikotingehalt in den verwendeten Liquids darf 20 Milligramm pro Milliliter nicht überschreiten (BVL). 

Unsichtbare Umweltrisiken 

Einweg-Verdampfer gelten mittlerweile nicht nur als Einstiegs-Droge bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, sondern sie führen auch zu erheblichen Umweltauswirkungen. Im Durchschnitt werden Einweg-E-Zigaretten nach nur einer Woche zu Elektroschrott. Dabei hängt die Länge der Haltbarkeit stark von der Nutzungshäufigkeit und der Leistungsstärke der integrierten Akkus ab.  

Die Deutsche Umwelthilfe sieht die Verschwendung von begrenzten Ressourcen durch die Herstellung, kurze Nutzungsdauer und falsche Entsorgung von Wegwerf-E-Zigaretten für die Umwelt als problematisch an. Jedes Gerät enthält einen fest verbauten Akku, der seltene Rohstoffe wie Lithium, Kupfer und Kobalt enthält. Eine unsachgemäße Entsorgung im Restmüll, in der gelben Tonne oder in öffentlichen Müllbehältern führt somit zum Verlust der aufgewendeten seltenen Rohstoffe, da diese nicht in den Recycling-Kreislauf kommen. Laut der Financial Times werden jedes Jahr weltweit rund 90 Tonnen Lithium in Einweg-Vapes verbaut – so viel wie für 11.000 E-Auto-Batterien benötigt werden. 

Ferner entstehen durch Überhitzung bzw. defekte Akkus in Einweg-Vapes immer häufiger Brände bzw. Explosionen in Müllfahrzeugen sowie Sortier- und Recyclinganlagen, die für Mensch und Umwelt gefährlich sind. In hochwertigen Geräten sorgen Schutzmechanismen wie Temperaturkontrolle und Abschaltautomatik dafür, dass Akkus sicher funktionieren. In billigen Geräten fehlen diese Funktionen häufig, was sie anfälliger macht hinsichtlich Überladung und thermischen Reaktionen.  

Richtige Entsorgung entscheidend 

Bei „ausgedampften“ Einweg-E-Zigaretten handelt es sich nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) um Elektroschrott. Um die Umwelt nicht zu gefährden, müssen Einweg-Vapes sachgerecht entsorgt werden. Der Verband der Bayerischen Entsorgungsunternehmen weist darauf hin, Einweg-Vapes immer bei Rücknahmestellen, wie Wertstoff- bzw. Recyclinghöfen, abzugeben, um die verbauten Rohstoffe (Metalle, Batterierohstoffe) wiederverwenden zu können und Brände bzw. Explosionen durch defekte Akkus zu verhindern. 

Zur Erleichterung der Rückgabe und zum Schutz der Umwelt, hat das Bundesumweltministerium dafür gesorgt, dass ab 2026 die Rücknahmepflicht für Einweg-E-Zigaretten erweitert wird. Demnach sind Kioske, Tankstellen und andere Vertriebsstellen von E-Zigaretten ab dem 1. Juli 2026 dazu verpflichtet, ausgediente Geräte zurückzunehmen. Die Rückgabe ist nicht an den Neukauf gebunden. Über die Rücknahme ist an den jeweiligen Verkaufsstellen ausdrücklich zu informieren.  

Darüber hinaus gehören Liquid-Reste nicht in den Ausguss. Einweg-E-Zigaretten enthalten meist Nikotin, Duft- und Aromastoffe sowie die Verdampfungsmittel Glycerin und Propylenglykol (BfR). Abwasseraufbereitungsanlagen sind nicht darauf ausgelegt, die in E-Zigaretten enthaltenen Schadstoffe vollständig zu filtern, was zur Verunreinigung von Grundwasser und Gewässern führt. Laut der Bayerischen Abfallwirtschaft gelten Liquid-Reste als Problemmüll. Sie können bei Schadstoffmobilen abgegeben werden. 

Trend mit Suchtpotenzial 

Das BfR stuft Einweg-Vapes als weniger gesundheitsschädlich im Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten ein. Doch E-Zigaretten sind keinesfalls harmlos. Problematisch für die Gesundheit sind die beigefügten Aromastoffe, die durch das Vapen erhitzt und verdampft werden. Dieser Dampf setzt krebserregende Substanzen wie Formaldehyd und Acetaldehyd frei. Außerdem ist in E-Liquids häufig auch Nikotin beigemischt.  

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. weist auf neuere Erkenntnisse hin, die belegen, dass Aromen den Rauchereinstieg erleichtern und ein tieferes Inhalieren ermöglichen, wodurch sich die Aufnahme toxischer Substanzen deutlich verstärkt. Ferner steigern Aromen das Suchtpotenzial besonders bei Jugendlichen, weil das Nikotin besser aufgenommen werden kann. 

Politische Diskussion 

Ein Verbot von Einweg-Vapes in Deutschland wird derzeit hitzig diskutiert. Neben der Deutschen Umwelthilfe fordern auch Lungenverbände, Ärztekammern sowie der deutsche Bundesrat ein baldiges „Aus“ für die „Wegwerf-Zigarette“. In einigen EU-Ländern, wie Belgien, Frankreich und Großbritannien sind Einweg-Vapes bereits verboten. In Deutschland sind Einweg-E-Zigaretten noch legal. Die neue EU-Batterieverordnung 2023/1542 gibt allerdings vor, dass ab 2027 Elektrogeräte keine festverbauten sowie nicht austauschbaren Akkus mehr enthalten dürfen.  

Ob die Neuregelungen der Batterieverordnung zum „Aus“ der Wegwerf-Zigarette führen wird, gilt es abzuwarten. Es ist zumindest ein Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit – doch die Gesundheitsrisiken bleiben bestehen und sind noch lange nicht ausreichend erforscht. 

Tipps für Verbraucherinnen und Verbraucher: 

  1. Entsorgen Sie Einweg-Vapes nicht im Restmüll oder in der Natur. 

  1. Geben Sie ausgedampfte Einweg-E-Zigaretten bei Recycling-/Wertstoffhöfen, Sammelstellen bzw. Verkaufsstellen sachgerecht zurück. 

  1. Kippen Sie Liquid-Reste nicht in den Ausguss, damit keine Schadstoffe in Gewässer oder Böden gelangen. 

  1. Bevorzugen Sie seriöse Einweg-E-Zigaretten mit robusten Akkus. 

  1. Greifen Sie auf mehrfach verwendbare Geräte anstatt auf Wegwerf-Zigaretten zurück. 

Weiterführende Informationen: (Quellen) 

WHO - Alkohol, E-Zigaretten, Cannabis: Besorgniserregende Trends beim Substanzgebrauch unter Jugendlichen 
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) - Gesundheitliche Bewertung von elektronischen Zigaretten  
Bundesamt f. Verbraucherschutz u. Lebensmittelsicherheit (BVL) - E-Zigaretten und E-Liquids  
240701_Offener_Brief_Umweltministerin_Lemke_Verbot_Einweg_E_Zigaretten_mit_Logos.pdf 
Bundesumweltministerium - Händler von Einweg-E-Zigaretten müssen ab 2026 ausgediente Geräte zurücknehmen 
Besser leben. Der Bayern 1 Nachhaltigkeitspodcast · Lithium-Akkus in E-Zigaretten: Warum Vapes brandgefährlich sind · Podcast in ARD Sounds  
Abfallratgeber Bayern - Gefährliche Abfälle sicher entsorgen  
Deutsche Gesellschaft f. Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. - Lungenmediziner fordern Aromen-Verbot für E-Zigaretten 
Europäische Batterieverordnung (EU) 2023/1542