Umwelt

21.09.2015, Handys nachhaltig nutzen und entsorgen

VSB beteiligt sich bayernweit an Sammelaktion „Happy Handy“

Deutschlandweit gibt es mehr ungenutzte Althandys als Einwohner. Damit landen wertvolle Rohstoffe in der Schublade. Bis 31. März 2016 können ausrangierte Mobiltelefone in den Beratungsstellen des VSB abgegeben werden.

Auch wenn die Geräte relativ klein sind, so bergen sie aufgrund ihrer großen Verbreitung doch enorme Schätze. Allein 85 Millionen Handys werden nach Schätzung des Umweltbundesamts deutschlandweit ungenutzt zu Hause aufbewahrt. Zusammen summieren sich die darin enthaltenen Edelmetalle beispielsweise auf rund 21 Tonnen Silber, zwei Tonnen Gold und 765 Tonnen Kupfer.

Die Sammelaktion wird zum Beginn der Fairen Woche 2015 vom VerbraucherService Bayern im KDFB (VSB) und dem Katholischen Deutschen Frauenbund, Diözesanverband Passau, gestartet.

Happy Handy – Bayernweite Sammelaktion des VSB

Bis zum 31. März 2016 können alte Handys und Smartphones in allen Beratungsstellen des VSB abgegeben werden!

Vor der Abgabe sollten private Daten gelöscht und die SIM- und Speicherkarte wenn möglich entnommen werden. Zubehör, wie Ladegeräte und Kopfhörer können ebenfalls abgegeben werden. Lose und beschädigte Akkus dürfen nicht in die Sammelbox!

Die Sammlung erfolgt im Rahmen der Aktion des Informationszentrums Mobilfunk e.V. „Happy Handy“, die vom Bundesumweltministerium unterstützt wird. Für jedes gesammelte Gerät erhält der Verband einen Euro. Mit der Geldspende wird der VSB sein Umweltprojekt mit Aktionen für ressourcensparende Maßnahmen unterstützen.

Der VSB will mit der Sammelaktion auf brachliegende Rohstoffe in Altgeräten aufmerksam machen und diese dem Recycling zuführen. Liegt ein Mobiltelefon lange ungenutzt zu Hause, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es nicht mehr verwendet wird. Zudem besteht die Gefahr, dass es fälschlicherweise über den Hausmüll entsorgt wird.

Die gesammelten Geräte werden erfasst und überprüft. Defekte Telefone werden fach- und umweltgerecht recycelt. Im Schnitt eignen sich rund 10 Prozent der gesammelten Handys zur Weiternutzung und Aufbereitung.
www.altes-handy-neuer-sinn.de

Wertstofflager Handy – zu schade für die Schublade

Etwa 60 verschiedene Materialien stecken in einem Handy. Gut die Hälfte machen Kunststoffe aus, die vor allem im Gehäuse und in der Tastatur zu finden sind. Ihre Herstellung basiert überwiegend auf fossilen Rohstoffen. Etwa ein Viertel der Bestandteile sind Metalle, darunter wertvolle Edel- und Sondermetalle wie Gold, Silber und Platin.

Viele der enthaltenen Bestandteile sind auf der Erde nur begrenzt vorhanden. Zudem geht ihr Abbau oft mit beträchtlichen Belastungen für Mensch und Umwelt einher. Bei Smartphones entstehen die größten Umweltbelastungen im gesamten Lebenszyklus durch die Produktion. Wer sein Mobiltelefon möglichst lange nutzt, kann die Umwelt entlasten.

Recycling ist sehr wichtig, um wertvolle Inhaltsstoffe zumindest teilweise wieder zu gewinnen, aber auch um Schadstoffe umweltgerecht zu entsorgen. Im Schnitt sind es z.B. rund 9 Gramm Kupfer, 150 Milligramm Silber, 25 Milligramm Gold sowie sehr geringe Mengen an Platin und Palladium, die pro Handy zurückgewonnen werden können (www.altes-handy-neuer-sinn.de).

Doch auch Recycling ist kein Allheilmittel. Werden funktionierende Geräte nicht mehr benötigt, sollten diese nicht entsorgt, sondern zur weiteren Nutzung abgegeben werden. Wichtig: Sensible Daten zuvor löschen.

Fachgerechte Entsorgung von Elektro- und Elektronikprodukten

Elektro- und Elektronikgeräte dürfen nicht in den Hausmüll gelangen. Sie können kostenlos an kommunalen Sammelstellen abgeben werden. Entsprechend einer Novelle des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes können Altgeräte zukünftig unter bestimmten Bedingungen auch in Geschäften kostenlos abgegeben werden.

Alte Mobiltelefone können auch bei Mobilfunkbetreibern wie O2, T-Mobile und Vodafone abgegeben werden. Zudem führen verschiedene Verbände Sammelaktionen durch.

Mehr Informationen zur Happy Handy Sammelaktion erhalten Sie in der Beratungsstelle Passau.

den ganzen Artikel zeigen