Verbraucherrecht

30.03.2010

Schufa Auskunft kostenlos

Es ist tatsächlich kein Aprilscherz. Am 01.04.2010 tritt der neue und von Verbraucherverbänden lang erwartete § 34 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) in Kraft und verpflichtet Auskunfteien einmal im Jahr jedem Verbraucher kostenlos Auskunft über die über Ihn gespeicherten Daten zu erteilen. Erforderlich ist lediglich ein entsprechender Antrag.

In der Vergangenheit war es für Verbraucher nahezu unmöglich, kostenlos Informationen über eigene Daten, die bei der Schufa oder einer anderen Auskunftei über sie gespeichert waren, zu erhalten.

Obwohl Verbraucher auch bislang ein Recht auf kostenlose Auskunft über ihre bei Dritten gespeicherten, persönlichen Daten hatten, verweigerten Auskunfteien eine solche regelmäßig mit der Berufung auf den bisherigen § 34 Abs. 5 BDSG. Dieser sah vor, dass eine Gebühr dann verlangt werden kann, wenn der Verbraucher die Auskunft wirtschaftlich zu seinen Gunsten nutzen könne.

Die Auskunfteien argumentierten damit, dass die Verbraucher eine kostenlose Eigenauskunft dazu verwenden könnten, diese ihren Vertragspartnern (bspw. Mobilfunkanbieter) vorzulegen, so dass diese nicht mehr selber kostenpflichtig bei den Auskunfteien anfragen müssten. Mit dieser Begründung verlangte die Schufa zuletzt EUR 7,80 für eine solche Eigenauskunft.

Dieser Praxis hat der Gesetzgeber nun einen Riegel vorgeschoben. Zum 01.04.2010 tritt der neue § 34 BDSG in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt hat jeder Verbraucher einmal jährlich das Recht auf eine kostenlose Auskunft auf die über ihn gespeicherten Informationen. Zum Teil bieten die einzelnen Auskunfteien bereits Online-Formulare für die kostenlosen Informationen auf Ihren Internetpräsentationen an.

Der Auskunftsanspruch erstreckt sich insbesondere auch auf die Scoringwerte. Der Verbraucher hat einen Anspruch auf Mitteilung der Wahrscheinlichkeitswerte, die in den letzten 6 Monaten erhoben oder gespeichert wurden, die dazu genutzten Datenarten und das Zustandekommen des Wahrscheinlichkeitswerts im Einzelfall in allgemeinverständlicher Form

Der VerbraucherService Bayern rät allen Verbrauchern, ihr Recht auf eine kostenlose Auskunft wahrzunehmen. Fehlerhafte Einträge, die zu einem negativen Scoring führen können, können so erkannt werden. Falsche Einträge sollten der jeweiligen Auskunftei gemeldet und diese zur Berichtigung aufgefordert werden.

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