Historie

1956 wird der VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. unter dem Namen „Bayerische Hausfrauenvereinigung des Katholischen Deutschen Frauenbundes“ gegründet. Der Verband versteht sich zunächst als Berufsorganisation für Hausfrauen und bietet Beratung zu Alltagsfragen sowie verbraucherpolitisches Engagement. Sitz des Vereins ist von Beginn an München, erste Beratungsstellen entstehen außerdem in Würzburg und Augsburg. Im selben Jahr erscheint erstmals die Verbandszeitschrift „Haushaltsbrief“, die später Bestandteil der Mitgliederzeitschrift des KDFB wird.

In den folgenden Jahren erweitert der Verband seine Beratungs- und Bildungsangebote in ganz Bayern. 1959 entsteht eine hauswirtschaftliche Beratungsstelle in Passau, ab 1960 wird die hauswirtschaftliche Berufsbildung in Würzburg ausgebaut, aus der später die Ausbildung zur „Meisterin der städtischen Hauswirtschaft“ hervorgeht. 1962 nimmt in Augsburg die erste hauptamtliche Verbraucherberaterin ihre Arbeit auf. Weitere Beratungsstellen folgen in Regensburg (1963) und Ingolstadt (1969).

In den 1970er Jahren erweitert der Verband sein Netz an Beratungsstellen und gründet eine Fachgruppe für Hauswirtschaftsmeisterinnen. Ab 1980 kommen zusätzliche Standorte sowie Energieberatungsangebote hinzu. 1983 entstehen die ersten Schuldnerberatungsstellen, die 1990 an die Caritas übergehen. Mitte der 1980er Jahre beginnt zudem der Aufbau juristischer Beratung.

Die 1990er Jahre stehen im Zeichen neuer Themenfelder: Umweltprojekte, eine bayernweit nutzbare Baufinanzierungsberatung sowie der Aufbau einer hauswirtschaftlichen Dienstleistungsagentur in Passau. Seit 1997 erscheint die verbandseigene Mitgliederzeitschrift „engagiert“, der frühere „Haushaltsbrief“ wird in „VerbraucherInfo“ umbenannt.

Ausbau seit 2000

Mit der Einrichtung eines Verbraucherschutzministeriums im Jahr 2001 gewinnt der Verbraucherschutz weiter an Bedeutung. In Augsburg richtet der Verband eine eigene Abteilung für die wachsende hauswirtschaftliche Berufsbildung ein. 2002 gibt sich der Verband den heutigen Namen „VerbraucherService Bayern im KDFB e.V.“. In den folgenden Jahren werden vor allem die juristische Beratung sowie die Finanz- und Energieberatung aufgrund steigender Nachfrage weiter ausgebaut.

2006 feiert der VerbraucherService Bayern sein 50-jähriges Bestehen. Gleichzeitig wächst der Verband weiter zu einem wichtigen Akteur im bayerischen Verbraucherschutz. Sein flächendeckendes Netz persönlicher Beratung umfasst heute 15 Beratungsstellen in Bayern; zuletzt eröffnen Standorte in Aschaffenburg (2010) und Ansbach (2011).

Der Verband intensiviert in den 2000er Jahren seine Zusammenarbeit mit Politik und Verbraucherorganisationen, etwa durch Projekte und Informationsveranstaltungen im Bayerischen Landtag. 2009 beteiligt sich der VerbraucherService Bayern am ersten Verbrauchergipfel in der Bayerischen Staatskanzlei und gehört von Beginn an der neu gegründeten Verbraucherkommission Bayern an.

Gleichzeitig greift der Verband neue Themen wie Digitalisierung, Klimawandel und nachhaltigen Konsum auf. Zahlreiche Auszeichnungen und die Mitwirkung in zahlreichen Gremien bestätigen die Qualität seiner Arbeit: 2010 erhält der VerbraucherService Bayern als erster Verband der Hauswirtschaft das Gütesiegel „Hauswirtschaftliche Berufsbildung“. 2011 folgt die Aufnahme in das Netzwerk Umweltbildung.Bayern, 2014 der Beitritt zur Bayerischen Klima-Allianz. Seit 2016 ist der Verband außerdem Partner im Bündnis „Wir retten Lebensmittel!“.

Auf allen Ebenen engagiert sich der Verband für Verbraucherinteressen. Erfolgreiche Abmahnungen und Klagen gegen Unternehmen stärken seine Rolle als Stimme für den Verbraucherschutz in Bayern. Öffentlichkeitswirksame Aktionen, etwa gegen Mikroplastik in Alltagsprodukten oder für den Erhalt von Bargeld, unterstreichen dieses Engagement.

2016 feiert der Verband sein 60-jähriges Bestehen und wird als wichtige Säule des bayerischen Verbraucherschutzes gewürdigt. Im gleichen Zeitraum baut er seine Aktivitäten in der Verbraucherbildung aus, unter anderem mit der Auszeichnung „Partnerschule Verbraucherbildung“, die im Schuljahr 2015/2016 eingeführt wird. Zudem startet der Verband Bildungsangebote für die betriebliche Gesundheitsförderung sowie Projekte für Geflüchtete.

Parallel entwickelt der VerbraucherService Bayern seine digitalen Angebote weiter. Bereits 2011 erscheint der Haushalts- und Taschengeldplaner erstmals als App. Seit 2013 ist der Verband in sozialen Netzwerken aktiv, seit 2015 erscheint ein monatlicher Newsletter. 2018 folgen ein Relaunch der Website, ein neues Logo sowie die Weiterentwicklung des Corporate Designs. Gleichzeitig führt der Verband mit dem Umweltmanagementsystem Grüner Gockel interne Nachhaltigkeitsprozesse ein.

Digitalisierung und neue Herausforderungen

Die Bedeutung digitaler Angebote zeigt sich besonders während der Pandemie in den Jahren 2020 und 2021. In kurzer Zeit entstehen zahlreiche neue Onlineformate wie Webinare, Videoberatung, Podcasts, hybride Veranstaltungen und Erklärvideos. Auch die hauswirtschaftliche Berufsbildung etabliert erfolgreich ein Onlineformat.

2021, im Jahr des 65-jährigen Jubiläums, treibt der Verband die Digitalisierung weiter voran. Wichtige Schritte sind die Einführung einer digitalen Beraterakte und eines Online-Shops für das Bildungsprogramm. Gleichzeitig startet ein neues Informationssystem mit Infoscreens an mehreren Standorten. Eine gemeinsam mit den Mitgliedern des KDFB durchgeführte Handysammelaktion erzielt große Resonanz.

Ab 2022 beginnt ein umfassender Strategieprozess. Digitalisierung und Generationswechsel machen eine Weiterentwicklung der Strukturen notwendig. Das Leitbild wird überarbeitet und richtet den Verband stärker auf Nachhaltigkeit aus. Neue Angebote wie eine Online-Terminbuchung für Beratungen und eine überregionale telefonische Servicehotline verbessern den Zugang zu den Beratungsleistungen.

Der Verband engagiert sich zudem bei der Unterstützung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine, etwa mit Erklärvideos in ukrainischer Sprache und Online-Fragestunden. Gemeinsam mit Studierenden der Universität Regensburg startet er einen Instagram-Kanal und baut seitdem Social-Media-Präsenz weiter aus.

2023 beteiligt sich der VerbraucherService Bayern aktiv an den Vorbereitungen zur Verbraucherschutzministerkonferenz 2024 in Bayern. In Livestream-Diskussionen mit Abgeordneten des Bayerischen Landtags thematisiert der Verband aktuelle Herausforderungen für Verbraucherinnen und Verbraucher. Mit einer Petition setzt er sich in diesem Jahr außerdem für die Sicherung der flächendeckenden Bankversorgung ein.

2025 feiert die Initiative „Partnerschule Verbraucherbildung“ ihr zehnjähriges Bestehen mit 109 ausgezeichneten Schulen – ein neuer Rekord.

Bis heute entwickelt sich der VerbraucherService Bayern kontinuierlich weiter zu einem breit aufgestellten Verbraucherverband mit persönlicher Beratung vor Ort, Bildungsangeboten, Informationskampagnen und politischer Interessenvertretung für Verbraucherinnen und Verbraucher in Bayern.

2026 feiert der VerbraucherService Bayern sein 70-jähriges Bestehen. Unter dem Motto „Selbstbestimmt in die digitale Zukunft“ setzt sich der Verband künftig verstärkt für die Digitale Teilhabe aller Verbraucherinnen und Verbraucher ein.

Quellen: Jahresberichte, Chroniken