Baufinanzierung

21.10.2016, Familien und Rentner in der Kreditklemme

Weniger Baudarlehen wegen neuer Kreditrichtlinie

Am 21. März 2016 wurde die Europäische Wohnimmobilienkredit-Richtlinie ins deutsche Recht umgesetzt. Mit einer ungewöhnlichen Schärfe soll die neue Regelung verhindern, dass Banken die Bonität ihrer Kunden nur unzureichend prüfen und Kreditnehmer sich für das Eigenheim finanziell übernehmen. Notleidende Hypotheken in den USA galten in 2008 schließlich als Auslöser der Finanzkrise. Bei Verstößen gegen eine gesetzkonforme Kreditwürdigkeitsprüfung drohen der Bank drakonische zivil- und aussichtsrechtliche Sanktionen.

Wegen der neuen Kreditrichtlinie vergeben die Banken jetzt weniger Baudarlehen. Kreditnehmer werden nur nach ihrer laufenden und auch für die Zukunft dokumentierten Kapitaldienstfähigkeit beurteilt“ informiert Wolfgang Borcherts, Finanzberater beim VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB): „Viele junge Familien mit Kinderwunsch oder Rentner, die ihr Haus altersgerecht modernisieren möchten, bekommen kein Immobiliendarlehen mehr, da der Wert der Sicherheit nicht mehr berücksichtigt und selbst schuldenfreies Eigentum nicht beliehen wird.“

Die politische Botschaft ist skandalös: der Steuerzahler, der notleidende Banken retten musste, ist selber kreditunwürdig. „Es ist nicht nötig, die deutsche Wohnkreditvergabe-Praxis restriktiver als in allen anderen EU-Ländern zu regulieren“ meint Borcherts: „Der Gesetzgeber muss die Kreditvergaberegelung dringend korrigieren“.

Detaillierte Informationen zur Baufinanzierung und zu allen Fragen rund ums Geld erhalten Verbraucher in den Beratungsstellen des VSB.

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