Energie

21.12.2011

Neu: EU-Energielabel für Fernsehgeräte

Von Dezember 2011 an müssen neue Fernsehgeräte das EU-Energieeffizienzlabel tragen. Das Zeichen gibt einen ersten Anhaltspunkt zum Stromverbrauch. Dennoch lohnt es sich, beim Neukauf genauer hinzuschauen.

Hauptsache groß und flach - beim Kauf von Fernsehern spielte der Stromverbrauch in der Vergangenheit eine untergeordnete Rolle. Die Ausweitung des EU-Energielabels auf TV-Geräte soll dem abhelfen. Anhand des Zeichens sollen Verbraucher sparsame Geräte auf einen Blick erkennen können. Bei einer durchschnittlichen Lebensdauer von etwa 10 Jahren kann sich das in spürbar niedrigeren Stromkosten bemerkbar machen.

Einteilung in Effizienzklassen A bis G
Die Effizienzklasse gibt an, ob ein Gerät im Vergleich zu anderen Geräten der gleichen Größe und Ausstattung viel oder wenig Energie verbraucht. Wie bei anderen Produktklassen auch steht "A" für sparsame, "G" für verschwenderische Modelle.

Die Skala soll in den nächsten Jahren schrittweise durch A+ (2014), A++ (2017) und A+++ (2020) erweitert werden. Im Gegenzug entfällt die jeweils schlechteste Effizienzklasse. Geräte, die eine höhere Effizienzklasse erreichen, können auch bereits vor diesen Terminen mit A+, A++ oder A+++ ausgezeichnet werden.

Weitere Informationen auf dem EU-Label
Neben der Effizienzklasse gibt das Zeichen Auskunft über die Leistungsaufnahme (in Watt), den Jahresenergieverbrauch (in kWh bei einem Betrieb von 4 Stunden pro Tag), die Bildschirmdiagonale sowie über das Vorhandensein eines Netzschalters.

Auch mit Energielabel gilt: Große Fernseher verbrauchen mehr Strom
Bei der Vergabe des Zeichens wird die Bildschirmgröße berücksichtigt. Das bedeutet: Große Geräte dürfen mehr Strom verbrauchen als kleine Fernseher derselben Effizienzklasse. Auch integriertes Zubehör wie ein zusätzlicher Tuner oder eine Festplatte wird berücksichtigt.

Vergleichen Sie auf dem Energielabel auch die Leistungsaufnahme und den Jahresenergieverbrauch verschiedener Modelle.

Achten Sie beim Neukauf darauf, dass Größe und Ausstattung ihrem tatsächlichen Bedarf entsprechen. Als Orientierungswert nennt das Umweltbundesamt: Die Bildschirmdiagonale sollte etwa die Hälfte der Entfernung zum Gerät nicht überschreiten; das entspricht beispielsweise bei einem Abstand von 1,5 bis 2 Metern einer Bildschirmdiagonale von 82 Zentimetern.


Ein niedrigerer Stromverbrauch kann auf Kosten der Bildqualität gehen
Für das EU-Label wird die Leistungsaufnahme in dem vom Hersteller empfohlenen Modus, dem so genannten Heim-Modus, gemessen. Hier gilt: Das Bild muss im eingestellten Modus mindestens 65 Prozent der Maximalhelligkeit des Gerätes erreichen. Hersteller können den Stromverbrauch durch entsprechende Bildeinstellungen beeinflussen:
  • Zum einen können sie die maximale Helligkeit auf einem niedrigen Niveau halten. Denn: Ein helles Bild benötigt mehr Licht und somit mehr Energie als ein dunkles. Tests der Stiftung Warentest ergaben, dass heutige Fernseher im Vergleich zu früheren Modellen tendenziell leicht gedimmt sind.
  • Eine weitere Möglichkeit: Im voreingestellten Heim-Modus wird auf optimale Bildqualität verzichtet. Insbesondere bei Helligkeit und Kontrast muss oft nachgeregelt werden. Im Test 8/2011 lieferten nur 3 der 21 getesteten Fernseher bereits mit den Werkeinstellungen ein gutes Bild. Zu Hause können die Bildeinstellungen optimiert werden. Dies bedeutet allerdings meist auch einen höheren Stromverbrauch.

So finden Sie den passenden Fernseher
Das Angebot an Fernsehgeräten ist groß, die technischen Begriffe sind oft verwirrend. Informieren Sie sich vorab. Überlegen Sie, welche Ausstattungsmerkmale Sie wirklich benötigen. Hilfreiche Informationen hierzu bietet die Verbraucherinformationskampagne ECOTOPTEN.

Zudem sind Testberichte z.B. von der Stiftung Warentest eine gute Entscheidungsgrundlage. Für fünf Euro ist ein ständig aktualisierter Produktfinder Fernseher der Stiftung Warentest im Internet abrufbar.

Informationen zum Stromverbrauch sowie einen interaktiven TV-Finder stellt der Bund Naturschutz BUND bereit.
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