Energie

10.03.2020

Smart Meter: Intelligente Stromzähler für alle?

Bei der Digitalisierung der Stromnetze in Deutschland ist eine wichtige Entscheidung gefallen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat am 4. Februar 2020 das Startsignal für den Pflichteinbau intelligenter Stromzähler, der so genannten Smart Meter, gegeben. Die Netzbetreiber sind verantwortlich, die neuen Zähler einzubauen, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Smart Meter: Intelligente Stromzähler für alle?
Foto: © XtravaganT - stock.adobe.com

Wer ist betroffen?

Die meisten Verbraucher*innen sind nicht betroffen, wenn es um den Einbau der Smart Meter geht. Lediglich in folgenden Fällen kommen die intelligenten Stromzähler ins Haus:

  • Bei Verbraucher*innen mit einer Stromabnahme von mehr als 6.000 Kilowattstunden im Jahr (ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht pro Jahr durchschnittlich 3500 Kilowattstunden).
  • Bei Solaranlagen mit mehr als sieben Kilowatt Leistung.
  • Bei Ladepunkten für Elektroautos.
  • Bei Wärmepumpen und steuerbaren Nachtspeicherheizungen.

Was sind Smart Meter?

Die neuen Geräte bestehen aus zwei Elementen: einem digitalen Stromzähler und einem Kommunikationsmodul. Smart Meter zeigen nicht nur den aktuellen Zählerstand an, sie speichern die Werte auch und melden sie per Internet an den Erzeuger und Netzbetreiber. So können die Verbraucher*innen an einem Display ablesen, wie viel Strom sie zum Beispiel im vorausgegangenen Monat verbraucht haben.

Warum Smart Meter?

Die intelligenten Stromzähler sollen helfen, den Stromverbrauch besser zu kontrollieren sowie Stromnachfrage und Stromerzeugung in Einklang zu bringen. Dazu verbinden sie Erzeuger, Netzbetreiber und Verbraucher*innen über das Internet miteinander. Möglich sind dadurch etwa variable Stromtarife, bei denen der Preis in nachfrageschwachen Zeiten niedriger als zu Verbrauchsspitzen ist.  Außerdem ermöglichen die intelligenten Stromzähler, den Stromverbrauch über „Smart Home“ besser zu steuern. Die Geräte müssen laut Gesetz heute noch nicht in ein Kommunikationsnetz eingebunden werden. Das BSI hat geprüft, ob die Smart Meter die festgelegten Anforderungen bei der Datensicherheit erfüllen und drei Smart Metern die Zulassung erteilt.

Bis wann erfolgt die Umstellung?

Die für den Pflichteinbau in Frage kommenden Verbraucher*innen erhalten nicht alle auf einmal einen Smart Meter. Bis 2023 sind die Messstellenbetreiber verpflichtet, mindestens zehn Prozent der Betroffenen mit intelligenten Stromzählern auszustatten. Dafür können sie den Kunden bis zu 100 Euro im Jahr in Rechnung stellen. Digitale Stromzähler ohne Internetverbindung sollen hingegen bis 2032 in allen Haushalten zu finden sein und kosten maximal 20 Euro pro Jahr.
 

Quellen und weitere Infos:

www.cio.de "BSI gibt grünes Licht für smarte Stromzähler"

www.welt.de  "Wie Smart-Meter die Energiewende vorantreiben sollen"

www.finanztip.de "Digitale Stromzähler für alle"

 

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