Ernährung

15.10.2018, Gesundheit

Isoglukose – billiger Zucker aus Mais, Getreide und Kartoffeln

Die Zuckermenge, die wir täglich zu uns nehmen, vor allem die schnell verfügbaren Zucker wie Glukose, Fruktose oder Haushaltszucker, liegt deutlich über den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Hierbei machen  zuckerhaltige Getränke wie Softdrinks, Nektare und Säfte laut Nationaler Verzehrstudie von 2008 den größten Teil aus.


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In der EU dürfen Hersteller seit 1. Oktober 2017 unbegrenzt Zuckersirup aus Mais, Getreide und Kartoffeln – sogenannte Isoglukose – verwenden, da der Zuckermarkt neu geregelt wurde . Mit dem Wegfall der Höchstquote von fünf Prozent Isoglukose in gesüßten Produkten, steigt die Menge an zugesetzten Sirupen wie Glukose-Fruktose-Sirup in Lebensmitteln an. Der Grund liegt in der wesentlich billigeren Produktion der Zuckersirupe in Vergleich zu Rohrzucker oder Rübenzucker.

Was bedeutet das für die Gesundheit?

Ein Fruktose-Glukose-Sirup besitzt den gleichen Energiegehalt wie Haushaltszucker und ist dennoch anders einzuschätzen. Das Problem liegt im mengenmäßigen Verhältnis der beiden Zucker: Haushaltszucker (Saccharose) aus Zuckerrohr oder Zuckerrübe enthält die beiden Zucker Glukose und Fruktose im Verhältnis 1:1. Bei der Isoglukose ist dieses Verhältnis dagegen nicht zwingend, sie enthält unter Umständen auch deutlich mehr Fruktose. Wie hoch bei dem verwendeten Zuckersirup der Fruktoseanteil ist, ist auf den Lebensmitteln jedoch nicht klar erkennbar.

Laut Zuckerarten-Verordnung ist der Begriff „Glukosesirup“ zulässig für Sirupe mit maximal fünf Prozent Fruktose-Anteil, Glukose-Fruktose-Sirup darf zwischen 5 und 50 Prozent Fruktose und Fruktose-Glukose-Sirup 51 bis 90 Prozent Fruktose enthalten.

Fruktose ist gesundheitlich kritisch zu bewerten. Eine hohe Fruktoseaufnahme birgt ein erhöhtes Risiko, an Leberverfettung, Adipositas und Diabetes zu erkranken. Zudem erhöht sie den Harnsäurespiegel im Blut, was bei entsprechend veranlagten Menschen zu Gicht und Bluthochdruck führen kann. Die Leber nimmt Fruktose unbegrenzt auf und speichert diese als Leberfett. Zudem hat Fruktose eine höhere Süßkraft und fördert so die Gewöhnung an den süßen Geschmack.

Aufgrund der billigen Herstellung besteht laut Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) die Möglichkeit einer vermehrten Aufnahme von Fruktose, sollte die Verwendung von Mais-Sirup als Lebensmittelzutat deutlich zunehmen. Derzeilt liegt diese in der Europäischen Union bei etwa vier Prozent.

 

Tipps für Verbraucher

Zuckerhaltige Getränke und Süßigkeiten sparsam verzehren und beim Einkauf die Zutatenliste studieren. Haushaltszucker wird als Zutat unter dem Begriff Zucker aufgelistet, Isoglukose ist ein anderer Begriff für Maissirup, Glukose-Fruktose-Sirup, Fruktose-Glukosesirup oder auch Glukosesirup.

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