Umwelt

05.10.2017, Profitipps für Ihr Zuhause

Klimawandel auch in Bayern

Ob beim Erntedankfest oder zum Tag der Regionen: Im Oktober steht regionales Obst und Gemüse im Vordergrund. Eine reiche Ernte ist nicht selbstverständlich – trotz technischer Fortschritte führen extreme Wetterereignisse immer wieder zu Ernteeinbußen.

Hitze, Starkregen, Dürren, Stürme – im Zuge des Klimawandels ist weltweit ein Anstieg der Temperaturen und eine Zunahme extremer Wetterereignisse zu verzeichnen. Auch in Bayern haben sich die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse infolge der Erderwärmung bereits merklich und unumkehrbar verändert. Dies hat weitreichende Folgen für Menschen und die Pflanzenwelt.

Auswirkungen auf die Vegetation

Klimawandel auch in Bayern
Foto: © Myriams-Fotos - pixabay.com

Pflanzen reagieren bereits auf die gestiegenen Temperaturen: Sie treiben früher aus und werfen ihre Blätter meist erst später im Jahr ab. Dem Umweltbundesamt zufolge nahm die Vegetationsperiode in Deutschland seit 1961 im Trend um etwa zwei Wochen zu. Insbesondere der Frühling setzt früher ein: So blühen beispielsweise Schneeglöckchen und Apfelbäume tendenziell fast drei Tage pro Jahrzehnt früher. Dies ist problematisch, weil Spätfröste im April die Blüten gefährden. Dieses Jahr gibt es beträchtliche Ernteeinbußen bei Obst, was den teuren Preis von Äpfeln erklärt.

Wie sich die Klimaveränderungen auf die Bestände von Tieren und Pflanzen weiterhin auswirken werden, ist noch unklar. Jede Pflanzenart hat spezielle Areale, in denen sie an die vorherrschenden Temperaturen und Niederschläge angepasst ist. Steigende Temperaturen und eine veränderte Niederschlagsverteilung können nachteilig auf das Vorkommen und die Anfälligkeit von Pflanzen auswirken.

Heimische Arten, die sich nicht so schnell an die Veränderungen anpassen können, werden allmählich aus ihren Lebensräumen verdrängt. Forscher sehen die bayerische Artenvielfalt dadurch stark bedroht (UFZ). Stattdessen können sich fremde Arten ausbreiten (etwa der Riesenbärenklau). Damit verändern sich Artenvielfalt und -zusammensetzung in den jeweiligen Lebensräumen.

Es wird in den nächsten Jahrzehnten in Europa vermehrt heiße Sommer geben. Der in Bayern am weitesten verbreitete Baum, die Fichte, ist an kühl-feuchte Standorte angepasst und wird durch Dürre anfälliger bei Stürmen (UFZ). Die Winter hingegen werden feuchter und wärmer. Hierdurch können sich Schädlinge stark vermehren, wie etwa der Borkenkäfer, der aktuell große Schäden in Bayern anrichtet.

Auch der Mensch ist betroffen – Gesundheitliche Auswirkungen

Die neuen Arten, auch Neophyten genannt, können auch für den Menschen gefährlich werden. Der in Bayern bereits vielerorts zu findende Riesenbärenklau kann Verbrennungen und Quaddeln auf der menschlichen Haut verursachen.
Auch Allergikern machen die Veränderungen Probleme: Zum einen treten in Bayern neue allergene Pflanzen, etwa die Beifuß-Ambrosie, auf. Zudem hat sich die Pollenflugsaison der heimischen Pflanzen zum Nachteil vieler Allergiker bereits verlängert (BR).

Maßnahmen in Haus und Garten

Um die Emission von Klimagasen zu reduzieren und sich an die Folgen der Erwärmung anzupassen, sind umfassende Maßnahmen erforderlich. Hier kann jeder einen Beitrag leisten.

In Haus und Garten kann folgendes getan werden:

  • Stadtgrün statt Versiegelung. Pflanzen in der Stadt tragen zu einem ausgleichenden Stadtklima bei, da sie starke Temperaturschwankungen abpuffern.
  • Setzen Sie in Ihrem Garten auf Artenvielfalt. Informieren Sie sich über Standort und Ansprüche der Pflanzen. Mediterrane Gewächse, die heiße, trockene Sommer und milde, feuchte Winter vertragen, können je nach Standort eine Alternative sein.
  • Sorgen Sie bei Regen für Wasserspeicherung, um auf Hitzeperioden vorbereitet zu sein; hier empfiehlt sich beispielsweise der Bau von Zisternen.
  • Eine Investition in die Wärmedämmung lohnt sich. Dies senkt nicht nur den Heizenergieverbrauch sondern schützt auch vor Hitze im Sommer.

Beratung zu Energiesparmaßnahmen erhalten Sie an den VSB-Energiestützpunkten.

Nähere Auskunft erhalten Sie in den Umweltberatungsstellen.

 

Infos und Links:

 

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