Umwelt

14.12.2016, Elektrisch oder Kerze?

Lichterglanz am Weihnachtsbaum - neue Trends oder Altbewährtes

Für die einen ein Muss, für andere ein „No-Go“: Die elektrische Lichterkette am Christbaum. Egal welche Variante Sie bevorzugen, einige Hinweise sollten beachtet werden.

Stromschlag- oder Verbrennungsgefahr durch elektrische Lichterketten

Wenn Sie eine Lichterkette vom Vorjahr verwenden, sollten Sie sorgfältig kontrollieren, ob Beschädigungen erkennbar sind und ob noch alle Lämpchen brennen. Eine defekte Lichterkette sollte entsorgt und nicht eigenmächtig repariert werden. Denn gerade bei Lichterketten mit herkömmlichen Glühlämpchen besteht bei offen liegenden Drähten die Gefahr eines Stromschlags.

Lichterglanz am Weihnachtsbaum - neue Trends oder Altbewährtes
Foto: © Hans - pixabay.com

Elektrische Weihnachtsbeleuchtung - mit LEDs auf der sicheren Seite

Wer auf Nummer sicher gehen will, verwendet die mittlerweile den Markt dominierende Weihnachtsbeleuchtung mit Leuchtdioden (LED). Bei dieser Technik reduziert meist ein Transformator die gefährliche Stromspannung von 230 Volt auf etwa 12 bis 24 Volt, so dass es nicht zu einem gefährlichen Stromschlag kommen kann. Außerdem können sich Lichterketten mit Leuchtdioden beim Ausfall von Lampen nicht erhitzen. Vor allem für Familien mit kleinen Kindern ist dies von Vorteil.

Ein weiterer Pluspunkt der LEDs: Sie verbrauchen bis zu 90 Prozent weniger Strom als herkömmliche Lichterketten. Im Test der Stiftung Warentest (12/2015) schneidet die moderne Technik darum auch besser ab.

Neuer Trend: Kabellose elektrische Christbaumkerzen

Diese Variante der elektrischen Lichterkette gibt es mittlerweile in allen Elektrogeschäften sowie im Internet zu kaufen. Befestigt mittels Halterclip, rasch ein und ausgeschaltet durch eine Fernbedienung, in warmweiß, bunt und flackernd erhältlich, stellen kabellose Kerzen eine gute Alternative zu herkömmlichen Lichterketten dar.

Der Vorteil dieser Form der elektrischen Christbaumbeleuchtung liegt auf der Hand. Durch das Fehlen des Kabels lassen sich die Kerzen einfacher auf dem Baum positionieren. Außerdem wird die Gefahr eines Brandes oder Stromschlags in Folge fehlerhafter Kabel minimiert, da die Kerzen durch Batterien, meist normale Mignonzellen des Typs AA oder AAA, betrieben werden.

Empfehlenswert ist hier die Verwendung wieder aufladbarer Akkus. Das schont die Umwelt und langfristig gesehen auch den Geldbeutel.

Elektrische Christbaumkerzen sind in der Regel mit sparsamen Leuchtdioden ausgestattet, was dazu führt, dass Batterien bzw. Akkus deutlich länger halten. So schaffen es einige kabellose Lichterkerzen auf über 120 Stunden Brenndauer. Damit kann der Weihnachtsbaum von Heiligabend bis zu den Heiligen Drei Königen jeden Tag mehr als acht Stunden beleuchtet werden.

Als nachteilig empfinden Verbraucher, dass die elektrischen Kerzen im Vergleich zu herkömmlichen Lichterketten ziemlich schwer sind. Das kommt durch das zusätzliche Gewicht der Batterie. Darum sollten die Kerzen nur an etwas dickeren und stabileren Zweigen befestigt werden, damit diese nicht abknicken oder gar abbrechen.

Ob mit oder ohne Kabel - achten Sie auf Sicherheit

Kaufen Sie nur in Elektrofachgeschäften und Produkte mit ausreichenden Sicherheitshinweisen in korrekter deutscher Sprache. Achten Sie beim Kauf auf das GS-Prüfzeichen (GS - geprüfte Sicherheit). Diese Produkte haben in aufwändigen Testverfahren ihre Sicherheit unter Beweis gestellt.

Wichtig: Lichterketten für den Außenbereich müssen das „IP 44“-Prüfzeichen oder das „Tropfensymbol“ aufweisen. Auch kabellose elektrische Baumkerzen gibt es bereits für den Außenbereich.

Weitere Informationen zu Lichterketten erhalten Sie beim Verbraucherinformationssystem VIS Bayern.

Die gute alte Kerze – Paraffin, Stearin oder Bienenwachs?

Kerzenfans schätzen insbesondere die behagliche Atmosphäre, die eine Kerze schafft, und den Duft, den sie verströmt. Als Ausgangsmaterial für Kerzen dient überwiegend Paraffin, welches aus Erdöl gewonnen wird. Daneben kommen auch Bienenwachs und zunehmend Stearin zum Einsatz. Stearin wird meist aus pflanzlichen (z.B. Palmöl) oder tierischen Fetten (z.B. Rindertalg) hergestellt. Aus ökologischer Sicht ist dieses Wachs aber auch nur eingeschränkt empfehlenswert, da für die Gewinnung von Palmöl wertvolle Urwälder gerodet werden.

Unabhängig vom Rohstoff entstehen beim Abbrennen von Kerzen Kohlendioxid sowie Rußpartikel, welche die Gesundheit beeinträchtigen können. Bei guter Kerzenqualität und optimaler Verbrennung sind die Schadstoffmengen gering. Deshalb sollten qualitativ hochwertige Kerzen gekauft werden. Orientierung geben beispielsweise das RAL-Gütezeichen, welches ruß- und raucharme Kerzen kennzeichnet. Ein aktueller Testbericht findet sich bei Stiftung Warentest (Lichter fürs Fest 12/2016).

Schadstoffkonzentration und Brandgefahr minimieren

Beim Abbrennen sollte die Kerze vor Zugluft geschützt sein. Zudem beginnt die Flamme zu rußen, wenn der Docht zu lang ist. In der Regel kürzt sich der Docht von selbst, ist dies nicht der Fall, muss nachgeholfen werden. Da auch das Auslöschen zu einem Anstieg der Feinstaubkonzentration führt, sollte der Docht zum Löschen kurz in das flüssige Wachs getaucht werden. Besonders wichtig für die Qualität der Innenraumluft ist, dass ausreichend gelüftet wird.

Wie jedes offene Feuer im Wohnraum birgt auch die Kerze am Baum die Gefahr eines Brandes. Damit die Freude unter dem Weihnachtsbaum nicht getrübt wird, sollten Sie einige Hinweise beachten:

  • Lassen Sie brennende Kerzen oder Teelichter nie unbeobachtet. Auch Kinder sollten mit brennenden Kerzen nie allein gelassen werden.
  • Seien Sie bei älteren, trockenen Gestecken und älteren Weihnachtsbäumen besonders vorsichtig. Bäume regelmäßig gießen, Gestecke mit einer Blumenspritze befeuchten. Das senkt die Brandgefahr erheblich.
  • Die Kerzenhalter am Baum oder auf dem Adventskranz sollten aus feuerfestem Material bestehen. Tauschen Sie die Kerzen aus, bevor diese ganz niederbrennen. Am besten verwenden Sie selbst-verlöschende Kerzen. Deren Docht reicht nicht bis ans untere Ende der Kerze.
  • Kerzen sollten nicht in der Nähe von leicht brennbaren Gegenständen wie z.B. Vorhängen stehen. Auch Zugluft sollte vermieden werden.
  • Die Feuerwehr empfiehlt, immer einen Eimer Wasser, einen Feuerlöscher oder ein Feuerlöschspray in die direkte Nähe des Baumes zu stellen.

Informationen und Testberichte erhalten Sie in unseren Beratungsstellen.

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