Energie

06.04.2022

Lüftungsanlagen: komfortabel und energiesparend

Besonders in der kalten Jahreszeit verbringen wir die meiste Zeit in geschlossenen Räumen. Fenster öffnen wir nur kurz zum Lüften, um die Zimmer nicht auskühlen zu lassen. Dabei ist ausreichend Frischluft maßgeblich, um sich wohlzufühlen. Zudem schützt der regelmäßige Luftaustausch vor Schimmelbildung und Feuchtigkeitsschäden. Komfortabler als Fensteröffnen ist eine Lüftungsanlage. Sie sorgt stets für frische Luft ohne unbehagliches Abkühlen und spart gleichzeitig Energie.

Lüftungsanlagen: komfortabel und energiesparend
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In Wohnräumen sollte etwa alle zwei Stunden die Luft komplett ausgetauscht werden. Auch um Schimmelbildung zu vermeiden, ist es je nach Nutzung deshalb nötig, etwa drei- bis viermal täglich zu lüften. In vielen Gebäuden geschieht dies zu selten. Hier empfehlen sich Lüftungsanlagen. Sie versorgen Innenräume gleichmäßig mit Frischluft, ziehen verbrauchte Innenluft ab und transportieren die Feuchtigkeit nach draußen. Die Fenster brauchen dann nur noch geöffnet zu werden, wenn der Wunsch danach besteht. Lüftungsanlagen vermeiden Wärmeverluste, gewinnen je nach verwendeter Technik Wärme aus der Abluft zurück und sparen so Heizenergie ein. Damit sorgen Lüftungsanlagen auf die komfortabelste Weise für ausreichend Frischluft und sparen zeitgleich Energie.

Bei Neubauten und sanierten Gebäuden sind Lüftungsanlagen die erste Wahl

Wärmedämmungen und dicht schließende Fenster und Türen insbesondere in Neubauten und sanierten Gebäuden zielen darauf ab, den unkontrollierten Luftaustausch zu verringern. Das Öffnen von Fenstern und Türen ist für den Schutz gegen Feuchtigkeit dann oft nicht ausreichend. Lüftungsanlagen stellen hier eine kontinuierliche, bedarfsgerechte Lüftung sicher. Ein weiterer Vorteil: Filtersysteme in Lüftungsanlagen halten Staub, Pollen und Insekten aus den Wohnräumen fern.

Varianten von Lüftungsanlagen

Eine Abluftanlage saugt mittels eines Ventilators Innenraumluft an und führt diese ins Freie ab. Frischluft strömt durch Öffnungen in Außenwänden oder Fenstern nach. Eine Zu- und Abluftanlage sorgt im Unterschied dazu für zwei Luftströme. Ein Frischluftstrom wird in die Innenräume transportiert, ein Abluftstrom aus den Innenräumen ins Freie. Diese Variante erlaubt die Verwendung eines Wärmetauschers zur Wärmerückgewinnung. Technischer Aufwand und Kosten sind bei der Zu- und Abluftanlage höher, da ein Rohrnetz erforderlich ist. Dafür spart eine Zu- und Abluftanlage Heizenergie ein. Bei Wohnungsneubauten empfehlen sich Lüftungsanlagen heute generell. Hier bieten sich zentrale Lüftungsanlagen an, da diese schon bei der Planung eines Neubaus berücksichtigt werden können.

Dezentrale Geräte versorgen einzelne Räume mit frischer Luft und sind ohne aufwändiges Rohrnetz auch gut in Bestandsgebäuden nachzurüsten. Sowohl zentrale wie auch dezentrale Anlagen gibt es als reine Abluftanlagen sowie als Zu- und Abluftanlagen.

Mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung besteht die Möglichkeit, mehr als 90 Prozent der Wärme aus der Abluft dem Gebäude wieder zuführen. Das Energieeinsparpotenzial liegt dabei erheblich höher als der Stromverbrauch der Lüftungsanlage.

Dies gilt es bei der Anschaffung einer Lüftungsanlage zu beachten:

  • Der Einbau eine Lüftungsanlage erfordert eine Fachplanung, bei der die Leistungsfähigkeit und der Standort des Lüftungsgeräts, der Rohrleitungen und die Positionen der Lüftungsöffnungen zu ermitteln sind.
  • Energieeffizienz: Lüftungsanlagen haben ein EU-Effizienzlabel. Die effizientesten Geräte finden sich in der Klasse A+.
  • Geräuscharmer Frischluftgenuss: Zentrale Lüftungsgeräte gehören in den Keller oder in den Technikraum. Dezentrale Geräte sollten möglichst leise sein. Das EU-Effizienzlabel enthält auch Angaben zu Schallemissionen.
  • Das Programm Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fördert die Anschaffungskosten für Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung.


Die Energieberatung der Verbraucherzentrale in Kooperation mit dem VerbraucherService Bayern hilft bei allen Fragen zu Lüftungsanlagen und deren Förderung. Sie findet online, telefonisch oder in einem persönlichen Gespräch statt, und ist je nach Beratungsangebot kostenfrei oder kostenpflichtig (30 Euro). Unsere Energie-Fachleute beraten anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind alle Beratungsangebote kostenfrei. Persönliche Beratungen finden derzeit und im Rahmen geltender Vorschriften nur eingeschränkt statt. Terminvereinbarung unter Tel. 0800-809 802 400. Mehr Infos un­ter www.verbraucherservice-bayern.de/themen/energie/energieberatung. Die Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentrale erfolgt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.