Hauswirtschaft

05.06.2020

Corona-Großeinkäufe: Richtig lagern, abwechslungsreich kochen  

Die Corona-Krise veränderte massiv das Einkaufsverhalten der Verbraucher*innen. Vor allem haltbare Lebensmittel wie Mehl, Zucker, Nudeln, Reis, Fertigsuppen und Konserven aller Art hatten Umsatzzuwächse um bis zu 80 Prozent. Neben Dosen-Thunfisch, Tiefkühl-Gemüse, Tomatensauce, passierten Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Öl, Senf und Tomatenmark entpuppte sich auch Hefe plötzlich als begehrter Artikel. Lesen Sie hier, wie Lebensmittel richtig gelagert werden, was es mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum auf sich hat und welche leckeren Gerichte Sie aus den Vorräten kochen können.

Corona-Großeinkäufe: Richtig lagern, abwechslungsreich kochen  
Foto: © Tatiana Atamaniuk - stock.adobe.com

Lagerhaltung – die wichtigsten Regeln

Falsch gelagert, verlieren Nahrungsmittel schneller an Geschmack oder verderben. Um das zu vermeiden, bedarf es neben einer Grundausstattung an Behältnissen auch der notwendigen Kenntnisse in Sachen Lebensmittelaufbewahrung. Wir haben die wichtigsten Informationen kurz für Sie zusammengestellt:

  • Sauber, trocken, dunkel, kühl – das mögen die meisten Lebensmittel.
  • Trockenvorräte in gut verschließbare Behälter umgefüllt schützt vor Schädlingsbefall.
  • Angebrochene Packungen möglichst bald verwenden, da die Lagerdauer dann nicht mehr durch das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)gewährleistet ist.
  • Regelmäßig auf Schädlinge oder Schimmel kontrollieren.
  • Vor allem Gewürze lagern nach der Öffnung im Haushalt oft zu lange.
  • Immer das, was Sie zuerst gekauft haben, auch zuerst verwenden.

MHD ist kein Verfallsdatum

Das MHD gilt als Richtwert, nicht als Verfallsdatum. Der Gesetzgeber schreibt meist zwei Jahre vor, gerade trockene Lebensmittel sind in der Regel aber deutlich länger haltbar. So haben beispielsweise Nudeln mit Ei-Anteil eine Haltbarkeit von rund zwei Jahren. Nudeln ohne Ei, also nur mit Hartweizengrieß, halten sich theoretisch unbegrenzt lange. Genau ansehen, riechen und schmecken ist die Devise – überprüfen Sie Haltbarkeit mit allen Sinnen. Wichtig ist, Trockenwaren wie Nudeln, Mehl, Müsli oder Tee bei Raumtemperatur trocken und gut verschlossen zu lagern. Der Grund: Sie sind besonders anfällig für Schädlinge, wie zum Beispiel Lebensmittelmotten.

Haltbarkeit von vorgekochten Speisen

Alles was Sie gegart und auf Vorrat gekocht haben, wie beispielsweise Nudeln und Reis, immer schnell abkühlen lassen und im Kühlschrank abgedeckt aufbewahren, denn sie sind ein idealer Nährboden für verschiedene Keime.

Vorgekochte Speisen kühl bei 0 bis 3 Grad sowie möglichst hinten am Verdampfer des Kühlschranks im obersten Fach und höchstens drei Tage aufbewahren.

Wer Reste lieber eingefriert, packt nach dem Abkühlen alles in gut verschließbare Gefrierbeutel oder Dosen. Die maximale Lagerdauer beträgt hierbei drei Monate. Auftauen immer im Kühlschrank um Keimvermehrung zu vermeiden. Bakterien werden beim Gefrieren nicht abgetötet, sondern nur in Ruhezustand versetzt.

Resterezepte für Nudeln: Nudelfritatta, Nudelauflauf, Nudelomelette, Chinesische Bratnudeln.

Resterezepte für Reis: Reisbratlinge, Reisauflauf, Reiscurry, Gebratener Reis, Reissalat.

Haltbarkeit und Lagerung

Reis: Bei trockener, dunkler Lagerung ist Reis sehr lange haltbar. Lediglich Vollkornreis verdirbt durch den fetthaltigen Keimling rascher.

Mehl: Dunkel, kühl (höchstens 18 – 20 Grad) und trocken aufbewahren. 

Feuchtes Mehl kann schimmeln. Warme Lagerung verschlechtert außerdem die Backeigenschaften und begünstigt Schädlingsbefall. Deshalb alle Vorräte, auch Nüsse, Körner, Trockenobst regelmäßig kontrollieren und in gut verschließbaren Dosen/Gläsern aufbewahren. Wenn zu viel gekauft wurde ist eingefrieren die sicherste Haltbarmachung auch bei gemahlenen Nüssen.

In Coronazeiten kauften Verbraucher*innen Getreidesorten und Mehle, die sonst nicht so nachgefragt wurden. Aus Buchweizenmehl schmecken beispielsweise Pfannkuchen, in Frankreich „Galetts“ genannt. Ganze Getreidekörner lassen sich zu Salaten und Bowls verarbeiten. Getreidepflanzl sind ebenfalls eine schmackhafte Verarbeitung von Getreide aller Art.

Zucker und Honig: Praktisch zeitlich unbegrenzt haltbar. Auch das Auskristallisieren von Honig ist kein Zeichen von Verderb. Es hängt davon ab, von welchen Blüten der Honig stammt.

Daher tragen die Zuckerverpackungen kein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Ausgenommen sind einige spezielle Zuckersorten wie zum Beispiel Gelierzucker, der neben Zucker weitere Inhaltsstoffe der Pektin enthält.

Salz: Zählt ebenso zu den Lebensmitteln, die nicht verderben. Trocken und geschlossen lagern, nicht unbedingt über Küchendampf, um Verklumpen zu verhindern. Aber auch dies nimmt keinen Einfluss auf den Geschmack bzw. auf die Wirkung – es lässt sich nur nicht mehr so gut portionieren.

Öle und Fette sind sehr unterschiedlich haltbar. Kaltgepresste Öle halten nach der Öffnung im Durschnitt im geöffneten Zustand zwei bis drei Monate, Ungeöffnet etwa ein Jahr. Raffinierte Öle (z. B. Sonnenblumenöl / raffiniertes Rapsöl) sind geöffnet bis zu sechs Monate haltbar, verschlossen bis zu zwei Jahre.

Butterschmalz hat eine sehr lange Haltbarkeit. Riecht es ranzig, ist es zwar nicht gesundheitsschädlich, aber auch kein Genuss. Butter und Margarine tragen zwar ein relativ kurzes MHD, aber sie sind meistens ein halbes Jahr haltbar so lange sie nicht angebrochen sind. Ansonsten eingefrieren, Butter kann auch durch Erhitzen zu haltbarem Butterschmalz verarbeitet werden.

Konserven: Sehr lange, aber nicht unbegrenzt haltbar. Frisch gekaufte Konserven stets nach hinten und ältere sichtbar nach vorne stellen, an einem kühlen, dunklen Ort lagern.

Finger weg bei Dosen mit gewölbtem Deckel oder Boden. Aufgeblähte Dosen weisen auf gefährliche Keime hin, die bereits Gifte an den Inhalt der Dose abgegeben haben. Ist eine Dose stark verbeult, verbrauchen Sie den Inhalt bald. Kleine Schäden in der Beschichtung im inneren der Dose können zu einer Beeinträchtigung des Geschmacks oder der Qualität des Lebensmittels führen. Bei geöffneten Dosen den Inhalt immer umfüllen, damit keine Beeinträchtigung durch Korrosion entsteht.

Gläser, die Luft gezogen haben, können ebenfalls ein Hinweis für verdorbene Ware sein. Dann haben sich im Glasinneren Gärungsgase gebildet und das Eingeweckte muss entsorgt werden. Selbst eingekochtes Obst und Gemüse nur verwenden, wenn die Gläser fest verschlossen sind und sich weder Schimmel noch Gasbläschen gebildet haben.

Unser Tipp:

Erstellen Sie einen Wochenspeiseplan unter Einbeziehung der Vorräte.

Bevor Sie etwas wegwerfen: Nicht mehr benötige Lebensmittel auf www.Foodsharing.de anbieten.

Oder Sie probieren mal was Neues:

Bowls - modernes Rezept und praktische Verwertung von Großeinkäufen

Aus der asiatischen Küche eroberten in den letzten Jahren nicht nur Sushi, sondern auch farbenfrohe Bowls die europäische Küche. Vor allem bei Jugendlichen, die keine aufwändige aber trotzdem abwechslungsreiche und gesunde Küche schätzen, kommen sie gut an.

Sie sind geeignet für Veganer, Vegetarier, Fleisch- und Fischliebhaber und auch für Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten, denn jeder verwendet die Zutat, die ihm am besten schmeckt. Auch Reste lassen sich damit vielfältig verarbeiten. Konserven oder vorgekochte Lebensmittel, neudeutsch als prep-meal bezeichnet, passen ebenso dazu wie selbsthergestellte Dressings oder Fertigdressings. Noch ein Plus: Die Rezepte lassen sich preisgünstig und vor allem vollwertig zusammenstellen und benötigen kaum Küchenutensilien.

Das gehört in eine gute Bowl

  1. Als „Boden“ ein Bett aus Salatblättern oder jungen Spinatblättern leicht mariniert. Darauf  portionsweise die Zutaten, möglichst bunt arrangiert, nicht durchmischt.
  2. Zum Sattmachen Getreideprodukte jeder Art von Hirse über Bulgur, Grünkern Buchweizen bis Reis. Nudeln oder Pseudogetreide wie Quinoa, Buchweizen, Amaranth, auch Kartoffeln, Falafel und Brotcroutons sind weitere gute Zutaten.
  3. Als Eiweißlieferant Tofu, angebratene Fleisch- oder Fischstreifen, Hülsenfrüchte (auch aus der Dose). Sie schmecken besonders gut mit Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Gewürzen angebraten.
  4. Gemüse, roh oder blanchiert oder mariniert, das heißt ein bis zwei Tage in einem Glas im Kühlschrank mit Essigsud übergossen ziehen lassen oder fertige Sauerkonserven. Ebenso Pilze, roh oder gebraten, sowie Avocado.
  5. Als Topping eignen sich Nüsse, geröstete Körner, Sprossen, Kräuter oder Obststücke.
  6. Die Vollendung ist das Dressing. Tipp: Kokosdressing aus einer Dose Kokosmilch, Limettensaft, Sojasauce, sehr fein gewürfeltem Ingwer und Knoblauch, Salz, Pfeffer, Zucker. Der Rest hält sich in einem Schraubglas im Kühlschrank einige Tage.

Weitere Informationen: 

https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/ernaehrung/einkaufen-im-supermarkt-waerend-der-coronakrise

https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/ernaehrung/salat-to-go-und-obst-fresh-cut

https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/ernaehrung/lebensmittel-verwerten-und-nicht-vernichten

https://www.ernaehrungsvorsorge.de

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