Hauswirtschaft

25.02.2022

Haushaltsführung: Kosten sparen und Gutes für die Umwelt tun

Die Preise steigen nicht nur bei Gas, Wasser und Strom, sondern auch bei weiteren Verbrauchs- und Gebrauchsgütern. Viele Familien müssen ohnehin schon mit einem begrenzten Budget zurechtkommen und kämpfen derzeit besonders mit steigenden Ausgaben. Welche Möglichkeiten gibt es, die Kosten zu reduzieren und gleichzeitig etwas für die Nachhaltigkeit zu tun? Beginnen Sie mit Maßnahmen, die sich leicht umsetzen und integrieren lassen und steigern Sie sich langsam.

Haushaltsführung: Kosten sparen und Gutes für die Umwelt tun
Foto: © Gus Andi - stock.adobe.com

Schaffen Sie sich als erstes einen Überblick: Welche Einnahmen gehen ein, welche Ausgaben sind zu bestreiten und welches verfügbare Budget ergibt sich daraus. Wir bieten einen kostenfreien Haushaltsplaner für Handy oder PC. Das regelmäßige Führen des Haushaltsbuches lässt auch mittelfristig Möglichkeiten für Einsparungen erkennen.
Weitere Informationen: VSB-Tipp Finanzen im Überblick und clever sparen

Immer mehr Menschen bezahlen bargeldlos. Dabei lohnt sich ein genauer Blick, denn mit der Karte ist schnell bezahlt und das Budget dann unbemerkt überschritten. Machen Sie einmal den Test und bezahlen eine Zeit lang ausschließlich mit Bargeld. Legen Sie pro Monat einen Betrag fest, den Sie ausgeben dürfen. Noch übersichtlicher gestaltet es sich, einen Betrag pro Woche zu bestimmen.

Sparmöglichkeiten im täglichen Leben – auch kleine Maßnahmen lohnen sich

Es gibt zahlreiche Sparmöglichkeiten im täglichen Leben. Dabei lohnen sich auch scheinbar kleine Maßnahmen – sowohl für den Geldbeutel als auch die Umwelt, im Sinne der Nachhaltigkeit.

Einkaufsverhalten: Erst planen – dann starten. Entwerfen Sie einen Wochenspeiseplan. Das ist am Anfang zwar zeitaufwendiger, bald zahlt sich die Routine aber aus. Überprüfen Sie vorhandene Lebensmittel regelmäßig und schreiben Sie danach Ihre Einkaufsliste. Tätigen Sie nur ein- oder zweimal pro Woche einen größeren Einkauf. So sparen Sie Benzin und Zeit.

Planen Sie pro Einkauf ein Budget ein, dass Sie nicht überschreiten. Gehen Sie nicht hungrig zum Einkaufen und kaufen Sie nur das, was Sie auch wirklich brauchen bzw. was auf der Einkaufsliste steht – so widerstehen Sie den Verführungen im Supermarkt. Vermeiden Sie Impulseinkäufe mit der Zehn-Minuten bzw. 30-Tage-Regel. Bei kleinen Dingen bewährt es sich, die Ware aus der Hand zu legen und zehn Minuten zu warten. Stellen Sie sich dann die Frage: „Habe ich einen echten Nutzen davon?“ Deutschlandweit landen laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft rund 12 Millionen Lebensmittel in der Tonne. Bei größeren Anschaffungen überdenken Sie den Kauf 30 Tage lang.

Sonderangebote: Auch wenn Sie solche Angebote nicht sofort verbrauchen, können Sie dabei helfen, die Ausgaben zu senken. Achten Sie unbedingt darauf, dass es sich um einen echten Angebotspreis und nicht um eine Verbrauchertäuschung handelt, weil beispielsweise der Packungsinhalt geringer ist. Kaufen Sie das, was Sie kennen, häufig benötigen und auch wirklich verbrauchen.

Tipp: Immer die Grundpreise vergleichen. Teure Produkte sind oft in Augenhöhe platziert, preiswerte befinden sich meistens in den unteren Regalfächern oder ganz oben. Fallen Sie nicht auf Kombiplatzierungen herein.

Kochen Sie selbst, denn Fertigprodukte sind häufig überteuert. Ernähren Sie sich saisonal und regional – zum Beispiel Kohl im Winter, Erdbeeren im Sommer. Importierte Ware ist teurer. Der Saisonkalender vom Bundeszentrum für Ernährung bietet einen Überblick. Verwerten Sie die Reste: Für Ideen gibt es kostenlose Apps: z. B. Restegourmet oder Zu gut für die Tonne.

Thermobecher mitnehmen anstatt Coffe to go unterwegs: Wissen Sie wieviel Geld Sie pro Woche dafür ausgeben? Ein guter Thermobecher hilft sparen.

Verwenden Sie Leitungswasser, anstatt Mineralwasser zu kaufen. Möchten Sie auf die Kohlensäure im Wasser nicht verzichten, sparen Sie mit einem Trinkwassersprudler auf lange Sicht Kosten ein.

Kleidung: Viel zu oft kaufen wir Kleidungsstücke, die dann nur im Schrank hängen und nicht getragen werden. Überlegen Sie gut vor einem Kauf und vermeiden Sie Impulskäufe. Durchforsten Sie regelmäßig den Kleiderschrank, um sich einen Überblick zu verschaffen. Aussortierte Stücke können Sie verkaufen oder tauschen.

Gute Schnäppchen finden sich häufig im Outlet-Center, Second-Handladen und bei Fabrikverkäufen. Schauen Sie sich auf Kleiderbörsen, Ebay oder ähnlichen Portalen einmal um. Hier gibt es häufig kaum oder gar nicht getragene Kleidung zu günstigen Preisen. Mehr dazu erfahren Sie im VSB-Podcast „Kleiderkonsum neu gedacht – Klasse statt Masse

Autofahren: Bilden Sie Fahrgemeinschaften und nutzen Sie Mitfahrgelegenheiten. Verbinden Sie mehrere Erledigungen auf einem Weg und machen Sie nur einmal pro Woche einen Großeinkauf. Fahren Sie erst, wenn es sich lohnt. Kostenlose Tank-Apps helfen günstige Tankstellen zu finden: z. B. Benzinpreis-Blitz-Tanken oder clever-tanken.de. Tanken Sie bevorzugt in der Mittagszeit oder spät abends, wenn die Preise günstiger sind.

Leihen statt kaufen: Nicht nur Bücher aus der Bibliothek, sondern viele andere Gebrauchsgegenstände wie bspw. Werkzeug oder Maschinen können Sie ausleihen.  Warum nicht auch das Auto über Carsharing teilen?

Heizkosten: Dichtungen bei den Türen und Fenstern überprüfen und Kältebrücken vermeiden. Einfaches Dichtungsband kann schon helfen.
Zimmertemperatur regulieren: Die Raumtemperatur sollte im Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20 °C betragen, sofern die Temperatur als behaglich empfunden wird. Jedes Grad weniger spart Heizenergie. In der Küche 18 Grad Celsius, im Schlafzimmer 17 Grad Celsius. Bei kalten Temperaturen die Wohnung nicht komplett auskühlen lassen. Es ist sehr viel mehr Heizenergie nötig, um eine ausgekühlte Wohnung wieder zu erwärmen.
Stoßlüften: Ständig gekippte Fenster vermeiden. Am besten ein paar Minuten bei abgedrehter Heizung mit weit geöffneten Fenstern die Wohnung durchlüften.
Heizkörper reinigen: Im Winter vermindert die Staubschicht die Effizienz der Heizkörper. Regelmäßiges Entlüften der Heizkörper und eine gut gewartete Heizungsanlage hilft. Wärmestau durch Möbel, Sofas, Gardinen etc. an den Heizkörpern vermeiden.

Weitere Infos:
Richtig heizen entlastet Geldbeutel und Umwelt

Umweltbundesamt


Stromverbrauch reduzieren: Einen großen Anteil am Energieverbrauch haben elektronische Geräte. Bei der Anschaffung am besten schon darauf achten. Geräte nur einschalten, wenn Sie sie auch benutzen, nicht unnötig laufen lassen.

Tipp: Steckerleisten anschließen, um heimliche Stromfresser auszuschalten. Stecker, die Sie nicht verwenden, aus der Steckdose ziehen.

Richtig genutzte Haushaltsgeräte helfen Strom sparen. Achten Sie auf eine vollbeladene Waschmaschine, eine Vorwäsche ist in den meisten Fällen nicht notwendig, meist reicht eine Waschtemperatur von 30°C. Weitere Informationen:  Waschen sparsam, sauber und hygienisch.

Den Trockner nur voll beladen in Betrieb nehmen. Kühl- und Gefrierschränke ohne Abtauautomatik regelmäßig abtauen. Eine dicke Eisschicht erhöht den Energieverbrauch. Die optimale Kühlschranktemperatur liegt bei sieben Grad Celsius für den mittleren Bereich, im Gefrierschrank bei – 18 Grad Celsius.

Schon vor dem Öffnen überlegen, was Sie aus dem Kühlschrank entnehmen möchten und wo es im Kühlschrank untergebracht ist. Essen niemals warm in den Kühlschrank stellen. Wer Ordnung hält, spart Zeit beim Suchen.
Weitere Infos: Kühlschrank: Sinnvolle Temperatur und Befüllung

Rund zehn Prozent des Stromverbrauchs eines durchschnittlichen Haushalts in Deutschland verursacht die Beleuchtung. Moderne LED-Leuchtmittel schneiden bzgl. des Energieverbrauchs am besten ab, vor allem langfristig sparen Sie hier Geld. Wenn möglich LED-Lampen der Energieeffizienzklasse A nutzen. Tipps zum Lampenkauf.

Tipp: Mit einem Energiekostenmessgerät machen Sie Stromfresser im Haushalt ausfindig. Im Energieatlas Bayern finden Sie Verleihstellen in Ihrer Nähe.

Versicherungen regelmäßig überprüfen: Dabei helfen Ihnen Vergleichsportale im Internet oder unabhängige Versicherungsfachleute, zum Beispiel beim VSB.

Telefon- und Internetverträge kontrollieren. Sind die Verträge schon älter kann es sich lohnen. Neuere Verträge bieten oft bessere Konditionen.

Abos und Mitgliedschaften wie bspw. im Fitnessstudio oder Sportverein, die Sie nicht regelmäßig nutzen, einer Kosten-Nutzenanalyse unterziehen.